Was die Scrolltiefe bedeutet
Sie ist ein Maß für den zurückgelegten Blickweg, nicht für Verständnis. Erfasst wird, dass ein Teil des Dokuments über den Bildschirm gelaufen ist, mehr nicht. Der Browser weiß nicht, ob der Nutzer diesen Abschnitt gelesen, ihn auf der Suche nach etwas anderem überflogen oder den Finger liegen gelassen hat, während er aufs Telefon schaute.
Daher rührt das verbreitetste Missverständnis, nämlich die Zahl als Qualitätsnote zu behandeln. Ein langer Weg kann anhaltendes Interesse bedeuten, und er kann genau das Gegenteil bedeuten: jemand findet die Antwort nicht und scrollt auf der Suche danach weiter. Eine Hilfeseite, deren Lösung im zweiten Absatz steht, sollte kurze Wege erzeugen, und das wäre eine gute Nachricht.
Der Prozentsatz hängt außerdem davon ab, wie die Seite gebaut ist. Dieselbe Textmenge ergibt andere Werte, wenn darunter ein umfangreicher Fußbereich, eine Liste verwandter Beiträge oder ein Kommentarblock folgt, denn all das verlängert das Dokument und schiebt die Schwelle nach unten. Auf dem Smartphone ist die Gesamthöhe für denselben Inhalt zudem weit größer als am Desktop, die Werte zwischen Geräten sind also nicht direkt vergleichbar.
Sinn ergibt die Kennzahl erst zusammen mit etwas anderem: welches Element auf dieser Höhe stand und was der Nutzer danach getan hat.