Was Embedding bedeutet
Ein Embedding ist buchstäblich ein Vektor: eine Liste von Dezimalzahlen. Keine dieser Zahlen hat eine eigene Lesart. Dimension 431 bedeutet weder »Förmlichkeit« noch »juristisches Thema«, und ihr einen Einzelsinn zuzuschreiben ist verlorene Zeit. Zählt allein die relative Lage. Zwei Inhalte mit ähnlicher Bedeutung landen in diesem Raum nah beieinander und zwei fremde Inhalte weit auseinander, sodass der Abstand zwischen zwei Vektoren ihre Beziehung misst: kleine Abstände zeigen eine enge Beziehung an.
Daraus ergeben sich zwei Grenzen, die man vorab festhalten sollte. Die erste: Ein Embedding speichert den Text nicht. Es ist eine verlustbehaftete Repräsentation, gedacht zum Vergleichen und nicht zum Rekonstruieren. Die zweite stiftet in Berichten die meiste Verwirrung: Ein Embedding misst Bedeutungsähnlichkeit, nicht Wahrheit und nicht Qualität. Zwei Sätze können im Vektorraum dicht beieinanderliegen und der eine richtig, der andere falsch sein, denn »das Medikament senkt das Risiko« und »das Medikament senkt das Risiko nicht« handeln von genau demselben. Die Verneinung bewegt den Vektor kaum und kehrt den Sinn dennoch um.
Deshalb beantwortet ein hoher Ähnlichkeitswert die Frage »geht es um dasselbe?« und nie die Frage »stimmt es?«. Jedes Dashboard, das den Kosinus als redaktionelle Qualitätskennzahl ausgibt, benennt eine Messung einfach in eine andere um.