Was ein Overlay für Barrierefreiheit bedeutet
Ein Overlay für Barrierefreiheit ist eine Softwareschicht, die auf eine bereits fertige Website aufgesetzt wird. In der Regel kommt es als JavaScript-Zeile, die in den Code der Seite eingefügt wird, oder als Plugin, das sich über das CMS aktivieren lässt. Beim Laden der Seite fügt das Skript einen schwebenden Button ein, fast immer in einer Ecke, der ein Menü mit visuellen Einstellungen öffnet: Schriftgröße, Kontrast, Cursor-Art, Pause für Animationen, teilweise Sprachausgabe.
Der Unterschied zur echten Barrierefreiheit liegt darin, wo die Änderung ansetzt. Eine echte Umsetzung arbeitet im Quellcode: korrekte HTML-Auszeichnung, ARIA-Attribute an interaktiven Bausteinen, Tastaturnavigation, die mit echten Nutzern getestet wurde, im Design berechneter Kontrast. Das Overlay dagegen greift von außen ein, nachträglich, auf eine Seite, die unter dem Einstellungsmenü dieselben strukturellen Probleme behalten kann.
Dieser Artikel bewertet nicht, ob Overlays legal oder illegal sind, denn keine Norm nennt sie ausdrücklich. Es gibt aber eine technische Grundlage und eine dokumentierte Haltung von Behindertenverbänden und Aufsichtsstellen gegen ihren Einsatz als vollständige Lösung. Diese Grundlage folgt im nächsten Abschnitt.