Was Index Bloat ist
Index Bloat heißt die Lage, in der Google von einer Website weit mehr URLs indexiert hat, als diese Website braucht. Es ist kein bestimmter Fehler, den man auf einer Seite zeigen könnte, sondern ein Missverhältnis: Der Index füllt sich mit Adressen, die nichts beitragen, und der Inhalt, auf den es ankommt, verdünnt sich darin.
Die Zahl allein sagt nichts. Eine Zeitung mit zweihunderttausend indexierten URLs ist in Ordnung; ein Shop mit dreihundert Produkten und zwanzigtausend nicht. Es zählt nicht, wie viele es sind, sondern welcher Anteil davon jemals gesucht wird.
Und die gegenteilige Vorstellung gehört gleich zu Anfang aus dem Weg geräumt, weil sie sich hält: Mehr indexierte Seiten verbessern von allein gar nichts. Google verteilt Sichtbarkeit nicht nach Menge, und eine indexierte URL, die niemand besucht, ist kein Guthaben, sondern verbrauchtes Crawling.
Der Name kommt aus dem Englischen und beschreibt gut, was geschieht: Etwas schwillt an, ohne an Substanz zu gewinnen. Es gibt keinen Schwellenwert, ab dem es beginnt, und keine Warnung in irgendeinem Werkzeug; erkennbar wird es beim Vergleich zweier Zahlen, die kaum jemand nebeneinanderlegt — die der Seiten, die man zu haben glaubt, und die der URLs, die Google zu haben angibt.
Außerdem gehört es von einem benachbarten Problem getrennt, mit dem es verwechselt wird. Dass eine Seite indexiert ist und keine Besuche bekommt, kann normal sein: Es gibt saisonale Inhalte, rechtliche Seiten, Produktseiten für Seltenes. Index Bloat ist das nicht — es ist der Fall, in dem solche URLs nach Tausenden zählen und keine davon geplant war.
