Kurz gefasst Googles Spam-Richtlinie, die Zweck und Menge der veröffentlichten Seiten beurteilt, nicht wer oder was sie geschrieben hat.
Was massenhafter Content-Missbrauch bedeutet
Der Begriff kam am 5. März 2024 in Googles Spam-Richtlinien, zusammen mit dem Missbrauch abgelaufener Domains und dem Missbrauch der Reputation einer Website. Er baut auf der älteren Richtlinie gegen automatisch generierte Inhalte auf, die zu kurz gegriffen hatte: Sie beschrieb die Produktionsweise, während das Problem woanders lag.
Die Grenze verläuft nicht an der Frage „hat das eine Maschine geschrieben?“. Sie verläuft am Zweck. Viele Seiten, die vor allem entstehen, um das Ranking zu manipulieren und nicht, um Suchenden zu helfen, fallen darunter, gleich wie sie erstellt wurden. Google wurde beim Erweitern der Richtlinie ausdrücklich: Sie gilt, ob der Inhalt aus Automatisierung stammt, aus menschlicher Arbeit oder aus einer Mischung von beidem.
Wer die Regel falsch herum liest, irrt in beide Richtungen. Tausend von Hand geschriebene Produktseiten ohne eigene Information, untereinander abgepaust, passen in die Definition. Ein gut recherchierter Artikel, bei dem ein Sprachmodell beim Strukturieren oder Formulieren geholfen hat, mit Prüfung und eigenem Beitrag, passt nicht schon deshalb hinein, weil das Werkzeug benutzt wurde.
Abzugrenzen ist das von Thin Content, der die Dürftigkeit einer einzelnen Seite beschreibt. Hier ist das bestimmende Merkmal die Menge in Verbindung mit der Absicht.
Wie die Regel in der Praxis angewendet wird
Die Spam-Richtlinien nennen fünf konkrete Muster. Generative KI-Werkzeuge oder ähnliche Werkzeuge nutzen, um viele Seiten ohne Mehrwert zu erzeugen. Feeds, Suchergebnisse oder andere Inhalte abgreifen, um Seiten in Serie zu erzeugen, einschließlich automatischer Umformungen wie Synonymtausch, Übersetzung oder anderer Verschleierung. Fragmente verschiedener Seiten zusammennähen, ohne etwas hinzuzufügen. Mehrere Websites aufsetzen, um zu verbergen, dass der Inhalt am Fließband entsteht. Und Seiten veröffentlichen, die für Lesende kaum Sinn ergeben, aber die Suchbegriffe enthalten.
Die Anweisung am Ende dieser Liste ist kurz und wird meist überlesen: Wer solche Inhalte auf seiner Website hostet, muss sie von der Suche ausschließen. Es reicht nicht, die Produktion einzustellen.
Es gibt zwei Wege der Durchsetzung. Den automatischen, bei dem die Ranking-Systeme solche Inhalte ohne jede Benachrichtigung herabstufen; der Rückgang zeigt sich in den Daten und in keinem Bericht. Und den manuellen, bei dem ein menschlicher Prüfer den Verstoß feststellt. Dann geht eine Nachricht an das Search-Console-Konto, und der Bericht über manuelle Maßnahmen nennt die Art des Problems und das betroffene URL-Muster, das ein einzelnes Verzeichnis oder die gesamte Website sein kann. Der schärfste Hinweis in dieser Liste nennt massenhaften Content-Missbrauch unter den aggressiven Techniken.
Aus einer manuellen Maßnahme herauszukommen verlangt, alle betroffenen Seiten zu korrigieren, nicht einen Teil, und danach die Prüfung zu beantragen, mit Beispielen für das Entfernte und für das stattdessen Veröffentlichte. Einen Teil zu reparieren gibt keinen Teil der Sichtbarkeit zurück.
Warum das wichtig ist
An dieser Richtlinie hängt die Entscheidung, wie viel automatisierte Produktion sinnvoll ist und mit welcher Kontrolle. Ein Katalog mit zwölftausend Artikeln, ein Ortsverzeichnis oder eine Vergleichsrubrik lassen sich an einem Wochenende erzeugen. Die operative Frage ist nicht, ob der Generator erlaubt ist, sondern was jede Seite beiträgt, das die Vorlage nicht ohnehin schon beiträgt.
Für Auftraggeber ändert sich auch das Einkaufskriterium. Ein Anbieter, der hundert Texte im Monat zu einem Preis anbietet, der nicht einmal die Recherche deckt, verkauft Menge, und Menge ohne eigenen Beitrag ist genau das beschriebene Muster. Das Risiko trägt nicht der Anbieter, es trägt die Domain.
Und es ändert sich die Art zu prüfen. Statt nach dem Werkzeug zu fragen, sieht man sich eine Stichprobe an: Welche Information steht auf dieser Seite, die nicht auf den anderen vierhundert derselben Vorlage steht? Lautet die Antwort „der Ortsname und wenig mehr“, ist das ein Problem der Spam-Richtlinie, kein Stilproblem.
Häufige Fragen
Ist es verboten, Inhalte mit KI zu schreiben?
Nein. Verboten ist, viele Seiten zu produzieren, deren Hauptzweck die Manipulation des Rankings ist, gleich mit welcher Methode. Googles Dokumentation lässt generative KI zum Recherchieren eines Themas und zum Strukturieren originärer Inhalte zu und verlangt, dass das Ergebnis dieselben Anforderungen erfüllt wie jede andere Seite.
Wie viele Seiten braucht es, damit etwas massenhaft ist?
Es gibt keine veröffentlichte Zahl. Die Richtlinie spricht davon, viele Seiten zu erzeugen, und nennt keinen Schwellenwert, weil das entscheidende Kriterium der Zweck und die fehlende Eigenleistung ist, nicht die Stückzahl. Zweihundert nützliche, geprüfte Produktseiten passen nicht hinein; zwanzig abgepauste Seiten für Suchvarianten schon.
Woran erkenne ich eine manuelle Maßnahme aus diesem Grund?
Sie erscheint im Bericht über manuelle Maßnahmen in der Search Console, und zusätzlich geht eine Nachricht an das Konto. Der Bericht nennt die Art des Problems und das betroffene URL-Muster, das ein einzelnes Verzeichnis oder die ganze Website sein kann. Ohne manuelle Maßnahme wirkt die Herabstufung automatisch und ohne Benachrichtigung.
Reicht es, solche Inhalte nicht mehr zu veröffentlichen?
Nein. Die Richtlinie verlangt, bereits gehostete Inhalte dieser Art von der Suche auszuschließen. Liegt zusätzlich eine manuelle Maßnahme vor, müssen alle betroffenen Seiten korrigiert sein, bevor die Prüfung beantragt wird, denn einen Teil zu reparieren gibt keinen Teil der Sichtbarkeit zurück.
Zählt eine automatische Übersetzung der Website als Missbrauch?
Sie kann dazuzählen. Zu den Beispielen der Richtlinie gehört, viele Seiten durch automatische Umformungen wie Synonymtausch oder Übersetzung zu erzeugen, wenn sie wenig Mehrwert bieten. Eine geprüfte und an ihren Markt angepasste Übersetzung ist etwas anderes; der ungeprüfte automatische Ausstoß passt in das beschriebene Muster.