Was Pay per crawl bedeutet
Pay per crawl fügt der Beziehung zwischen einer Website und einem KI-Crawler eine dritte Option hinzu. Bisher gab es genau zwei: den Zugriff ohne Bedingungen erlauben, oder ihn mit robots.txt sperren. Pay per crawl führt «erlauben, aber nur gegen Bezahlung» ein, eine Zwischenstufe, die es vorher schlicht nicht gab.
Der technische Mechanismus ist der HTTP-Statuscode 402, Payment Required. Diesen Code gibt es seit den ersten HTTP-Standards, ursprünglich gedacht für ein Mikrozahlungssystem, das sich nie durchgesetzt hat, und der jahrzehntelang praktisch ungenutzt blieb. Pay per crawl holt ihn zurück: fragt ein Crawler eine Seite mit aktivierter Kontrolle an, antwortet der Server mit 402 statt den Inhalt auszuliefern, und hängt den Preis für diesen Besuch in einem Header an. Der Crawler kann die Anfrage wiederholen und die Zahlung akzeptieren, oder aufgeben, ganz ähnlich wie ein menschlicher Besucher vor einer Bezahlschranke im Web.
Es ist bisher kein W3C- oder IETF-Standard mit breiter Verbreitung: es ist ein Modell, das zum Zeitpunkt dieser Redaktion vor allem von einem großen Anbieter von Web-Infrastruktur umgesetzt wird, und dessen genaues Verhalten (Header, Signatur, Währung) davon abhängt, wie der jeweilige Anbieter es implementiert. Für eine Website ändert das die bisher gewohnte Logik von robots.txt: statt einer festen Regel für alle entsteht eine Preisliste, die sich Crawler für Crawler unterscheiden kann.