Was das Context Window bedeutet
Ein Sprachmodell liest kein Dokument unbegrenzt vollständig ein. Bevor es antwortet, wandelt es den gesamten relevanten Text (die Systemanweisung, den Gesprächsverlauf, jedes angehängte Dokument) in Einheiten um, die Tokens heißen, und kann nur eine maximale Anzahl dieser Einheiten in einer einzigen Anfrage berücksichtigen. Dieses Maximum ist das Context Window.
Ein Token entspricht nicht genau einem Wort: Es kann ein vollständiges Wort, ein Wortteil oder ein Satzzeichen sein, je nachdem, wie das Modell den Text zerlegt. Deshalb wird das Context Window immer in Tokens gemessen, nicht in Wörtern oder Zeichen, und die Umrechnung zwischen beiden variiert spürbar je nach Sprache und je nach Modell.
Das Context Window sollte nicht mit dem Trainingsgedächtnis des Modells verwechselt werden. Das Training ist der riesige Textkorpus, mit dem die Parameter des Modells angepasst wurden, bereits festgelegt, bevor die Konversation existiert. Das Context Window ist etwas anderes: Es ist das Arbeitsgedächtnis dieser konkreten Konversation, der Raum, in den passt, was bisher gesagt wurde und was das Modell als Nächstes erzeugen wird. Ein Modell kann etwas aus seinem umfangreichen Training durchaus wissen und es trotzdem nicht in einer konkreten Antwort nutzen können, wenn diese Information nie tatsächlich in das Context Window dieser konkreten Konversation gelangt ist, sondern nur irgendwo im Trainingsmaterial steckte.