Die vier Konzepte hinter E-E-A-T
E-E-A-T bündelt vier Konzepte, die sich überschneiden, aber nicht dasselbe bedeuten. Experience (Erfahrung) fragt, ob der Autor das Thema selbst erlebt hat: das Produkt benutzt, den Ort besucht, die Situation durchgemacht. Wer erzählt, wie eine Baufinanzierung bei ihm gelaufen ist, bringt Erfahrung mit, auch ohne Finanzexperte zu sein. Expertise (Fachwissen) misst das technische oder formale Wissen über ein Thema, unabhängig von eigener Erfahrung: Ein Finanzberater, der erklärt, wie eine Baufinanzierung funktioniert, bringt Fachwissen mit, auch ohne selbst eine abgeschlossen zu haben. Beides ist gültig. Kommen beide im selben Inhalt oder derselben Person zusammen, verstärken sie sich.
Ein konkretes Beispiel macht den Unterschied greifbarer. Ein orthopädischer Chirurg, der einen Fachartikel über Knieprothesen schreibt, bringt Expertise mit: jahrelange Ausbildung, klinische Studien, Fachterminologie. Ein Patient, der in einem Forum beschreibt, wie sich die ersten sechs Wochen nach seiner eigenen Knieoperation angefühlt haben, bringt Experience mit: keine Ausbildung, dafür eine Erfahrung, die kein Lehrbuch liefert. Google bewertet beide Textarten unterschiedlich, aber keine davon automatisch als besser. Es kommt auf die Suchanfrage an, welche Art von Antwort ein Nutzer eigentlich braucht.
Authoritativeness (Autorität) bewertet, ob andere, etwa Nutzer, Medien oder Fachleute der Branche, diesen Autor oder diese Website als Referenz zu einem Thema anerkennen. Autorität entsteht nicht durch viele Veröffentlichungen, sondern dadurch, dass andere jemanden zitieren, verlinken oder empfehlen: ein Fachmagazin, das eine Studie aufgreift, wiegt hier mehr als zehn selbst geschriebene Blogartikel ohne externe Reaktion. Trustworthiness (Vertrauenswürdigkeit) ist laut Googles eigenen Guidelines die wichtigste der vier Säulen. Sie misst, ob Informationen korrekt sind, ob die Website transparent macht, wer dahintersteht, und ob der Inhalt informieren statt verschleiert verkaufen will.
Die vier Buchstaben funktionieren nicht getrennt voneinander. Eine Seite mit viel Fachwissen, aber ohne Transparenz, ohne erkennbaren Autor, ohne echte Kontaktmöglichkeit, mit widersprüchlichen Angaben zwischen einzelnen Seiten, scheitert an Trustworthiness. Und das wiegt für Googles Bewerter schwerer als die anderen drei Säulen zusammen.
Was die Bewertungen der Rater tatsächlich steuern
Bewerten
Die Rater lesen Inhalte, folgen den Guidelines und bewerten die wahrgenommene Qualität eines Suchergebnisses zu einer bestimmten Anfrage.
Aggregieren
Diese Bewertungen, aggregiert über tausende Stichproben, dienen dazu, Algorithmus-Versionen gegeneinander zu testen.
Entscheiden
Bewerten die Rater eine neue Version besser, geht die Änderung in die richtige Richtung; bewerten sie schlechter, wird sie überarbeitet oder verworfen, bevor sie live geht.
Deshalb lässt sich am Rahmenwerk selbst nichts optimieren, sondern nur an den Signalen, über die der Algorithmus sich ihm annähert.
