Die drei Säulen lokaler Sichtbarkeit
Lokales SEO hängt nicht an einem einzelnen Hebel, sondern an drei Blöcken, die Google getrennt bewertet. Wer daran arbeitet, sollte diese drei zuerst verstehen, bevor er an der Website etwas ändert.
Die erste Säule ist das Google Business Profile (früher Google My Business). Das ist der Eintrag, der in Maps und im Seitenpanel der Suche erscheint, mit Öffnungszeiten, Fotos, Kategorie, Beiträgen und Kundenfragen. Google nennt drei Faktoren für das Ranking im lokalen 3-Pack: Relevanz (wie gut das Unternehmen zur Suchanfrage passt), Entfernung (wie nah es zum Suchenden oder zum angegebenen Gebiet liegt) und Bekanntheitsgrad, gemessen unter anderem an Bewertungen und Erwähnungen. Ein verifiziertes Profil mit korrekter Kategorie und regelmäßiger Aktivität ist die Basis für alles Weitere.
Die zweite Säule ist die NAP-Konsistenz: Name, Adresse und Telefonnummer müssen auf der Website, im Google-Profil, in Branchenverzeichnissen und in jeder anderen Erwähnung exakt übereinstimmen. Eine Adresse, die einmal als „Hauptstraße 12, 2. OG" und einmal als „Hauptstr. 12" auftaucht, ist kein Detail: Google wertet solche Nennungen als Vertrauenssignale, und eine fragmentierte Identität verwässert dieses Vertrauen. Das betrifft nicht nur die eigene Website, sondern auch jede Erwähnung in Branchenbüchern, Presseartikeln oder Kooperationspartnern, bei denen der Firmenname auftaucht. Ergänzen lässt sich das mit strukturierten Daten vom Typ LocalBusiness auf der eigenen Website, die dieselben Angaben maschinenlesbar hinterlegen.
Die dritte Säule sind Bewertungen. Es zählt nicht nur die Durchschnittsnote, sondern auch die Menge, wie regelmäßig neue Bewertungen eingehen und ob das Unternehmen darauf antwortet. Ein Profil mit zwanzig drei Jahre alten Bewertungen wiegt weniger als eines mit wöchentlichem Zulauf, selbst bei einer etwas niedrigeren Durchschnittsnote. Gekaufte oder massenhaft künstlich angefragte Bewertungen lassen sich erkennen und gefährden das gesamte Profil. Eine kurze, sachliche Antwort auf jede Bewertung, auch auf positive, signalisiert zusätzlich, dass hinter dem Profil ein aktiv geführtes Unternehmen steht und kein verwaister Eintrag.
Ein vierter Faktor ersetzt die drei vorherigen nicht, ergänzt sie aber: die Qualität des Profils als Inhalt für sich genommen. Aktuelle Fotos vom Geschäft, vom Team und von Produkten oder Leistungen, eine hinterlegte Speisekarte oder ein Katalog, wo passend, sowie eine gut gewählte Nebenkategorie zusätzlich zur Hauptkategorie helfen Google, genau einzuordnen, um welche Art von Unternehmen es geht und auf welche Suchanfragen es passt. Ein Profil mit fünf Jahre alten Fotos und ohne Katalog wirkt weniger aktiv als eines, das monatlich gepflegt wird, selbst wenn die Basisdaten identisch sind.
Für ein lokales Unternehmen sind diese drei Säulen keine theoretische Übung: Lokale Suchintention geht meist mit einer Kaufentscheidung einher, die zeitlich nah liegt — ein Anruf, eine Wegbeschreibung auf der Karte oder ein Besuch am selben Tag. Deshalb behandelt Google solche Suchanfragen anders als eine allgemeine, rein informative Anfrage.
