Was RSL bedeutet
RSL (Really Simple Licensing) löst ein sehr konkretes Problem: robots.txt erlaubt es, den Zugriff eines Crawlers zu sperren oder freizugeben, sagt aber nichts über Lizenz oder Preis. Ein Publisher konnte einem KI-Bot bisher entweder den Zugang verwehren oder ihn ohne Bedingungen durchlassen. RSL fügt einen dritten Weg hinzu: eine License-Anweisung, die auf ein Dokument mit den genauen Bedingungen verweist, unter denen der Inhalt genutzt werden darf, von kostenloser Lizenz mit Namensnennung bis Bezahlung pro Crawl oder pro Inferenz.
Der Standard erweitert das Robots Exclusion Protocol (REP), statt es zu ersetzen. Allow und Disallow bleiben bestehen; RSL legt License als zusätzliche Ebene darüber. Wichtig ist die Abgrenzung zum TDM-Vorbehalt (TDMRep): TDMRep drückt ein Widerspruchsrecht beim Text- und Data-Mining aus, das im EU-Recht verankert ist, ein Opt-out. RSL ist kein neues Rechtsinstitut, sondern ein Format, um Lizenzbedingungen einschließlich eines Preises auszuhandeln und darzustellen, unabhängig davon, in welchem Land dieses Recht gilt.
Für einen Publisher ist der praktische Unterschied dieser: TDMRep sagt «ich will nicht, dass du das für das Training von Modellen nutzt». RSL sagt «du darfst es nutzen, unter diesen Bedingungen, zu diesem Preis».