XML gegen HTML: zwei Werkzeuge mit demselben Namen
Der Begriff Sitemap bündelt zwei unterschiedliche Werkzeuge, die sich den Namen teilen, aber nicht die Zielgruppe. Die XML-Sitemap ist eine Datei mit der Endung .xml, die die URLs der Website in einem maschinenlesbaren Format auflistet, gedacht für Crawler von Suchmaschinen, den Googlebot eingeschlossen, damit diese Seiten entdecken, ohne allein auf interne Links angewiesen zu sein. Jede URL kann zusätzliche Metadaten tragen, vor allem das Datum der letzten Änderung, das dem Crawler hilft zu entscheiden, was zuerst geprüft werden sollte.
Die HTML-Sitemap ist das genaue Gegenteil: eine ganz normale Seite der Website, sichtbar für jeden Besucher, die auf die wichtigsten Bereiche oder URLs verlinkt. Jahrelang war es üblich, sie im Footer als Navigations-Sicherheitsnetz einzubauen, besonders bei Websites mit schwacher Menüstruktur. Kein Crawler behandelt sie besonders; für Google ist sie einfach eine Seite wie jede andere, mit denselben internen Links.
Heute hat die HTML-Sitemap einen Großteil ihrer Daseinsberechtigung verloren. Ein gut gebautes Menü, eine funktionierende interne Suche und saubere interne Verlinkung decken denselben Navigationsbedarf ab, ohne eine eigene Seite zu brauchen. Sinn ergibt sie weiterhin bei sehr großen Websites mit hunderten Bereichen oder bei Projekten, in denen Barrierefreiheit einen klaren Weg zu jeder Seite in wenigen Klicks verlangt.
Wer im SEO-Kontext einfach nur Sitemap sagt, meint fast immer die XML-Variante. Sie ist es, die man an die Search Console übermittelt, die in der robots.txt auftaucht und die eigene technische Regeln hat: Größenlimits, alternative Formate und einen eigenen Bericht zur Nachverfolgung. Der Rest dieses Artikels konzentriert sich auf dieses Format und geht auf Unterschiede zur HTML-Variante nur dort ein, wo sie relevant sind.
