Zum Inhalt springen

Glossar First-Party-Daten

Was sind First-Party-Daten?

Definition

First-Party-Daten sind die Informationen, die ein Unternehmen unmittelbar von den Menschen erhebt, die mit seinen eigenen Kanälen in Kontakt treten, etwa Website, Shop, App oder Kundendienst, und die es in eigener Verantwortung aufbewahrt.

Auf dieser Seite 5
  1. Was First-Party-Daten bedeuten
  2. Wie sie erhoben werden
  3. Warum sie wichtig sind
  4. Gute Praxis
  5. Häufige Fehler
Kurz gefasst

First-Party-Daten sind die Daten, die ein Unternehmen in seinen eigenen Kanälen erhebt und in eigener Verantwortung hält, unter den Einwilligungsbedingungen, die das europäische Recht verlangt.

Was First-Party-Daten bedeuten

Das Wort „eigen“ meint nicht das rechtliche Eigentum am Datum, sondern die Herkunft der Beziehung: Die Person gibt die Information in einem Kanal ab, den das Unternehmen kontrolliert und in dem es weiß, mit wem es zu tun hat. Ein Angebotsformular, eine Bestellung im Shop, das Öffnen eines Newsletters, ein Anruf beim Support oder der auf der eigenen Domain gemessene Klickweg erzeugen First-Party-Daten.

Der Unterschied zu den beiden anderen Arten ist eine Frage der Weitergabekette. Second-Party-Daten sind die First-Party-Daten einer anderen Organisation, die diese vereinbarungsgemäß abgibt oder verkauft, etwa wenn eine Hotelkette Segmente an eine Partnerfluglinie weiterreicht; ihre Herkunft bleibt nachvollziehbar, doch das nutzende Unternehmen war bei der Erhebung nicht dabei. Third-Party-Daten stammen von Vermittlern, die sie aus vielen fremden Quellen zusammenführen und als fertige Zielgruppen weiterverkaufen; der Nutzer erfährt selten, welches Unternehmen sein Profil am Ende hält.

Daneben wird zunehmend eine vierte Kategorie genannt: erklärte Daten oder Zero-Party-Daten, die eine Person bewusst und freiwillig angibt, wenn sie an einer Umfrage teilnimmt oder ihre Einstellungen setzt. Technisch sind sie eine Teilmenge der First-Party-Daten, mit dem Unterschied, dass die Absicht erklärt und nicht abgeleitet ist.

Wie sie erhoben werden

Der Mechanismus besteht aus drei Teilen: einem Erhebungspunkt, einem Identifikator, der die Interaktionen derselben Person zusammenführt, und einem Speicher, in dem das Datum unter der Kontrolle des Unternehmens bleibt. Der Erhebungspunkt kann ein Formular, ein Kaufvorgang, eine Kontoanmeldung, ein Buchungssystem oder die Messung der eigenen Website sein. Als Identifikator dient meist die normalisierte E-Mail-Adresse, eine Kundennummer oder eine eigene Sitzungskennung. Üblicher Speicher ist das CRM, ein Data Warehouse oder eine Customer-Data-Platform.

Der rechtliche Rahmen in der Europäischen Union arbeitet in zwei Ebenen, die man nicht vermischen sollte. Die Richtlinie über die Privatsphäre in der elektronischen Kommunikation, in Spanien in Artikel 22.2 LSSI umgesetzt, regelt das Speichern von Informationen auf dem Endgerät und den Zugriff auf bereits gespeicherte: Sie verlangt eine vorherige informierte Einwilligung und sieht eine Ausnahme vor, wenn Speicherung oder Zugriff allein der Übertragung einer Nachricht über ein Netz dienen oder für einen ausdrücklich angeforderten Dienst unbedingt erforderlich sind. Die Regel bezieht sich unabhängig von der eingesetzten Technik auf das Endgerät und erfasst damit auch Verfahren des Geräte-Fingerprintings.

Die zweite Ebene ist die DSGVO. Sie regelt, was danach mit den entstandenen personenbezogenen Daten geschieht: Sie verlangt eine Rechtsgrundlage, einen festgelegten Zweck, Information der betroffenen Person und Grenzen der Speicherdauer. Dass ein Datum ein First-Party-Datum ist, nimmt es aus keiner der beiden Ebenen heraus.

Warum sie wichtig sind

Die am häufigsten wiederholte Begründung für Investitionen in First-Party-Daten ist seit Jahren falsch. Der Zeitplan für das Ende der Third-Party-Cookies in Chrome wurde mehrfach verschoben und schließlich gestrichen: Am 22. April 2025 teilte Google mit, den bisherigen Ansatz beizubehalten und keinen eigenen Hinweis einzuführen, über den Nutzer über Third-Party-Cookies entscheiden; die Cookies bleiben verfügbar und werden über die Datenschutzeinstellungen des Browsers verwaltet. Am 17. Oktober 2025 ging Google weiter und stellte zehn Privacy-Sandbox-Techniken ein, darunter Topics, Protected Audience und Attribution Reporting, also genau den Satz, der als Ersatz vorgestellt worden war. Im August 2026 gilt dieser Stand unverändert: Chrome blockiert Third-Party-Cookies nicht standardmäßig, und der angekündigte Ersatz existiert nicht mehr.

Die Entscheidung, die von First-Party-Daten abhängt, ist eine andere, und die hat sich nicht verschoben. Safari und Firefox schränken Third-Party-Cookies standardmäßig ein, die Zustimmungsquoten in den Einwilligungsbannern lassen einen Teil des Verkehrs ungemessen, und die Zuordnung über fremde Identifikatoren zerfällt, sobald der Weg über mehrere Geräte läuft. Wer wissen will, was ein Kunde wirklich wert ist, welcher Kanal die Wiederkäufer bringt und wen er ohne Vermittler ansprechen kann, braucht einen eigenen und eingewilligten Identifikator.

Gute Praxis

  • Lege den eindeutigen Identifikator fest, bevor du irgendetwas erhebst, in der Regel die normalisierte E-Mail-Adresse oder eine Kundennummer, und entscheide, wie die beteiligten Systeme darüber verbunden werden.
  • Frage nur ab, was du auch verwendest. Jedes zusätzliche Feld senkt die Ausfüllquote und erhöht den Aufwand für die Einhaltung der Vorgaben.
  • Speichere neben dem Datum den Zweck, das Datum der Erhebung und den Nachweis der Einwilligung, und sorge dafür, dass ein Widerruf an die angeschlossenen Systeme weitergereicht wird.
  • Biete eine echte Gegenleistung für die Anmeldung: Preis, Verfügbarkeit, einen Konfigurator, eine Auswertung. Ein Formular ohne Gegenleistung erzeugt falsche Adressen.
  • Miss die Qualität und nicht die Menge: Anteil geprüfter Adressen, erkannte Dubletten, Datensätze mit mindestens einem zugeordneten Kauf.
  • Lege Aufbewahrungsfristen je Zweck fest und automatisiere das Löschen, statt es einer jährlichen Durchsicht von Hand zu überlassen.

Häufige Fehler

  • Eine gekaufte Liste als First-Party-Daten bezeichnen. Die Herkunft ändert ihre Natur nicht dadurch, dass man die Liste ins CRM importiert.
  • Die Einwilligung als einmaligen Vorgang behandeln. Ändern sich die Zwecke oder die beteiligten Dritten, beschreibt die Information, auf deren Grundlage sie erteilt wurde, nicht mehr das tatsächliche Geschehen.
  • Getrennte Silos aus Shop, Newsletter, Support und CRM ohne gemeinsamen Schlüssel betreiben, sodass dieselbe Person als vier verschiedene Kunden erscheint und alle Wertberechnungen zu niedrig ausfallen.
  • Das Vorhaben mit dem Verschwinden der Cookies begründen und ohne Begründung dastehen, sobald jemand nachprüft, dass es nicht eingetreten ist.
  • Felder anhäufen, die keine Entscheidung speisen. Ein Datum, das niemand nutzt, ist gespeichertes Risiko ohne Gegenwert.
Manuel Riveiro Rodriguez CEO & Digital Strategist

Eine technische Prüfung sieht sich das und alles Weitere in einem Durchgang an.

Audit anfragen

Häufige Fragen

Brauche ich eine Einwilligung, um First-Party-Daten zu nutzen?

Das hängt vom Vorgang ab. Das Schreiben oder Lesen von Informationen auf dem Endgerät verlangt eine vorherige informierte Einwilligung, es sei denn, es dient allein der Übertragung über das Netz oder ist für den ausdrücklich angeforderten Dienst unbedingt erforderlich. Die spätere Verarbeitung personenbezogener Daten braucht zusätzlich eine gültige Rechtsgrundlage nach der DSGVO, die nicht immer die Einwilligung ist.

Sind die Third-Party-Cookies in Chrome inzwischen verschwunden?

Nein. Google kündigte am 22. April 2025 an, den bisherigen Ansatz beizubehalten und keinen eigenen Hinweis zu Third-Party-Cookies auszuspielen, und stellte am 17. Oktober 2025 zehn Privacy-Sandbox-Techniken ein. Im August 2026 unterstützt Chrome sie weiterhin, und der Nutzer steuert sie über die Datenschutzeinstellungen.

Worin unterscheiden sich First-Party-Daten und Zero-Party-Daten?

Zero-Party-Daten sind der Teil, den die Person bewusst erklärt: Vorlieben, Kaufabsicht, Größe, Budget. Die übrigen First-Party-Daten werden aus ihrem Verhalten beobachtet, etwa aus den aufgerufenen Seiten oder aus der Bestellhistorie. Beide entstehen in eigenen Kanälen, und deshalb sind die Zero-Party-Daten eine Teilmenge der First-Party-Daten.

Wie viele Datensätze braucht man, damit First-Party-Daten etwas bringen?

Eine allgemeingültige Schwelle gibt es nicht. Ein Geschäft mit hohem Warenkorb kann mit einigen hundert identifizierten Kunden entscheiden, während eine personalisierte Werbezielgruppe meist größere Mengen braucht, um überhaupt ausgespielt zu werden. Über den Nutzen entscheidet der Anteil zusammengeführter und aktueller Datensätze, nicht die rohe Zahl.

Darf ich meine First-Party-Daten auf externen Werbeplattformen aktivieren?

Es ist üblich, Kundenlisten in verschlüsselter Form hochzuladen, um Zielgruppen zu bilden oder Conversions zu messen. Diese Weitergabe ist eine neue Verarbeitung mit eigenem Zweck und eigener Rechtsgrundlage, und die Information, die der Nutzer bei der Erhebung erhalten hat, muss diese Nutzung abdecken. Das gehört geprüft, bevor Systeme verbunden werden.

Quellen

  1. Ankündigung von Google vom 22. April 2025, den bisherigen Ansatz zu Third-Party-Cookies in Chrome beizubehalten und auf einen eigenen Auswahlhinweis zu verzichten.
  2. Aktualisierung von Google vom 17. Oktober 2025, mit der zehn Privacy-Sandbox-Techniken eingestellt werden, darunter Topics, Protected Audience und Attribution Reporting, während CHIPS, FedCM und Private State Tokens bleiben.
  3. Cookie-Leitfaden der spanischen Datenschutzbehörde AEPD, Stand Mai 2024, mit dem Wortlaut von Artikel 22.2 LSSI, seinen Ausnahmen und der Anwendung auf Fingerprinting.