Was der EAA ist und was er nicht regelt
Die Abkürzung EAA steht für European Accessibility Act. Es handelt sich um eine Richtlinie, nicht um eine Verordnung, und diese Unterscheidung hat praktische Folgen: Sie gilt für ein spanisches Unternehmen nicht unmittelbar. Verpflichtend ist in Spanien die umsetzende Norm, Titel I des Gesetzes 11/2023 vom 8. Mai. Wenn eine Ausschreibung, ein Kunde oder ein Prüfer nach dem EAA fragt, steht die Antwort auf spanischem Gesetzestext.
Eine Verwechslung taucht in fast jedem Projekt auf. Die Barrierefreiheit der Websites des öffentlichen Sektors kommt in Spanien aus dem Real Decreto 1112/2018, das eine frühere Richtlinie umsetzt, die 2016/2102. Der EAA ist das fehlende Stück für den privaten Bereich, und seine Logik ist eine andere: Er erfasst nicht «die Websites» pauschal, sondern eine abschließende Liste von Produkten und von Dienstleistungen für Verbraucher.
Eine weitere wichtige Grenze: Die Norm enthält keine technischen Kriterien. Anhang I legt funktionale Anforderungen als Ergebnisvorgaben fest, das Detail kommt auf anderem Weg. Artikel 17 vermutet die Konformität derjenigen, die harmonisierte Normen erfüllen, deren Fundstellen im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht sind; diese Rolle übernimmt die EN 301 549 und darin die WCAG.
Dieser Beitrag beschreibt den allgemeinen Rahmen; die Einordnung eines konkreten Falls gehört in eine juristische Prüfung.