UX als breiter Oberbegriff: Abgrenzung zu den drei technischen Teilaspekten
UX ist die Abkürzung für „User Experience", auf Deutsch Nutzererfahrung. Der Begriff umfasst alles, was eine Person beim Gebrauch eines digitalen Produkts wahrnimmt, denkt und fühlt: vom ersten Blick auf die Seite bis zu dem Moment, in dem sie findet, oder nicht findet, wonach sie gesucht hat. Es ist ein menschlicher, subjektiver Begriff, auch wenn er sich mit Methode beobachten und verbessern lässt.
Der Begriff hat einen konkreten Ursprung. Anfang der 1990er-Jahre arbeitete der Kognitionswissenschaftler Don Norman bei Apple mit dem Jobtitel „User Experience Architect", dem ersten Jobtitel der Geschichte mit dieser Bezeichnung, wobei die Abkürzung „UX" damals noch nicht existierte. Von dort verbreitete sich der Begriff über die gesamte digitale Branche, um etwas Größeres zu beschreiben als die Gestaltung eines Bildschirms: die vollständige Erfahrung einer Person mit einem Produkt oder Dienst.
Hier lohnt sich die Trennung der Begriffe. Core Web Vitals, Page Speed und Responsive Design sind technische, messbare Bausteine innerhalb der UX, keine Synonyme dafür. Core Web Vitals misst mit konkreten Zahlen Ladegeschwindigkeit, Reaktionsfähigkeit und visuelle Stabilität einer Seite. Page Speed ist der breitere Begriff für Ladegeschwindigkeit, von dem Core Web Vitals nur der Teil ist, den Google in einen messbaren Rankingfaktor verwandelt hat. Responsive Design ist die Entwicklungstechnik, die dasselbe HTML per CSS an jede Bildschirmgröße anpasst. Alle drei beschreiben technische Aspekte, die sich mit einem automatischen Tool prüfen lassen.
UX dagegen lässt sich nicht vollständig mit einem automatischen Tool messen, weil sie menschliche Urteile einschließt: ob das Menü Sinn ergibt, ob der Text Vertrauen weckt, ob der Nutzer versteht, wo er sich befindet und was als Nächstes möglich ist. Eine Seite kann alle drei oben verlinkten technischen Artikel bestehen, schnell laden, keine Elemente verschieben und auf dem Smartphone gut aussehen, und trotzdem schlechte UX haben, wenn ihr Menü verwirrend ist, ihr Inhalt schlecht geschrieben ist oder sie beim Besucher kein Vertrauen aufbaut.
