Die drei Modelle der URL-Struktur für internationale Websites
Die erste Entscheidung in jedem Projekt für internationales SEO ist, wo die verschiedenen Versionen der Website liegen sollen, denn davon hängt ein großer Teil des späteren Aufwands ab. Es gibt drei Modelle, und jedes verteilt das geografische Signal, die Betriebskosten und die angesammelte Domain-Autorität unterschiedlich.
Das erste Modell ist die länderspezifische Domain oder ccTLD, zum Beispiel beispiel.de für Deutschland und beispiel.fr für Frankreich. Sie liefert das stärkste geografische Signal überhaupt: Google interpretiert die ccTLD als eindeutige Marktaussage, ohne zusätzliche Konfiguration zu benötigen. Der Preis dafür ist hoch, gleich in zwei Punkten. Jede Domain muss gekauft, verlängert und in manchen Ländern lokal gehostet werden, und jede Version startet bei der Autorität bei null, weil Backlinks auf beispiel.de nichts zu beispiel.fr beitragen. Sechs oder sieben ccTLDs mit aktuellem Content zu pflegen bedeutet in der Praxis, sechs oder sieben eigenständige Websites zu betreiben.
Das zweite Modell ist die Subdomain, zum Beispiel de.beispiel.com für den deutschen Markt. Sie lässt sich mit einem einfachen DNS-Eintrag einrichten, ohne neue Domains kaufen zu müssen. Das geografische Signal liegt in der Mitte: Es lässt sich über die länderspezifische Einstellung in der Search Console verstärken, hat aber nicht das automatische Gewicht einer ccTLD. Bei der Autorität behandeln Suchmaschinen jede Subdomain als teilweise eigenständige Einheit, sodass auch hier kein vollständiger Übertrag zwischen den Versionen stattfindet, auch wenn SSL-Zertifikat, Server und meist auch das Design-Template gemeinsam genutzt werden.
Das dritte Modell ist der Unterordner, zum Beispiel beispiel.com/de/ für den deutschen Markt. Er ist mit Abstand am einfachsten zu pflegen: eine einzige Installation, ein Zertifikat, ein Analytics-Konto für die ganze Website. Die gesamte Autorität aus Backlinks, Erwähnungen und dem Alter der Domain sammelt sich an einem Ort und kommt allen Sprachversionen gleichermaßen zugute. Das geografische Signal ist von den drei Modellen das schwächste und hängt fast vollständig von hreflang und von Content-Signalen wie der Textsprache, der Währung oder der lokalen Telefonnummer ab. Genau dieses Modell nutzt zds.es selbst: /que-es-seo-internacional für Spanisch und /de/was-ist-internationales-seo/ für Deutsch, unter derselben Domain und mit gemeinsamer Autorität.
Es gibt kein Modell, das grundsätzlich besser ist, und die Wahl ohne Rücksicht auf die eigenen Ressourcen zu treffen, ist der teuerste Fehler im ganzen Prozess. Ein internationaler Konzern mit lokalen Teams in jedem Land, eigenem SEO-Budget pro Markt und dem Bedarf an maximaler Markendifferenzierung rechtfertigt oft den Aufwand mehrerer ccTLDs. Ein Unternehmen, das seine drei oder vier Hauptsprachen von einer zentralen Website aus ausbaut, ohne eigenes Team in jedem Land, fährt fast immer besser mit Unterordnern: weniger Pflegeaufwand und geteilte Autorität von Anfang an. Die Subdomain bleibt der Mittelweg, sinnvoll wenn es technische Gründe für getrennte Infrastruktur gibt, etwa ein anderes CMS pro Region, aber kein Budget für eigenständige Domains.
Drei Modelle, und jedes verteilt dieselben drei Größen anders. Keines ist richtig, sie kosten nur an verschiedenen Stellen.
ccTLD
beispiel.de
Google liest die Länderdomain als eindeutige Marktaussage, ohne Konfiguration. Jede Domain muss gekauft und gepflegt werden.
Subdomain
de.beispiel.com
Ein DNS-Eintrag genügt. Das Signal lässt sich in der Search Console verstärken, hat aber nicht das automatische Gewicht einer ccTLD.
Unterordner
beispiel.com/de/
Eine Installation, ein Zertifikat, ein Analytics-Konto. Alles aus Backlinks, Erwähnungen und Domainalter kommt allen Sprachversionen zugute.
