Zum Inhalt springen

Glossar Domain

Was ist eine Domain?

Definition

"Domain" meint im Alltag den eindeutigen Namen einer Website, etwa zds.es. Der Begriff bezeichnet aber auch die technische Ebene dahinter (TLD, Second-Level-Domain, Subdomain) und die Einheit, auf die sich SEO-Kennzahlen wie Domain Authority, Domain Rating oder Referring Domains beziehen. Alle drei Bedeutungen überlappen sich im Sprachgebrauch, meinen aber nicht dasselbe.

Ein Messingschild an einer Steinwand, die Gravurfläche leer — daneben der Titel Domain
Eine gemietete Adresse: sie wird verlängert, nicht gekauft
Auf dieser Seite 5
  1. Die drei Dinge, die mit "Domain" gemeint sein können
  2. Wie eine Domain aufgebaut ist: TLD, Second-Level-Domain und Subdomain
  3. Warum SEO-Kennzahlen auf Domain-Ebene messen und nicht nur auf URL-Ebene
  4. Best Practices für den Umgang mit Domains
  5. Häufige Fehler beim Umgang mit Domains
Kurz gefasst

Für die meisten ist eine Domain einfach die Adresse einer Website. Im SEO ist sie zusätzlich die Einheit, auf der Tools Kennzahlen wie Domain Authority oder Domain Rating berechnen, etwas anderes als eine vollständige URL oder eine Subdomain, auch wenn die drei Begriffe im Alltag ständig durcheinandergeraten.

Ein Messingschild an einer Steinwand, die Gravurfläche leer — daneben der Titel Domain
Eine gemietete Adresse: sie wird verlängert, nicht gekauft

Die drei Dinge, die mit "Domain" gemeint sein können

Im gängigsten Sinn ist eine Domain schlicht der Name einer Website: zds.es, google.com, wikipedia.org. Das ist es, was jemand in die Adresszeile des Browsers tippt oder auf einer Visitenkarte neben dem Firmennamen liest. Eine Domain zu registrieren heißt, bei einem Registrar wie Namecheap oder über die Weboberfläche eines Hosting-Anbieters für das Nutzungsrecht zu zahlen, meist für ein Jahr, verlängerbar. Besitz im eigentlichen Sinn gibt es dabei nicht: Wer nicht rechtzeitig verlängert, verliert die Domain, und sie wird für andere frei. Das ist die Bedeutung, die praktisch jeder im Kopf hat, wenn er fragt: "Wie lautet eure Domain?"

Unter diesem Namen liegt eine hierarchische technische Struktur, Teil des Domain Name System, kurz DNS: der verteilten Datenbank, die lesbare Namen in IP-Adressen übersetzt, damit Browser wissen, mit welchem Server sie sich verbinden sollen. Eine Domain wie zds.es zerfällt in eine Top-Level-Domain (.es), eine Second-Level-Domain (zds) und optional eine oder mehrere vorangestellte Subdomains, etwa blog.zds.es oder de.zds.es. Der nächste Abschnitt geht diese Struktur Stück für Stück durch, weil sie die Grundlage für alles Weitere im Artikel bildet.

Im SEO-Kontext bekommt Domain eine dritte Bedeutung: Sie ist die Einheit, auf der Autoritäts- und Linkmetriken berechnet werden. Wenn ein Tool wie Ahrefs oder Moz von Referring Domains, Domain Rating oder Domain Authority spricht, zählt es keine einzelnen Seiten oder URLs, sondern ganze Domains. Genau das erklärt, warum der Begriff in praktisch jedem SEO-Glossar oder -Report auftaucht: nicht als Synonym für "Website", sondern als Maßeinheit, die Autorität, Vertrauen und eingehende Links für eine gesamte Domain bündelt.

Diese drei Bedeutungen zu vermischen führt im Agentur- oder Team-Alltag regelmäßig zu Missverständnissen. Fragt ein Kunde "ist meine Domain gut?", kann er den Namen meinen, ob er einprägsam ist, die technische DNS-Konfiguration, ob sie sauber läuft, oder das Domain Rating im Vergleich zur direkten Konkurrenz. Jede Frage verlangt eine andere Antwort und andere Daten. Die drei Ebenen vor der Antwort zu trennen verhindert vage oder schlicht falsche Aussagen, besonders im ersten Gespräch mit einem neuen Kunden.

Wie eine Domain aufgebaut ist: TLD, Second-Level-Domain und Subdomain

Eine Domain wird von rechts nach links gelesen und besteht aus durch Punkte getrennten Labels. Bei zds.es ist ".es" die Top-Level-Domain, kurz TLD: der Teil ganz rechts, der die Kategorie oder das Land des Registers angibt. "zds" ist die Second-Level-Domain, kurz SLD: der eigentliche Name, den ein Unternehmen oder eine Person wählt und registriert. Zusammen bilden zds.es die sogenannte Root-Domain oder registered domain, die kleinste Einheit, die sich bei einem akkreditierten Registrar registrieren und bezahlen lässt.

TLDs teilen sich in mehrere Familien auf. Generische TLDs, gTLDs, wie .com, .org oder .net verlangen keine besonderen Voraussetzungen und gehören seit Jahrzehnten zu den weltweit meistgenutzten. Länder-TLDs, ccTLDs, wie .es, .de oder .fr, kennzeichnen eine konkrete Region, und manche davon, etwa .de, unterliegen zusätzlichen Registrierungsregeln der zuständigen nationalen Stelle. Seit 2012 gibt es außerdem eine Welle neuer thematischer gTLDs wie .shop, .digital oder .agency, die den Namen mit geschäftlichem Kontext anreichern sollen, statt sich allein auf die Verfügbarkeit einer .com-Adresse zu verlassen.

Eine Subdomain ist ein zusätzliches Label, das vor die Second-Level-Domain gesetzt wird, getrennt durch einen Punkt: blog.zds.es, de.zds.es, shop.zds.es. Technisch entsteht sie über einen DNS-Eintrag, meist vom Typ A oder CNAME, den der Domaininhaber frei über sein Verwaltungspanel anlegt, ohne dafür etwas Neues zu registrieren oder erneut an einen Registrar zu zahlen. Damit lassen sich beliebig viele Subdomains anlegen, fast ohne Kosten oder Aufwand, und sie sind innerhalb von Minuten aktiv oder wieder deaktiviert.

Hier liegt die Nuance, die am häufigsten verwechselt wird: Eine Subdomain ist keine eigenständige Domain, sondern eine Unterteilung innerhalb derselben registrierten Domain. blog.zds.es gehört weiterhin zu zds.es, teilt sich dieselbe Registrierung, denselben Inhaber und meist dieselbe DNS-Zone. Das unterscheidet sich von einer neuen Domain, zum Beispiel blogzds.es, die eine eigene Registrierung und eine eigene Zahlung erfordern würde und technisch in keiner automatischen Beziehung zu zds.es stünde, selbst wenn der Name ähnlich klingt.

In der Praxis nutzen Unternehmen Subdomains, um Umgebungen oder Funktionen zu trennen, ohne die Hauptdomain zu verlassen: app.zds.es für eine Anwendung, api.zds.es für eine Programmierschnittstelle, es.zds.es oder de.zds.es für Sprachversionen. All das bleibt unter dem Dach von zds.es, auch wenn jede Subdomain auf einen anderen Server oder sogar einen anderen Hosting-Anbieter als die Hauptseite zeigen kann.

Warum SEO-Kennzahlen auf Domain-Ebene messen und nicht nur auf URL-Ebene

SEO-Tools berechnen Autoritätskennzahlen wie Domain Authority oder Domain Rating auf Domain-Ebene, nicht auf Seitenebene, weil der Großteil des Vertrauens, das ein Linkprofil transportiert, der gesamten Website zugerechnet wird und nicht einer einzelnen URL. Verlinken viele unterschiedliche Websites auf mehrere Seiten derselben Domain, summiert sich diese Stärke für die Domain als Ganzes; eine neue Seite ohne eigene Links kann durch interne Verlinkung trotzdem von dieser angesammelten Reputation profitieren. Nur auf URL-Ebene zu messen würde dieses aggregierte Signal verschenken und ein unvollständiges Bild der tatsächlichen Stärke einer Website liefern.

Deshalb zählen Kennzahlen wie Referring Domains einzigartige verlinkende Domains, keine einzelnen Links. Verlinkt dieselbe Website zehnmal auf eine Domain, zählen diese zehn Links als ein einziges Referring Domain: Entscheidend ist die Vielfalt der externen Quellen, nicht die reine Linkmenge, weil zehn Links von einer einzigen Website deutlich weniger wiegen als zehn Links von zehn verschiedenen Websites. So verhindert die Kennzahl, dass ein künstlich durch eine einzige Quelle aufgeblähtes Linkprofil stärker wirkt, als es tatsächlich ist.

Domain und URL sind nicht dasselbe, auch wenn sie im Alltagsgespräch austauschbar verwendet werden. Eine URL enthält das Protokoll, die Domain, den Pfad und manchmal zusätzliche Parameter: In https://zds.es/blog/artikel?utm_source=newsletter ist nur "zds.es" die Domain; alles danach, /blog/artikel und der Parameter, gehört zur URL, aber nicht zur Domain. Ein und dieselbe Domain kann tausende unterschiedliche URLs haben, jede mit eigenem Inhalt, während alle dieselbe Root-Domain teilen und einen Teil ihrer angesammelten Reputation erben.

Auch Domain und Hostname sind keine exakten Synonyme. Hostname ist die vollständige Adresse eines Servers innerhalb eines Netzwerks und schließt jede vorhandene Subdomain ein: Bei blog.zds.es ist "blog.zds.es" der vollständige Hostname, während "zds.es" die registrierte Domain ist, zu der dieser Hostname gehört. Anders gesagt: Jede registrierte Domain kann selbst als Hostname fungieren, wenn keine Subdomain davorsteht, aber ein Hostname mit Subdomain ist keine eigenständige registrierte Domain, sondern gehört weiterhin zu ein und derselben Registrierung und demselben Inhaber.

Diese Unterscheidung zwischen Domain, Subdomain und Hostname hat eine praktische Konsequenz, die im SEO viel diskutiert wird: den Unterschied zwischen Inhalten auf einer Subdomain und Inhalten in einem Unterordner der Hauptdomain. Google hat mehrfach erklärt, unter anderem in Office Hours aus dem Jahr 2018, dokumentiert von Search Engine Journal, dass Subdomains und Unterordner für das Ranking gleich behandelt werden, und dass man das intern "gleich sehe". Drittanbieter-Tools wie Ahrefs oder Moz folgen dieser Logik allerdings nicht immer: Für sie kann eine Subdomain ein eigenes Set an Referring Domains und ein eigenes Domain Rating erzeugen, getrennt von der Hauptdomain, weil sie technisch als eigenständige Einheit im Link-Index geführt wird. Dieser Unterschied zwischen Googles Behandlung und der Messung durch ein Drittanbieter-Tool erklärt einen großen Teil der Verwirrung darüber, ob blog.meinedomain.com oder meinedomain.com/blog für ein neues Projekt sinnvoller ist.

Best Practices für den Umgang mit Domains

  • Zwischen Subdomain und Unterordner nach dem tatsächlichen Ziel des Inhalts entscheiden, nicht nur nach technischer Bequemlichkeit, und dabei berücksichtigen, dass Drittanbieter-Tools beide als getrennte Einheiten messen können.
  • Sowohl die www- als auch die Nicht-www-Version der Domain in der Google Search Console verifizieren und die nicht genutzte Variante per 301-Weiterleitung konsolidieren.
  • Die Domain rechtzeitig verlängern und eine Transfersperre aktivieren, damit sie nicht versehentlich abläuft.
  • Regelmäßig prüfen, welche Subdomains tatsächlich existieren und ob sie noch einen Zweck erfüllen, statt vergessene Test-Subdomains anzuhäufen.
  • Bei der Bewertung einer Domain für Linkkauf oder eine Übernahme die gesamte Root-Domain betrachten, nicht nur die konkrete Seite von Interesse.
  • Relevante TLD-Varianten der Marke registrieren, etwa .com und .de, und sie vor Typosquatting schützen.

Häufige Fehler beim Umgang mit Domains

  • Subdomain und Unterordner bei der Verteilung der Autorität einer Website verwechseln und annehmen, blog.domain.com erbe automatisch das gesamte Domain Rating von domain.com.
  • Domain und URL im Gespräch mit Kunden oder im Report als Synonyme behandeln.
  • Davon ausgehen, dass Hostname und Domain exakt dasselbe sind, und dabei ignorieren, dass ein Hostname eine Subdomain enthalten kann.
  • Eine abgelaufene Domain allein wegen hoher Domain Authority oder hohem Domain Rating kaufen, ohne die Historie auf Parking-Seiten, früheren Spam-Content oder Abstrafungen zu prüfen.
  • Die Domain durch verpasste Verlängerung verfallen lassen und Dritten die Registrierung ermöglichen.
  • Subdomains ohne Strategie vervielfachen und dadurch Links und Signale zersplittern, die sich in einer einzigen Domain bündeln ließen.
Manuel Riveiro Rodriguez CEO & Digital Strategist

Eine technische Prüfung sieht sich das und alles Weitere in einem Durchgang an.

Audit anfragen

Häufige Fragen

Ist eine Domain dasselbe wie eine Website?

Nein. Die Domain ist die Adresse, etwa zds.es; die Website ist der Inhalt, der unter dieser Adresse liegt. Eine einzige Domain kann tausende unterschiedliche Seiten enthalten.

Zählt eine Subdomain im SEO als eigene Domain?

Das hängt davon ab, wer misst. Google behandelt Subdomain und Hauptdomain für das Ranking als Teil derselben Website. Tools wie Ahrefs oder Moz können dagegen ein eigenes Domain Rating oder eine eigene Domain Authority pro Subdomain berechnen, weil sie sie als getrennte Einheiten in ihrem Link-Index führen.

Was unterscheidet Domain und Hostname?

Die Domain ist der registrierte Name, zds.es. Der Hostname ist die vollständige Adresse eines konkreten Servers und kann eine Subdomain enthalten, etwa blog.zds.es. Jede Domain kann als Hostname fungieren, aber nicht jeder Hostname ist selbst eine registrierte Domain.

Wie registriert man eine Domain?

Über einen akkreditierten Registrar, etwa Namecheap, GoDaddy oder direkt im Panel eines Hosting-Anbieters, gegen eine wiederkehrende Gebühr für das Nutzungsrecht. Dauerhaftes Eigentum gibt es nicht: Ohne Verlängerung geht die Domain verloren.

Was ist eine Root-Domain?

Die kleinste Kombination aus Second-Level-Domain und TLD, ohne Subdomain: zds.es ist die Root-Domain sowohl von blog.zds.es als auch von app.zds.es, und genau diese Einheit nutzen SEO-Tools meist, um Kennzahlen zu bündeln.