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Glossar Ankertext

Anchor Text: Definition, Typen und wie viel Exact Match noch natürlich wirkt

Definition

Anchor Text (Ankertext) ist der sichtbare, klickbare Text eines Hyperlinks. Für Google ist er ein Kontextsignal: Er verrät, worum es auf der verlinkten Seite geht, und beeinflusst dadurch das Ranking.

Ein lederner Gepäckanhänger an einem Koffer, das Schild leer — daneben der Titel Anchor Text
Das Etikett verspricht, was drin sein soll
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  1. Was Anchor Text ist und warum er für Barrierefreiheit zählt
  2. Die Anchor-Text-Typen und wie sie sich in einem natürlichen Linkprofil verteilen
  3. Warum Exact-Match-Anchor-Text seit Penguin ein Risiko ist
  4. Best Practices für Anchor Text
  5. Häufige Fehler beim Anchor Text
Kurz gefasst

Dieser Artikel erklärt nicht nur, was Ankertext ist, sondern auch, warum eine zu aggressive Keyword-Optimierung im Ankertext seit den Penguin-Updates von Google bestraft werden kann und wie eine natürliche Ankertext-Verteilung tatsächlich aussieht.

Ein lederner Gepäckanhänger an einem Koffer, das Schild leer — daneben der Titel Anchor Text
Das Etikett verspricht, was drin sein soll

Was Anchor Text ist und warum er für Barrierefreiheit zählt

Der Ankertext ist der Teil eines Links, auf den man klickt: das blau unterstrichene Wort, der Satzfragment oder der Button-Text. Technisch steckt er im <a>-Tag zwischen den öffnenden und schließenden Klammern, etwa <a href="...">Ankertext</a>. Zusätzlich gibt es das title-Attribut, das beim Hovern als Tooltip erscheint, aber für Google ein deutlich schwächeres Signal ist als der sichtbare Linktext selbst.

Für Suchmaschinen ist der Ankertext seit den Anfängen von PageRank eine der wichtigsten Quellen, um zu verstehen, wovon eine verlinkte Seite handelt. Verlinken zehn unabhängige Seiten ein Dokument mit dem Text „Buchhaltungssoftware für Freelancer", ordnet Google diesem Dokument thematisch genau dieses Feld zu, unabhängig davon, was auf der Seite selbst steht. Das macht Ankertext zu einem der wenigen Rankingfaktoren, den man beim Empfänger eines Links nicht direkt kontrolliert, sondern nur beeinflusst, etwa durch Linkbuilding-Outreach oder redaktionelle Erwähnungen.

Wichtig ist die Abgrenzung zum Linkziel: Der Ankertext beschreibt den Inhalt der Zielseite aus Sicht des Verlinkenden, nicht aus Sicht des Betreibers. Genau diese externe Perspektive macht ihn wertvoll und gleichzeitig manipulierbar.

Google wertet dabei nicht nur den Ankertext selbst, sondern auch Wörter direkt vor und nach dem Link als schwächeres, ergänzendes Kontextsignal, ein Effekt, den man in der SEO-Praxis Co-Occurrence nennt. Das erklärt, warum ein generischer Anker wie „hier weiterlesen" in einem thematisch klaren Satz trotzdem funktioniert: Der umgebende Text liefert nach, was der Ankertext allein nicht zeigt.

Nicht jeder Link hat sichtbaren Text. Verlinkt ein Bild eine andere Seite, etwa ein Produktfoto, das zur Kategorieseite führt, übernimmt in den meisten Fällen der Alt-Text des Bildes die Funktion des Ankertexts. Fehlt auch dieser, bleibt für Google und für Screenreader nur der Kontext der umliegenden Seite übrig, ein deutlich schwächeres Signal. Bei Bild-Links lohnt es sich deshalb, den Alt-Text so zu behandeln wie den Ankertext eines Textlinks: beschreibend, aber nicht mit demselben Keyword auf jeder einzelnen Seite.

Ankertext ist außerdem ein Barrierefreiheits-Thema. Screenreader lesen Nutzern mit Sehbehinderung oft nur die Linkliste einer Seite vor, ohne den umgebenden Fließtext. Ein Ankertext wie „hier klicken" ist in diesem Kontext bedeutungslos, während „Preisliste für Firmenkunden" sofort erkennen lässt, wohin der Link führt. Gute Ankertext-Praxis ist damit nicht nur eine SEO-Frage, sie verbessert auch die Nutzbarkeit der Seite für ein Publikum, das sie anders konsumiert als ein sehender Nutzer mit Maus.

Die Anchor-Text-Typen und wie sie sich in einem natürlichen Linkprofil verteilen

In der Praxis unterscheidet man mehrere Ankertext-Typen. Der Markenanker nutzt den Firmen- oder Markennamen, etwa „ZDS" oder „ZDS Digital". Die nackte URL zeigt die Webadresse selbst als Linktext, etwa „https://zds.es". Generische Anker verwenden Phrasen ohne Keyword-Bezug wie „hier klicken", „mehr erfahren" oder „diese Seite". Der partielle Match enthält einen Teil des Zielkeywords eingebettet in einen natürlichen Satz, etwa „ein Leitfaden zur internen Verlinkung". Der Exact Match dagegen verwendet das Zielkeyword eins zu eins, etwa „Anchor Text" als Linktext auf genau diesen Artikel.

Ein natürliches Backlinkprofil, das ohne gezielte Steuerung entsteht, mischt diese Typen. Journalisten, Blogger und andere Website-Betreiber verlinken meist mit dem Markennamen, der nackten URL oder einer generischen Formulierung, weil sie beim Schreiben nicht an SEO-Keywords denken. Exact-Match-Anker sind in einem organisch gewachsenen Profil die Ausnahme, nicht die Regel. Als grobe Branchenfaustregel kursiert ein Anteil von etwa ein bis fünf Prozent Exact Match am Gesamtprofil (nicht von Google offiziell bestätigt, aber breit in der SEO-Branche zitiert). Entscheidender als eine exakte Zahl ist das Verhältnis: Dominiert der Exact-Match-Anker das Profil, wirkt das gesteuert statt gewachsen.

Diese natürliche Mischung ist auch der Grund, warum aggressive Linkbuilding-Kampagnen, die jeden Link mit demselben Keyword-Ankertext bestücken, ein verräterisches Muster hinterlassen. Ein echtes Publikum verlinkt nicht einheitlich, es verlinkt unterschiedlich.

Die tatsächliche Verteilung hängt außerdem von Größe und Bekanntheit der Domain ab. Eine etablierte Marke wie ein großer Online-Shop bekommt automatisch viele Markenanker, weil Nutzer und Presse den Firmennamen kennen und nennen. Eine neue oder lokale Website hat diesen Vorteil noch nicht, bei ihr fallen mehr generische Anker und nackte URLs an, weil sie noch keinen etablierten Namen hat, an den sich jemand erinnert. Auch das Tempo spielt eine Rolle: Ein Link-Zuwachs, bei dem plötzlich innerhalb weniger Wochen Dutzende Links mit demselben Exact-Match-Anker entstehen, wirkt für ein Algorithmus-Muster verdächtiger als derselbe Zuwachs über zwei Jahre verteilt.

Ein Beispiel aus der Praxis: Ein mittelständischer Möbelhändler bekommt über zwei Jahre organisch 40 Backlinks. Zwölf davon nennen den Firmennamen, zehn zeigen die nackte Domain, neun nutzen generische Formulierungen wie „hier bestellen" oder „zum Shop", sechs enthalten eine Teil-Keyword-Phrase wie „nachhaltige Massivholzmöbel aus dieser Kollektion" und nur drei verwenden exakt die Zielkeyword-Phrase „Massivholzmöbel kaufen". Dieses Verhältnis, Marke und generisch als größte Blöcke, Exact Match als kleinste Gruppe, ist typisch für ein Profil, das durch echte Erwähnungen und nicht durch gekaufte Platzierungen entstanden ist.

Neben den fünf Grundtypen gibt es noch die semantische Variante: Ankertext, der ein verwandtes Wort statt der exakten Keyword-Phrase nutzt, etwa „Holzmöbel" statt „Massivholzmöbel kaufen". Google versteht solche Synonyme und thematisch verwandte Begriffe seit Längerem gut genug, um sie derselben Zielseite zuzuordnen, ohne dass eine wortidentische Übereinstimmung nötig wäre. Wer aktiv Ankertext für Linkbuilding formuliert, kann diese Variante gezielt einsetzen, um die Keyword-Nähe zu behalten, ohne in Richtung Exact Match abzurutschen. Bei der Länge gibt es keine feste Zeichenanzahl, aber kurz und präzise schlägt lang und vollständig ausformuliert: Zwei bis fünf Wörter reichen meist, um das Thema der Zielseite erkennbar zu machen, ohne den umgebenden Satz zu sprengen.

Die Arten von Anchor Text und ihre Rolle im Profil

Warum Exact-Match-Anchor-Text seit Penguin ein Risiko ist

Google hat Ankertext-Manipulation gezielt bekämpft, seit klar wurde, dass Linkbuilding-Agenturen exakte Keyword-Anker in großen Mengen kauften, um Rankings direkt zu steuern. Das erste Penguin-Update ging am 24. April 2012 live (geprüft) und richtete sich explizit gegen unnatürliche Linkmuster, Ankertext-Spam eingeschlossen. Seiten mit auffällig vielen Exact-Match-Ankern verloren teils über Nacht ihre Rankings.

Nach mehreren Nachfolgeversionen wurde Penguin am 23. September 2016 in den Google-Kernalgorithmus integriert und arbeitet seitdem in Echtzeit (geprüft). Der Effekt hat sich seither verschoben: Statt eine ganze Domain abzustrafen, entwertet Google heute eher gezielt die verdächtigen Links selbst, sie zählen für das Ranking schlicht nicht mehr. Das senkt zwar das Risiko einer Komplettabstrafung, macht Ankertext-Spam aber nicht risikofrei, denn ein auffälliges Muster über viele Links hinweg bleibt ein Signal, das Google bei der Bewertung der gesamten Linkqualität berücksichtigt.

Für die Praxis heißt das: Wer aktiv Linkbuilding betreibt oder Gastbeiträge platziert, sollte den Ankertext nie selbst mit dem exakten Zielkeyword vorschreiben, sondern der verlinkenden Seite die Formulierung überlassen oder bewusst variieren. Wirkt eine PR-Erwähnung natürlich, verlinkt sie meist mit dem Markennamen oder generisch, nicht mit dem Keyword, für das man ranken will.

Google benennt das Problem in den eigenen Spam-Richtlinien konkret. Unter „Link-Spam" listet Google unter anderem „optimierten Ankertext in Artikeln, Gastbeiträgen oder Pressemitteilungen" als Beispiel auf und illustriert es mit wiederholten Keyword-Ankern wie „wedding rings", „best ring" oder „buy flowers" in ein und demselben Text (geprüft, developers.google.com/search/docs/essentials/spam-policies). Genau dieses Muster, dieselbe Handvoll Keywords als Linktext über mehrere Platzierungen hinweg, ist es, das ein natürliches Profil nicht erzeugt.

Wichtig ist außerdem die Unterscheidung zwischen algorithmischer Entwertung und manueller Maßnahme. Penguin arbeitet seit 2016 algorithmisch und in Echtzeit, ohne dass jemand bei Google eingreifen muss. Parallel dazu kann Google bei besonders auffälligen, offensichtlich gekauften Linkmustern weiterhin eine manuelle Maßnahme gegen eine Domain verhängen, die dann über die Search Console sichtbar wird und einen Antrag auf erneute Überprüfung erfordert. Für diesen selteneren, aber härteren Fall bleibt das Disavow-Tool relevant, auch wenn es für die alltägliche algorithmische Bewertung durch Penguin heute weniger Gewicht hat als vor 2016.

Für die meisten Websites, die kein aggressives Linkbuilding betreiben, ist das Risiko ohnehin gering. Das Thema wird vor allem dann konkret, wenn eine Agentur oder ein Freelancer im Auftrag Links kauft oder platziert und dabei versucht ist, jeden einzelnen Link mit dem bestbezahlten Keyword zu versehen. Genau an dieser Stelle lohnt sich die bewusste Zurückhaltung.

Für interne Verlinkung gilt eine mildere Version derselben Logik. Google unterscheidet bei der Bewertung zwischen internen und externen Signalen, aber auch hier gilt: Wiederholt eine Seite auf zwanzig Unterseiten denselben Exact-Match-Anker zu ein und derselben Zielseite, wirkt das redaktionell unglaubwürdig, selbst wenn es keine Penguin-Strafe auslöst.

Best Practices für Anchor Text

  • Ankertext-Verteilung im eigenen Backlinkprofil regelmäßig prüfen (z. B. über die Google Search Console oder ein Backlink-Tool) und den Anteil an Exact-Match-Ankern niedrig halten.
  • Bei aktivem Linkbuilding bewusst zwischen Markenanker, generischem Anker, nackter URL und partiellem Match variieren.
  • Für interne Verlinkung beschreibende, aber natürlich formulierte Anker nutzen, die den Inhalt der Zielseite erkennen lassen.
  • Bei Gastbeiträgen die Wahl des Ankertexts nach Möglichkeit der Redaktion der Gastseite überlassen, statt sie exakt vorzuschreiben.
  • Ankertext im Kontext des umgebenden Satzes lesbar halten, er soll auch ohne Link Sinn ergeben.

Häufige Fehler beim Anchor Text

  • Denselben Exact-Match-Ankertext für sehr viele Backlinks auf dieselbe Seite verwenden.
  • Bei jedem internen Link zur selben Zielseite exakt dieselbe Formulierung wiederholen, statt Varianten zu nutzen.
  • Ankertext wählen, der nicht zum tatsächlichen Inhalt der Zielseite passt (irreführender Anker).
  • Gekaufte Linkplatzierungen mit vorgeschriebenem Keyword-Ankertext als „natürliches" Linkbuilding ausgeben.
  • Generische Anker wie „hier klicken" komplett vermeiden und dadurch ein unnatürlich Keyword-lastiges Profil erzeugen.
Manuel Riveiro Rodriguez CEO & Digital Strategist

Eine technische Prüfung sieht sich das und alles Weitere in einem Durchgang an.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Ankertext und Linktext?

Es sind zwei Bezeichnungen für dasselbe: Ankertext ist der offizielle SEO-Begriff, Linktext die umgangssprachliche Variante. Beide meinen den sichtbaren, klickbaren Text eines Links.

Wie viel Prozent Exact-Match-Ankertext sind sicher?

Eine offizielle Google-Zahl gibt es nicht. In der Branche kursiert ein Richtwert von etwa ein bis fünf Prozent am Gesamtprofil. Wichtiger als die exakte Zahl ist eine natürliche Mischung aus Marke, URL, generischen Phrasen und Keyword-Ankern.

Wirkt sich der Ankertext von nofollow-Links auch auf das Ranking aus?

Google kann nofollow-Links seit 2020 als Hinweis werten statt sie komplett zu ignorieren. Der Ankertext liefert dabei weiterhin Kontext, hat aber ein deutlich schwächeres Gewicht als bei dofollow-Links.

Betrifft Ankertext-Überoptimierung auch interne Links?

Ja, wenn auch mit geringerem Risiko als bei externen Links. Wiederholt sich exakt derselbe Keyword-Anker bei jedem internen Link zu einer Seite, wirkt das ebenfalls unnatürlich und kann als schwaches Overoptimization-Signal gewertet werden.

Sollte ich alte Backlinks mit Exact-Match-Anker entfernen lassen?

Nur bei klar erkennbarem Spam-Muster, etwa bei gekauften Linkfarmen. Vereinzelte Exact-Match-Anker aus organischem Linkaufbau sind normal und müssen nicht angefasst werden.