PageRank ist der Algorithmus, den Larry Page und Sergey Brin an der Stanford University entwickelt haben, um die Bedeutung einer Webseite anhand der Anzahl und Qualität eingehender Links zu bewerten, denn jeder Link zählt dabei wie eine Empfehlung.
Was unten ankommt, hängt davon ab, wie viel oben war
Was den PageRank-Algorithmus, den Google weiterhin nutzt, von der sichtbaren PageRank-Anzeige unterscheidet, die 2016 aus der Toolbar verschwand, und was das für Linkbuilding heute bedeutet.
Was unten ankommt, hängt davon ab, wie viel oben war
Was bedeutet PageRank?
PageRank ist ein Algorithmus, den Larry Page und Sergey Brin während ihrer Promotion an der Stanford University entwickelten. Sie beschrieben ihn 1998 im Forschungspapier „The PageRank Citation Ranking: Bringing Order to the Web", das sie zusammen mit Rajeev Motwani und Terry Winograd verfassten. Der Name stammt nicht von „Webseite" (englisch page), sondern vom Nachnamen Larry Pages. Die Grundidee lehnt sich an die akademische Zitationsanalyse an, bei der ein oft zitierter Fachartikel als einflussreicher gilt als einer, den kaum jemand aufgreift.
Die Grundidee ist einfach. Ein Link von einer Seite zur anderen zählt wie eine Empfehlung, und diese Empfehlung wiegt schwerer, wenn sie von einer Seite kommt, die selbst viele wichtige Empfehlungen erhält. Eine Seite mit hundert Links von irrelevanten Seiten kann weniger wert sein als eine Seite mit wenigen Links von Seiten mit echter Autorität.
Diese Berechnung war einer der Gründe, warum Google frühere Suchmaschinen wie AltaVista an Qualität übertraf. Die zählten Ergebnisse vor allem nach Keyword-Häufigkeit im Text selbst, ohne zu prüfen, wer auf eine Seite verlinkte. Genau diese Lücke schloss PageRank, indem es die Struktur des Webs selbst als Signal nutzte.
PageRank der Algorithmus gegenüber PageRank der Toolbar-Anzeige
Zeitraum
Sichtbarkeit
Aktueller Status
PageRank, der Algorithmus
Im Einsatz seit 1998, seither weiterentwickelt
Nie als öffentliche exakte Zahl gezeigt, nur indirekt ableitbar
Weiterhin aktiv, Teil der Ranking-Systeme von Google
PageRank, die Toolbar-Anzeige
Sichtbar etwa ab dem Jahr 2000 bis zum 15. April 2016
Balkenanzeige von 0 bis 10 in der Google Toolbar, für jeden Nutzer sichtbar
Offiziell eingestellt, existiert nicht mehr
Wer beide verwechselt, zieht den falschen Schluss, dass mit der Anzeige auch der Algorithmus verschwunden sei. Google hat das mehrfach dementiert.
Wie PageRank funktioniert
Der ursprüngliche Algorithmus berechnet für jede indexierte Seite einen Wert, der von den eingehenden Links und vom Wert der verlinkenden Seiten abhängt. Die Berechnung läuft iterativ über das gesamte Link-Netz des World Wide Web und wiederholt sich, bis sich die Werte stabilisieren. Je mehr relevante Links von Seiten mit Autorität auf eine Seite zeigen, desto mehr Gewicht erhält diese Seite im System. Eine Seite mit wenigen, aber hochwertigen Links kann dabei mehr Gewicht erhalten als eine Seite mit hunderten Links von schwachen Quellen.
Damit ein Link zählt, muss ihn zuerst ein Crawler finden und bis zur Zielseite verfolgen. Nicht jeder Link überträgt denselben Wert: Ein Dofollow-Link gibt Autorität normal weiter, ein Nofollow-Link trägt ein Attribut, das Google seit der Änderung 2019 nur noch als Hinweis behandelt, nicht als strikte Anweisung. In der Praxis überträgt ein Nofollow-Link deshalb meist wenig oder keine Autorität.
Solange die Toolbar-Anzeige öffentlich war, gab es eine Praxis namens „PageRank Sculpting": gezielte interne Verlinkung, um den sichtbaren PageRank auf die wichtigsten Seiten einer Website zu konzentrieren. Mit dem Ende der Anzeige 2016 verlor diese Praxis einen Großteil ihres Sinns, weil keine öffentliche Zahl mehr da war, die man isoliert optimieren konnte. Google hat diese Vorgehensweise nie offiziell empfohlen, auch wenn sie über Jahre in der SEO-Branche verbreitet war.
Warum PageRank wichtig ist
Google hat über die eigene Dokumentation und über Sprecher wie John Mueller wiederholt bestätigt, dass PageRank weiterhin Teil der Ranking-Systeme ist, heute eingebettet in über 200 verschiedene Signale. Das isolierte Signal von 1998 ist es nicht mehr, verschwunden ist es aber auch nicht. Diese Bestätigung ist relevant, weil viele SEOs nach 2016 fälschlich annahmen, Linkaufbau habe insgesamt an Bedeutung verloren.
Das verändert, wie Linkbuilding heute zu verstehen ist. Links von relevanten Seiten zu gewinnen, bringt weiterhin echten Wert für die organische Suche, eine öffentliche Zahl zu jagen, die es nicht mehr gibt, bringt dagegen nichts. Die Autorität einer Website entsteht heute aus einer Mischung von Signalen, darunter Structured Data und Verhaltensmetriken wie die CTR, nicht aus einer einzelnen Kennzahl.
Diese Unterscheidung verhindert zwei entgegengesetzte Fehler: Linkbuilding für tot zu erklären, oder den Erfolg einer Linkkampagne weiterhin an einer Zahl zu messen, die Google vor einem Jahrzehnt eingestellt hat.
Best Practices
Gewinne Links von Seiten, die thematisch zu deiner Branche passen, nicht von generischen Verzeichnissen ohne Bezug zum Inhalt.
Setze das Attribut nofollow bei Links zu gesponsertem oder ungeprüftem Inhalt, wie es Googles Richtlinien vorsehen.
Prüfe mit Tools für Web Analytics, welche Seiten die meisten internen und externen Links erhalten, und passe die interne Verlinkung darauf an.
Gewichte die Qualität der verlinkenden Seite höher als die reine Anzahl gewonnener Links.
Verlinke die wichtigsten Seiten deiner Domain von anderen Seiten mit echter Autorität innerhalb derselben Domain.
Sei skeptisch bei Diensten, die versprechen, „den PageRank zu erhöhen": diese öffentliche Zahl existiert nicht mehr, es gibt also nichts, was sie als Beleg zeigen könnten.
Häufige Fehler
Den PageRank-Algorithmus, der weiterhin aktiv ist, mit der Toolbar-Anzeige verwechseln, die 2016 eingestellt wurde.
Davon ausgehen, ein Nofollow-Link bringe grundsätzlich keinen Wert, obwohl Google ihn nur als Hinweis behandelt, nicht als absolutes Verbot.
Massenhaft Links kaufen in der Erwartung, sie würden Autorität übertragen, eine Praxis, die Googles Richtlinien direkt bestraft.
Heute noch Taktiken des „PageRank Sculpting" anwenden, die für eine Zeit mit öffentlich sichtbarer Zahl gedacht waren.
Den Erfolg einer technisches SEO-Kampagne nur an der Linkzahl messen, ohne die Relevanz der verlinkenden Seite zu prüfen.
Manuel Riveiro RodriguezCEO & Digital Strategist
Eine technische Prüfung sieht sich das und alles Weitere in einem Durchgang an.
Ja. Google bestätigt in der eigenen Dokumentation, dass PageRank weiterhin Teil der Ranking-Systeme ist, heute eingebettet in über 200 verschiedene Signale. Was 2016 verschwand, war nicht der Algorithmus, sondern die öffentliche Balkenanzeige der Google Toolbar, die jedem Nutzer einen Wert von 0 bis 10 zeigte.
Warum wurde die PageRank-Anzeige aus der Toolbar entfernt?
Google stellte die öffentliche PageRank-Anzeige am 15. April 2016 ein. Offizieller Grund: Die isolierte Zahl verwirrte Nutzer und Webmaster über ihr tatsächliches Gewicht innerhalb eines Ranking-Systems, das inzwischen deutlich komplexer war als eine einzelne sichtbare Zahl in der Browserleiste, die kaum noch etwas über die tatsächliche Qualität einer Seite aussagte.
Woher kommt der Name PageRank?
Der Name stammt vom Nachnamen Larry Pages, eines der beiden Google-Gründer, nicht vom Wort „Seite". Page entwickelte den Algorithmus zusammen mit Sergey Brin während seiner Promotion an der Stanford University und beschrieb ihn 1998 in einem wissenschaftlichen Aufsatz, den beide gemeinsam mit zwei weiteren Stanford-Forschern verfassten.
Übertragen Nofollow-Links PageRank?
Seit Googles Änderung 2019 behandelt das Unternehmen das Attribut nofollow nur noch als Hinweis, nicht als strikte Anweisung. In der Praxis überträgt ein Nofollow-Link deshalb meist wenig oder gar keine Autorität, auch wenn Google sich die endgültige Entscheidung im Einzelfall selbst vorbehält.
Was war „PageRank Sculpting"?
Eine Praxis aus den Jahren, in denen die PageRank-Anzeige öffentlich war: gezielte interne Verlinkung, um den sichtbaren Wert auf die wichtigsten Seiten einer Website zu konzentrieren. Mit dem Ende der Anzeige 2016 verlor die Taktik einen Großteil ihres Sinns, weil es keine öffentliche Zahl mehr gab, die sich gezielt optimieren ließ.