Was Brand Awareness bedeutet
Kevin Lane Keller hat den Begriff 1993 im Journal of Marketing über zwei Fähigkeiten bestimmt. Wiedererkennung (brand recognition) ist die Fähigkeit, einen früheren Kontakt mit der Marke zu bestätigen, wenn man die Marke selbst als Hinweis bekommt. Erinnerung (brand recall) ist die Fähigkeit, die Marke abzurufen, wenn der Hinweis die Produktkategorie, das damit erfüllte Bedürfnis oder ein anderes Signal ist.
Im Deutschen heißen die beiden Formen gestützte und ungestützte Bekanntheit. Das Gabler Wirtschaftslexikon setzt Brand Recall mit ungestützter und Brand Recognition mit gestützter Markenbekanntheit gleich. Ungestützt heißt: Die befragte Person nennt die Marke ohne Hilfe. Gestützt heißt: Sie erkennt die Marke, wenn man ihr Namen oder Logo zeigt. Wird eine Marke als erste genannt, spricht man von Top-of-Mind-Bekanntheit.
Brand Awareness ist nicht dasselbe wie Branding. Branding ist die Arbeit, eine Marke aufzubauen und zu führen: Name, Gestaltung, Botschaften, Erlebnis. Bekanntheit ist eines der Ergebnisse, die diese Arbeit haben kann, und sie wird bei den Menschen gemessen, nicht an den Materialien der Marke. Keller trennt sie vom Markenimage, also von den Assoziationen, die Menschen mit dem Namen verbinden. Eine Marke kann sehr bekannt sein und trotzdem ein schlechtes Image haben.
Ebenso wenig ist Bekanntheit dasselbe wie Reichweite. Google Ads zählt eine Impression jedes Mal, wenn eine Anzeige ausgeliefert wird. Meta definiert Reichweite als Zahl der Personen, die die Anzeigen mindestens einmal gesehen haben, und weist sie als Schätzung aus. Keine der beiden Zahlen sagt, ob sich danach jemand an die Marke erinnert.
Von der Erinnerung bis zur bloßen Auslieferung
Bekanntheit, bei Menschen gemessen
Ab hier sagt keine Zahl, ob sich jemand an die Marke erinnert
Keine Bekanntheit