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Glossar World Wide Web

Was ist das World Wide Web (WWW)?

  • SEO Basico
Definition

Das World Wide Web (WWW) ist das Informationssystem, mit dem sich über das Internet miteinander verknüpfte Dokumente und Ressourcen abrufen lassen, adressiert über URLs und übertragen per HTTP oder HTTPS.

Ein handgeknüpftes Fischernetz an einer dunklen Wand — daneben der Titel World Wide Web
Kein Knoten hält allein — das Netz hält
Auf dieser Seite 6
  1. Was ist das World Wide Web genau?
  2. Das World Wide Web gegenüber dem Internet
  3. Wie es funktioniert
  4. Warum das wichtig ist
  5. Best Practices
  6. Häufige Fehler
Kurz gefasst

Wer das Web wann am CERN erfunden hat, was es technisch vom Internet unterscheidet, und warum der genaue Begriff noch zählt, obwohl im Alltag längst nur noch von "dem Internet" die Rede ist.

Ein handgeknüpftes Fischernetz an einer dunklen Wand — daneben der Titel World Wide Web
Kein Knoten hält allein — das Netz hält

Was ist das World Wide Web genau?

Das World Wide Web ist ein Informationssystem, das auf dem Internet aufbaut: eine Sammlung aus Dokumenten und Ressourcen, Seiten, Bilder, Videos, Anwendungen, die per Hyperlink miteinander verbunden und über einen Browser abrufbar sind. Es ist kein Synonym für Internet, auch wenn der Alltagssprachgebrauch beides längst vermischt hat und beide Begriffe im Gespräch meist austauschbar verwendet werden.

Erfunden hat es der britische Wissenschaftler Tim Berners-Lee am CERN, dem europäischen Kernforschungszentrum bei Genf. Im März 1989 legte er den ersten Vorschlag für ein verteiltes Informationssystem vor, mit dem Forscher am Institut Dokumente zwischen unterschiedlichen Rechnern austauschen konnten. Ende 1990 liefen bereits der erste Server und der erste Browser, untergebracht auf einem NeXT-Rechner unter der Adresse info.cern.ch.

Am 30. April 1993 stellte das CERN den Quellcode der Web-Software kostenlos und lizenzfrei in die Öffentlichkeit. Diese Entscheidung erlaubte es jedem, einen eigenen Server aufzusetzen oder einen eigenen Browser zu bauen, und beschleunigte die Verbreitung weit über die Wissenschaft hinaus.

Das World Wide Web gegenüber dem Internet

AspektInternetWorld Wide Web
Was es istDie physische und technische Netzinfrastruktur: Kabel, Router, Server und das IP-Protokoll, das Rechner miteinander verbindet.Ein Dienst, der auf dieser Infrastruktur läuft und auf miteinander verknüpften Dokumenten basiert.
Wann entstandenEnde der 1960er Jahre, mit den ersten paketvermittelten Netzen wie ARPANET.1989, zwanzig Jahre später, als eine Anwendung auf einem bereits bestehenden Netz.
Wie adressiertJedes angeschlossene Gerät erhält eine IP-Adresse, über die es sich im Netz lokalisieren lässt.Jede Ressource wird über eine URL adressiert und per Hyperlink erreicht.

Bevor es das Web gab, transportierte das Internet bereits E-Mail und Dateien per FTP. Beide Begriffe gleichzusetzen, ist einer der häufigsten Fehler: ohne Internet gibt es kein Web, aber ohne Web würde das Internet mit anderen Diensten weiterlaufen.

Wie es funktioniert

Das Web funktioniert durch vier Bausteine, die ineinandergreifen. Das Protokoll HTTP, und seine verschlüsselte Variante HTTPS, legt fest, wie der Browser eine Ressource beim Server anfragt und wie dieser antwortet: Der Browser schickt eine Anfrage, der Server verarbeitet sie und liefert eine Antwort mit einem Statuscode zurück, etwa den Error 400, wenn die Anfrage fehlerhaft aufgebaut ist.

HTML ist die Sprache, die den Inhalt jeder Seite strukturiert: Überschriften, Absätze, Bilder, Links, die der Browser interpretiert, um daraus die sichtbare Seite zu zeichnen. Die URL ist die eindeutige Adresse jeder Ressource, zusammengesetzt aus Protokoll, Domain und Pfad; manchmal wird sie über einen URL-Shortener gekürzt, um sie in einer Nachricht oder Anzeige handlicher zu machen. Und der Hyperlink verbindet ein Dokument mit dem nächsten, das Element, das dem Web seine Netzform gibt statt einer losen Sammlung einzelner Dateien.

Tippt jemand eine Adresse in den Browser, findet dieser den zuständigen Server, schickt die HTTP-Anfrage, bekommt das HTML zurück und übersetzt es in die sichtbare Seite, samt der Bilder und Stile, die diese Seite einbindet. Im Kern haben sich diese vier Elemente seit 1990 nicht verändert: Sie bilden bis heute die Grundlage jeder Seite, die geladen wird, auch wenn darüber inzwischen Schichten aus JavaScript, APIs und interaktiven Anwendungen liegen, die den Ablauf deutlich reichhaltiger machen als in den Anfangsjahren.

Warum das wichtig ist

Der Begriff "World Wide Web" taucht im Alltag kaum noch auf: Menschen sagen "Internet", wenn sie das Web meinen, und das Kürzel WWW ist aus den meisten sichtbaren URLs verschwunden. Für alle, die mit Webseiten arbeiten, Inhalte dafür schreiben oder ihre Sichtbarkeit in Suchmaschinen verbessern wollen, bleibt die technische Unterscheidung trotzdem relevant.

Jede Praxis im technischen SEO setzt genau bei diesen Grundlagen an: ein Server, der mit den richtigen HTTP-Codes antwortet, valides HTML und sauber aufgebaute URLs. Darauf bauen auch neuere Schichten auf, etwa Structured Data, mit der Suchmaschinen eine Seite als strukturierte Information lesen, über den reinen Text hinaus.

Seit 1994 pflegt das W3C (World Wide Web Consortium), gegründet von Berners-Lee selbst, die Standards, die dafür sorgen, dass eine in HTML gebaute Seite in jedem Browser gleich aussieht, unabhängig vom Hersteller oder Gerät, mit dem sie aufgerufen wird. Ohne diese gemeinsame Basis müsste jede Website für jeden Browser einzeln gebaut werden.

Best Practices

  • Die Seite durchgängig über HTTPS ausliefern, nicht nur HTTP, um die Verbindung zwischen Browser und Server zu verschlüsseln.
  • Lesbare, stabile URLs verwenden, ohne unnötige Parameter oder häufige Pfadwechsel.
  • HTML gegen die W3C-Standards validieren, damit nicht jeder Browser es unterschiedlich interpretiert.
  • Interne und externe Hyperlinks regelmäßig prüfen, damit sie nicht auf gelöschte Seiten zeigen.
  • HTTP-Statuscodes korrekt konfigurieren, damit eine verschobene Ressource weiterleitet statt einen stillen Fehler zu produzieren.
  • Die Server-Infrastruktur aktuell halten, denn ein Großteil der Ausfälle entsteht dort, nicht im Browser.

Häufige Fehler

  • "Internet" und "World Wide Web" als exakte Synonyme behandeln, obwohl das eine das Netz und das andere ein Dienst darauf ist.
  • Kaputte Links stehen lassen, die einen Error 404 zurückgeben, statt sie auf eine passende Seite umzuleiten.
  • Serverausfälle nicht überwachen, die für Besucher als Error 500 sichtbar werden.
  • URLs mit Großbuchstaben, Leerzeichen oder Sonderzeichen bauen, die Lesbarkeit und Indexierung erschweren.
  • Annehmen, eine Seite "im Web" sei automatisch für alle erreichbar, ohne Ladezeiten und Browser-Kompatibilität zu prüfen.
Manuel Riveiro Rodriguez CEO & Digital Strategist

Eine technische Prüfung sieht sich das und alles Weitere in einem Durchgang an.

Audit anfragen

Häufige Fragen

Wer hat das World Wide Web erfunden?

Der britische Wissenschaftler Tim Berners-Lee, damals Forscher am CERN, schrieb im März 1989 den ersten Vorschlag für ein verteiltes Informationssystem und hatte Ende 1990 den ersten Server und Browser im Einsatz. Der Quellcode wurde am 30. April 1993 kostenlos in die Öffentlichkeit freigegeben.

Sind Internet und World Wide Web dasselbe?

Nein. Das Internet ist die Netzinfrastruktur, die Rechner über IP-Adressen verbindet, und existiert seit den 1960er Jahren, lange vor dem Web. Das Web ist ein Dienst auf diesem Netz, basierend auf Dokumenten, die per Hyperlink verknüpft und über einen Browser abrufbar sind.

Was bedeuten HTTP und HTTPS?

Beide Protokolle legen fest, wie ein Browser eine Ressource beim Server anfragt und wie dieser antwortet. HTTPS verschlüsselt diese Verbindung zusätzlich über ein digitales Zertifikat und gilt heute als Standard gegenüber dem unverschlüsselten HTTP, weshalb die meisten Browser vor unverschlüsselten Seiten warnen.

Gibt es das W3C noch?

Ja. Das World Wide Web Consortium, 1994 von Berners-Lee gegründet, pflegt bis heute gemeinsam mit Unternehmen, Universitäten und Entwicklern weltweit die Standards, die HTML und weitere Web-Grundtechnologien definieren, damit eine Seite in unterschiedlichen Browsern gleich funktioniert, ganz gleich welcher Hersteller dahintersteckt.

Warum sagt kaum noch jemand "World Wide Web"?

Weil der Alltagssprachgebrauch den Begriff zu "Internet" verkürzt hat, obwohl beide technisch verschiedene Dinge bezeichnen: das eine das Netz, das andere ein Dienst darauf. Das Kürzel WWW lebt in der URL-Spezifikation weiter, auch wenn immer weniger Seiten es sichtbar in ihrer Adresse zeigen.