Was der Marketing-Mix bedeutet
Den Ausdruck verwendete Neil H. Borden, Professor an der Harvard Business School, in Lehre und Veröffentlichungen. In einem Text von 1964 schreibt er, dass er das seit etwa fünfzehn Jahren tut. Die Idee stammt von seinem Kollegen James Culliton, der in einer Studie von 1948 über Marketingkosten die Führungskraft als „Mischer von Zutaten“ beschrieb (im Original „mixer of ingredients“). Wer Zutaten mischt, entwirft eine Mischung: den Marketing-Mix.
Von vier P sprach Borden nicht. Seine Liste hatte zwölf Elemente: Produktplanung, Preis, Marke, Vertriebskanäle, persönlicher Verkauf, Werbung, Verkaufsförderung, Verpackung, Präsentation am Verkaufsort, Service, Logistik sowie Beschaffung und Auswertung von Daten. Daneben stellte er vier Marktkräfte, die den Mix bestimmen: das Verhalten der Konsumenten, des Handels, der Wettbewerber und des Staates. Die Liste der Elemente sagt, was das Unternehmen entscheiden kann. Die Liste der Kräfte sagt, womit es rechnen muss.
Das 4P-Modell arbeitet mit vier Hebeln. Rafiq und Ahmed nennen sie in einer Arbeit von 1995, die verschiedene Marketing-Mix-Modelle vergleicht, „McCarthy's 4Ps“. Auf Deutsch heißen sie so: - Produkt: was verkauft wird, in welcher Qualität, mit welchem Sortiment, Design, welcher Marke und welchem Service. - Preis: wie viel verlangt wird, mit welchen Rabatten, Konditionen und Margen. - Vertrieb: über welche Kanäle das Produkt zum Kunden kommt, vom eigenen Shop bis zum Händler. - Kommunikation: wie das Angebot bekannt wird, mit Werbung, persönlichem Verkauf, Verkaufsförderung und Öffentlichkeitsarbeit.
Für Dienstleistungen haben Booms und Bitner 1981 einen Mix mit sieben P vorgeschlagen, so die Arbeit von Rafiq und Ahmed. Die drei zusätzlichen P sind Participants, Physical Evidence und Process: die Menschen, die an der Leistung beteiligt sind, das, was der Kunde vor dem Kauf von etwas Unsichtbarem sehen kann, und die Art, wie die Leistung erbracht wird.
Der Marketing-Mix ist etwas anderes als Marketing Mix Modeling, auch wenn beide das Wort „Mix“ im Namen tragen. Der Marketing-Mix ist die Liste der Entscheidungen. Marketing Mix Modeling ist ein statistisches Verfahren: Es setzt Zeitreihen von Werbeinvestition und Umsatz in Beziehung, um den Beitrag jedes Kanals zu schätzen und das Budget zu verteilen.