Ein Cache ist ein Zwischenspeicher für Kopien. Im Web speichert er die Antwort auf eine Anfrage, etwa ein Bild, ein Stylesheet oder eine ganze Seite, und verwendet sie bei späteren Anfragen wieder, statt sie erneut beim Server anzufordern. Die Seite lädt dadurch schneller, und der Server hat weniger zu tun.
Ein Cache speichert Kopien von Webressourcen zur Wiederverwendung: Arten, steuernde Header und Einfluss auf Ladezeit und Crawling.
Was Cache bedeutet
Der Begriff steht für mehrere ähnliche Dinge. MDN unterscheidet zwei Arten von HTTP-Caches. Ein privater Cache gehört zu einem einzelnen Client, meist dem Browser, und darf personalisierte Antworten für diese Person speichern. Ein gemeinsam genutzter Cache sitzt zwischen Client und Server, etwa in einem CDN oder einem Proxy, und speichert Antworten, die an viele Nutzer ausgeliefert werden können.
Die Regeln für HTTP-Caches stehen im Standard RFC 9111 vom Juni 2022, der Caches und die Header definiert, die ihr Verhalten steuern. Wer nach „Cache leeren“ sucht, meint meist etwas anderes: den Cache des eigenen Browsers löschen. In Chrome auf dem Computer geht das über das Dreipunkt-Menü und die Option „Browserdaten löschen“, in der man den Zeitraum und die zu löschenden Daten auswählt.
Wie es funktioniert
Der Server legt in jeder Antwort mit dem Header Cache-Control fest, wie lange sie gespeichert werden darf. max-age bestimmt die Sekunden, in denen die Kopie als frisch gilt und ohne Rückfrage verwendet werden darf. Bei no-cache wird die Kopie gespeichert, muss aber vor jeder Verwendung beim Server geprüft werden. Bei no-store wird sie in keinem Cache gespeichert. Fehlt Cache-Control, darf der Cache eine geschätzte Dauer ansetzen; MDN nennt das heuristisches Caching.
Ist eine Kopie abgelaufen, muss der Cache sie nicht vollständig neu laden. Er kann beim Server nachfragen, ob sie sich geändert hat, indem er den erhaltenen ETag-Wert im Header If-None-Match mitschickt. Hat sie sich nicht geändert, antwortet der Server mit 304 Not Modified ohne Inhalt, und der Cache verwendet weiter seine Kopie.
Um Dateien lange zu speichern, ohne alte Fassungen auszuliefern, ändert man ihre Adresse, sobald sich ihr Inhalt ändert, etwa mit einem Fingerabdruck im Dateinamen. MDN nennt diese Technik Cache Busting.
Was der Server mit Cache-Control festlegt: ob die Kopie gespeichert wird und ob sie ohne Rückfrage verwendet werden darf.
Drei Angaben im Header Cache-Control
Cache-Control:max-age=…
Gespeichertja
Ohne Rückfrage verwendetja, solange die Kopie frisch ist
Cache-Control:no-cache
Gespeichertja
Ohne Rückfrage verwendetnein, vor jeder Verwendung wird beim Server geprüft
Server → Cache304 Not Modifiedohne Inhalt, der Cache verwendet weiter seine Kopie
Fehlt Cache-Control, darf der Cache eine geschätzte Dauer ansetzen: heuristisches Caching.
Speichern und ungeprüft verwenden sind zwei Dinge, und no-cache verbietet nur das zweite.
Warum es zählt
Der Cache beeinflusst die Ladezeit, die Nutzer erleben. Google beschreibt das in der Google-Konto-Hilfe: Nach dem Löschen des Caches laden manche Websites zunächst langsamer, weil Inhalte wie Bilder neu heruntergeladen werden müssen.
Er beeinflusst auch das Crawling. Die Crawler von Google unterstützen HTTP-Caching mit den Header-Paaren ETag und If-None-Match sowie Last-Modified und If-Modified-Since. Enthält eine Antwort beide, verwenden sie ETag. Google empfiehlt, beide zu senden. Außerdem weist Google darauf hin, dass Googlebot Ressourcen aggressiv cacht und beim Rendern Cache-Header ignorieren kann, sodass er veraltetes JavaScript oder CSS verwendet. Als Lösung nennt Google denselben Fingerabdruck im Dateinamen.
Für zds.es haben wir das am 14. Oktober 2026 gemessen. Die HTML-Seiten senden kein Cache-Control, und Cloudflare kennzeichnet sie als DYNAMIC: Jeder Abruf wird vom Server beantwortet. Die JavaScript-Datei der Vorlage trägt einen Fingerabdruck im Namen, wird ein Jahr lang gespeichert, mit max-age=31536000 und immutable, und kommt aus dem Cache von Cloudflare. Die Schriftdateien ohne Fingerabdruck werden vier Stunden gespeichert. Bei einem erneuten Abruf mit ihrem ETag antwortete der Server mit 304.
Best Practices
Statischen Dateien mit Fingerabdruck im Namen ein langes max-age geben.
Für Inhalte, die sich ändern, ohne die Adresse zu wechseln, kurze Zeiten oder Revalidierung verwenden.
ETag und Last-Modified senden, damit Browser und Crawler revalidieren können.
no-store für Antworten reservieren, die nicht gespeichert werden dürfen, etwa personenbezogene Daten.
Die tatsächlichen Header einer Seite und ihrer Ressourcen prüfen, nicht nur die Konfiguration.
Den CDN-Cache leeren, wenn sich eine Datei ändert, deren Adresse gleich bleibt.
Häufige Fehler
Glauben, no-cache verhindere das Speichern. Es verhindert die Verwendung ohne vorherige Prüfung.
Dateien ein Jahr lang cachen lassen, deren Name sich bei einer Änderung nicht ändert.
Eine Änderung im eigenen Browser testen, ohne den Cache zu leeren, und daraus schließen, sie habe nicht funktioniert.
Annehmen, Googlebot halte sich beim Rendern an dieselben Cache-Header.
Last-Modified mit einem Datumsformat senden, das nicht dem HTTP-Standard entspricht.
Manuel Riveiro RodriguezCEO & Digital Strategist
Eine technische Prüfung sieht sich das und alles Weitere in einem Durchgang an.
In Chrome auf dem Computer wählen Sie im Dreipunkt-Menü die Option „Browserdaten löschen“, legen den Zeitraum und die zu löschenden Daten fest und bestätigen. Google weist darauf hin, dass manche Websites danach zunächst langsamer laden, weil Inhalte wie Bilder neu heruntergeladen werden müssen.
Was ist der Unterschied zwischen no-cache und no-store?
Bei no-cache wird die Antwort gespeichert, der Cache muss aber vor der Verwendung beim Server prüfen, ob sie noch gilt. Bei no-store wird die Antwort in keinem Cache gespeichert. Für Daten, die nicht auf dem Gerät bleiben dürfen, ist no-store die richtige Anweisung.
Hilft der Cache bei SEO?
Indirekt. Ein gut eingestellter Cache beschleunigt wiederholte Besuche und verringert, was der Server ausliefern muss. Die Crawler von Google unterstützen die Revalidierung mit ETag und Last-Modified, und eine 304-Antwort hat keinen Inhalt, ist also sehr klein.
Warum sieht Google noch eine alte Fassung meines CSS?
Google weist darauf hin, dass Googlebot Ressourcen aggressiv cacht und beim Rendern Cache-Header ignorieren kann. Ändert sich eine Datei, ohne dass sich ihr Name ändert, kann Google weiter die alte Fassung verwenden. Deshalb empfiehlt Google, einen Fingerabdruck des Inhalts in den Dateinamen aufzunehmen.
Was ist ein gemeinsam genutzter Cache?
Ein Cache zwischen Nutzer und Server, der Antworten für viele Nutzer zugleich speichert, etwa der eines CDN. Der Browser-Cache ist dagegen privat: Nur dieser Browser nutzt ihn. Seiten mit personenbezogenen Daten gehören deshalb nicht in einen gemeinsam genutzten Cache.