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Glossar Keyword-Recherche

Was ist Keyword-Recherche: die richtigen Suchbegriffe finden und priorisieren

Definition

Keyword-Recherche ist der Prozess, mit dem man herausfindet, welche Wörter und Fragen eine Zielgruppe in Suchmaschinen eingibt, um daraus zu entscheiden, welche Inhalte in welcher Reihenfolge entstehen. Am Ende steht keine bloße Wortliste, sondern eine Gruppierung nach der Absicht hinter jeder Suche.

Eine metallene Waschpfanne mit nassem Kies, aus der Wasser läuft — daneben der Titel Keyword-Recherche
Man wäscht Kies, bis das Schwere übrig bleibt
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  1. Der Ausgangspunkt: Seed-Keywords und Recherche-Tools
  2. Die vier Arten von Suchintention
  3. Wie generative Antworten verändern, was „ranken" bedeutet
  4. Best Practices für die Keyword-Recherche
  5. Häufige Fehler bei der Keyword-Recherche
Kurz gefasst

Keywords zu finden hieß lange, Begriffe mit hohem Suchvolumen zu sammeln. Weil Google und generative Antworten immer mehr Fragen direkt in der Suche beantworten, zählt zunehmend, Keywords nach Absicht zu clustern und die Fragen zu priorisieren, die noch einen echten Klick bringen.

Eine metallene Waschpfanne mit nassem Kies, aus der Wasser läuft — daneben der Titel Keyword-Recherche
Man wäscht Kies, bis das Schwere übrig bleibt

Der Ausgangspunkt: Seed-Keywords und Recherche-Tools

Der Ausgangspunkt bleibt derselbe wie seit Jahren: eine Liste mit Seed-Keywords, den naheliegendsten Begriffen für ein Produkt oder ein Geschäftsfeld. Wer Laufschuhe verkauft, startet mit „Laufschuhe" oder „Schuhe zum Joggen". Von dort aus erweitern Tools wie der Google Keyword Planner, Ahrefs, Semrush oder die Google-Autovervollständigung diese Liste um Varianten, verwandte Fragen und Suchanfragen, die Menschen tatsächlich eintippen. Aus wenigen Seed-Keywords entstehen so oft Hunderte Long-Tail-Varianten, also längere, spezifischere Formulierungen mit geringerem Einzelvolumen, die in Summe aber einen erheblichen Teil des erreichbaren Traffics ausmachen können.

Jedes gefundene Keyword wird an drei Grundwerten gemessen. Das Suchvolumen zeigt, wie oft ein Begriff monatlich gesucht wird, allerdings nur als Schätzung: Tools fassen Varianten zusammen und runden. Die Keyword-Difficulty (KD) misst, wie schwer es ist, gegen die aktuell rankenden Domains zu bestehen. Und der Cost-per-Click, ursprünglich eine Google-Ads-Kennzahl, dient als grober Hinweis darauf, wie viel kommerziellen Wert eine Suchanfrage für den Suchenden hat.

Mit diesen Werten lässt sich der Sweet Spot zwischen Volumen und Schwierigkeit finden: Begriffe mit genug Nachfrage, aber ohne aussichtslose Konkurrenz. Das ist ein notwendiger Schritt, reicht aber allein nicht. Zwei Keywords mit identischem Volumen können für ein Geschäft völlig unterschiedlich viel wert sein, je nachdem, was die suchende Person eigentlich will. Genau darum geht es im nächsten Abschnitt.

Die Liste der Seed-Keywords ist selten beim ersten Versuch vollständig. Der Abschnitt „Ähnliche Fragen" (People Also Ask), den Google direkt im Suchergebnis zeigt, die Analyse, welche Keywords direkten Wettbewerbern Traffic bringen, und vor allem der Suchanfragen-Bericht in der Search Console sind drei Quellen, die fast immer etwas liefern. Die Search Console hat dabei den Vorteil, genau zu zeigen, wonach Menschen suchen, die die eigene Domain bereits finden, einschließlich Suchanfragen, für die man unbewusst schon erscheint.

Die vier Arten von Suchintention

Die Suchintention (Search Intent) beschreibt den eigentlichen Grund hinter einer Suchanfrage. Die gängige Einteilung kennt vier Typen. Informational sucht eine Antwort oder Erklärung: „was ist keyword research" oder „wie entkalkt man eine Kaffeemaschine". Navigational will eine bestimmte Seite erreichen: „gmail login" oder „zds glossar". Commercial vergleicht Optionen vor einer Entscheidung: „beste keyword-tools" oder „ahrefs vs semrush". Transactional ist handlungsbereit: „ahrefs abo kaufen" oder „semrush preis".

Zwei Keywords mit fast identischem Suchvolumen können für ein Unternehmen sehr unterschiedlich viel wert sein. „Was ist SEO" bringt viel informationalen Traffic, aber die meisten Suchenden stehen nicht kurz vor einer Beauftragung. „SEO-Agentur für Onlineshops" bringt deutlich weniger Volumen, dafür jemanden mit klarer Kaufabsicht. Wer nur nach Volumen priorisiert, baut Inhalte, die Traffic anziehen, aber nicht konvertieren. Wer nach Intention sortiert, entscheidet gezielt: welche Begriffe eine Verkaufsseite verdienen, welche einen Blogartikel und welche gar keine Ressourcen wert sind.

Die Intention bestimmt auch, welches Format Google erwartet. Wenn eine Suchanfrage überwiegend Vergleichsseiten und Preislisten ausspielt, hat Google sie bereits als kommerziell eingeordnet, nicht informational. Ein langer theoretischer Ratgeber passt dann nicht zu dem, was die Suchmaschine schon über die Absicht weiß. Ein Blick auf die tatsächlich rankenden Ergebnisse ist in der Praxis der zuverlässigste Weg, die reale Intention eines Keywords zu bestätigen, zuverlässiger als jede automatische Intent-Klassifizierung eines Tools.

Ein konkretes Beispiel macht das greifbar. Ein Anbieter von Projektmanagement-Software kann feststellen, dass „was ist Projektmanagement" 10.000 Suchen im Monat bringt, fast ausschließlich informational, während „Projektmanagement-Software Preis" nur 800 Suchen bringt, fast ausschließlich commercial oder transactional. Geht es um langfristige Markenbekanntheit, ergibt das erste Keyword im Rahmen einer breiten Content-Strategie Sinn. Geht es um Leads bei knappem Budget, bringt das zweite weniger Volumen, dafür einen deutlich direkteren Return.

Vier Suchintentionen und woran man sie erkennt

Wie generative Antworten verändern, was „ranken" bedeutet

Verändert hat sich in den letzten Jahren nicht die Mechanik der Keyword-Recherche, sondern das, was „ranken" für einen Teil dieser Suchanfragen überhaupt noch bedeutet. Wenn Google (oder ChatGPT, Perplexity, Gemini) die Frage direkt im Suchergebnis beantwortet, braucht die suchende Person keinen Klick mehr, um ihr Anliegen zu klären. Das betrifft vor allem informationale Anfragen: Fragen wie „was ist X" oder „wie macht man Y" sind genau die, die ein generatives System am zuverlässigsten ohne weiteren Traffic beantworten kann.

Die verfügbaren Daten zeigen das Ausmaß. Das Pew Research Center hat im März 2025 knapp 69.000 reale Suchanfragen von fast 900 US-Nutzern ausgewertet: Enthielt das Ergebnis ein AI Overview, endeten nur 8% der Besuche mit einem Klick auf ein organisches Ergebnis, gegenüber 15% bei Suchen ohne KI-generierte Zusammenfassung. Ein direkter Klick auf einen Link innerhalb des AI Overviews selbst kam nur bei 1% der Besuche vor. Der Anteil der Suchen ganz ohne Klick stieg von 16% auf 26%, sobald ein Overview erschien.

Die praktische Konsequenz ist nicht, informationale Keywords aufzugeben, sondern sie nicht mehr alle gleich zu behandeln. Eine Frage mit hohem Volumen, aber kurzer, abgeschlossener Antwort („wie viel Gramm hat eine Tasse Reis") ist leichtes Terrain für eine vollständige generative Antwort. Eine ähnlich formulierte Frage, die Abwägung, Vergleich oder eigenes Urteil verlangt („welches Keyword-Tool eignet sich für einen kleinen Onlineshop"), lässt mehr Grund zum Weitersuchen und damit zum Klick. Keyword-Recherche im Jahr 2026 muss zwischen beiden unterscheiden: Volumen und Schwierigkeit allein reichen dafür nicht mehr aus.

Das bedeutet nicht, dass informationaler Traffic verschwunden ist oder dass sich diese Suchanfragen komplett abschreiben lassen. Es bedeutet, dass neben der Frage, ob man ein Keyword verfolgt, auch die Frage steht, wie man dort erscheint: als klickbarer Link im klassischen organischen Ergebnis, als zitierte Quelle innerhalb eines AI Overviews oder einer Antwort von ChatGPT oder Perplexity, oder beides zugleich. Dieser zweite Weg, als Quelle innerhalb der generativen Antwort selbst zu erscheinen, ohne dass ein Klick nötig ist, ist das Feld, das GEO (Generative Engine Optimization) abdeckt, und erklärt, warum immer mehr SEO-Teams nicht mehr nur Positionen und Klicks messen.

Diesen Effekt auf der eigenen Website zu messen ist einfacher, als es klingt. Die Google Search Console trennt Impressionen und Klicks nach Suchanfrage; hält eine Keyword ihre Impressionen oder steigt sogar, während die CTR über die Zeit sinkt, ist das ein plausibles Signal dafür, dass ein AI Overview oder eine andere generative Antwort einen Teil dieser Klicks abfängt, bevor sie die Website erreichen. Ein endgültiger Beweis ist das nicht, weil sich die CTR auch aus anderen Gründen ändert (Positionswechsel, neue Wettbewerber, Algorithmus-Updates), aber diesen Rückgang mit dem Auftauchen von AI Overviews für dieselben Anfragen abzugleichen hilft, einen echten Ranking-Verlust von einem reinen Klick-Rückgang durch verändertes Ergebnisformat zu unterscheiden.

Best Practices für die Keyword-Recherche

  • In Clustern statt Einzelbegriffen denken. Verwandte Keywords nach Intention um eine Pillar-Page und mehrere Unterseiten gruppieren, statt für jede Variante eine eigene Seite zu bauen.
  • Nach Intention priorisieren, vor dem reinen Volumen. Ein kommerzielles Keyword mit 200 Suchen im Monat kann mehr wert sein als ein informationales mit 5.000.
  • Prüfen, welches Format bereits rankt. Vor dem Schreiben die Top-Ergebnisse ansehen: Vergleichsartikel, Listen oder Videos zeigen, welches Format Google für dieses Keyword erwartet.
  • Fragen mit echtem Klick-Anreiz priorisieren. Vergleiche, Kaufentscheidungen und konkrete Produktfragen bringen trotz AI Overview noch Traffic, generische Definitionsfragen zunehmend weniger.
  • Eigene Keywords mit der Search Console abgleichen. Drittanbieter-Tools schätzen Volumen; die Search Console zeigt echte Impressionen und Klicks für die eigene Domain, inklusive des AI-Overview-Effekts.
  • Cluster alle paar Monate überprüfen. Intention und dominantes Format eines Keywords ändern sich; ein Cluster, der vor einem Jahr funktionierte, braucht möglicherweise eine Anpassung.

Häufige Fehler bei der Keyword-Recherche

  • Nur nach Volumen jagen. Keywords nach der höchsten Zahl auswählen, ohne zu prüfen, wer sie sucht und was er erwartet.
  • Jedes Keyword als isolierte Seite behandeln. Ohne Cluster-Struktur entstehen doppelte oder konkurrierende Inhalte (Keyword Cannibalization). Besteht das Problem bereits, hilft meist, den schwächeren Inhalt in die besser rankende Seite zu integrieren und die überflüssige URL weiterzuleiten.
  • Die Keyword-Liste eines Wettbewerbers ungeprüft übernehmen. Ein Wettbewerber mit anderem Geschäftsmodell kann für Keywords ranken, die im eigenen Fall nicht konvertieren.
  • Das AI Overview bei der Planung ignorieren. Das gesamte Content-Budget in generische informationale Fragen stecken, obwohl dort der Klick bereits nachweislich einbricht.
  • Die Liste nie überarbeiten. Keyword-Recherche als einmalige Übung statt als wiederkehrenden Prozess behandeln. Suchverhalten, Tools und SERP-Formate verändern sich schneller, als viele Redaktionspläne das vorsehen.
Manuel Riveiro Rodriguez CEO & Digital Strategist

Eine technische Prüfung sieht sich das und alles Weitere in einem Durchgang an.

Audit anfragen

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Keyword-Recherche und Search Intent?

Die Keyword-Recherche ist der gesamte Prozess, Suchbegriffe zu finden und zu priorisieren. Der Search Intent ist eines der Kriterien innerhalb dieses Prozesses: Er ordnet jedes Keyword danach ein, was die suchende Person eigentlich will.

Welche Tools nutzt man für Keyword-Recherche?

Der Google Keyword Planner und die Search Console sind kostenlos und liefern Daten direkt von Google. Ahrefs, Semrush und Ubersuggest ergänzen das um Schwierigkeitsgrad-Schätzungen, Wettbewerbsanalysen und verwandte Keyword-Vorschläge. Die Wahl hängt vom Budget ab: Für eine kleine Website reichen Keyword Planner und Search Console meist aus; für eine Strategie mit mehreren Clustern und Wettbewerbsanalyse lohnt sich ein kostenpflichtiges Tool.

Lohnen sich informationale Keywords trotz AI Overviews noch?

Das hängt von der Frage ab. Fragen mit kurzer, abgeschlossener Antwort verlieren einen Großteil ihres Klicks. Fragen, die Vergleich, Abwägung oder eine Entscheidung verlangen, bringen weiterhin Traffic, selbst wenn eine KI-Zusammenfassung erscheint. Ein einfacher Test: Erscheint für das Ziel-Keyword bereits ein AI Overview, das die Frage vollständig beantwortet, sinkt der Klickanreiz spürbar; fehlt ein Overview oder bleibt es unvollständig, lohnt sich die Keyword-Recherche für diesen Begriff weiterhin.

Wie viele Keywords braucht ein Content-Cluster?

Es gibt keine feste Zahl. Ein funktionierender Cluster hat meist eine Pillar-Page und 5 bis 15 Unterseiten, je nachdem, wie viele verwandte Fragen das Thema tatsächlich aufwirft. Die Pillar-Page verlinkt zu jeder Unterseite und umgekehrt, damit Google erkennt, dass sie zu einem gemeinsamen thematischen Block gehören.

Wie oft sollte man Keyword-Recherche wiederholen?

Für eine aktive Website mindestens einmal im Jahr, früher in Branchen, in denen sich Werkzeuge oder Suchvokabular schnell ändern, etwa Technologie, Marketing oder Gesundheit. Ein zusätzlicher Anlass ist ein spürbarer Rückgang der organischen Klicks trotz stabiler Positionen: Dann lohnt sich ein Blick darauf, ob sich die Suchintention oder das SERP-Format für dieses Keyword verschoben hat.