Wie man Kannibalisierung mit der Search Console diagnostiziert
Kannibalisierung aus dem Bauch heraus zu vermuten, ist einfach: zwei ähnliche Artikel, ein Thema, das sich wiederholt, das Gefühl, "das haben wir doch schon auf einer anderen Seite behandelt". Sie zu belegen braucht Daten, und die liefert der Leistungsbericht der Search Console, keine Vermutung.
Der erste Schritt ist, nach der konkreten Suchanfrage zu filtern, die man prüfen will, oder nach einer kleinen Gruppe verwandter Anfragen. Bei aktivem Filter aktiviert man zusätzlich die Dimension Seiten neben der Dimension Suchanfragen. Zeigt der Bericht zwei oder mehr verschiedene URLs mit Impressionen für dieselbe Suche, ist das ein erstes Signal für Konkurrenz, und es lohnt sich, das Verhalten über die Zeit zu beobachten.
Das entscheidende Signal ist nicht, dass zwei Seiten gemeinsam für eine Anfrage auftauchen, sondern dass die Position beider Seiten ohne erkennbaren Grund von Woche zu Woche wechselt. Steht Seite A in einer Woche auf Platz 6 und Seite B auf Platz 14, und tauschen beide in der Folgewoche die Rollen, ohne dass sich am Inhalt oder am Markt etwas geändert hat, ist dieser Wechsel die klarste Spur einer Kannibalisierung. Google kann sich nicht eindeutig für eine der beiden URLs entscheiden und wechselt zwischen ihnen hin und her.
Es lohnt sich, die Zeitraumvergleichsfunktion des Berichts zu nutzen, zum Beispiel die letzten acht Wochen gegen die acht davor. Eine einzelne Woche mit Positionswechsel kann an einem Algorithmus-Update oder einer saisonalen Spitze liegen. Ein Muster, das sich Monat für Monat wiederholt, wobei sich dieselben zwei Seiten den Platz teilen, ist kein Rauschen mehr, sondern die Seite, die gegen sich selbst antritt.
Auch der Blick auf CTR und Impressionen jeder URL einzeln für dieselbe Anfrage hilft. Erhalten beide Seiten im selben Zeitraum gleichzeitig Impressionen, statt dass eine die andere im Ranking vollständig ablöst, bestätigt das, dass Google beide als parallele Kandidaten für dasselbe Ergebnis bewertet.
