Eigene Suche statt SaaS: Was wir in 24 Stunden in unserem Test-Shop gebaut haben
Mercadona ersetzte seine Produktsuche durch ein eigenes KI-System und sparte 94 % der Kosten. Wir gehen in unserem eigenen Test-Shop denselben Weg. Hier zeigen wir Ihnen, was eine selbst gehostete Echtzeit-Suche wirklich kostet, kann und nicht kann.

Mercadona, einer der größten Lebensmitteleinzelhändler Spaniens, veröffentlichte letzte Woche, dass sie ihre Produktsuche durch ein eigenes, KI-gestütztes System ersetzten. Damit sparten sie 94 % der Kosten im Vergleich zur vorherigen Lösung.
Dies ist kein Einzelfall, sondern Symptom eines Trends: Die Suche gehört zu den teuersten Komponenten im modernen E-Commerce-Stack und ist gleichzeitig eine der am einfachsten austauschbaren.
Mit werkking.de betreiben wir unseren eigenen Affiliate-Shop. Diesen nutzen wir gezielt als Testlabor für E-Commerce-Themen. Alles, was wir unseren Kunden empfehlen, testen wir dort zuerst. Letzte Woche war die Suche dran. Ergebnis: eine vollständige Echtzeit-Suche für rund 10.000 Produkte, über 250 Kategorien und mehr als 70 Ratgeberartikel — Einrichtung an einem Arbeitstag, laufende Hosting-Kosten effektiv null.
Das Problem mit der gehosteten Suche
Die Standardantwort auf „Wir brauchen eine bessere Suche“ ist in mittelständischen Unternehmen oft: ein SaaS-Anbieter wie Algolia, Elastic Cloud, Searchanise oder Doofinder. Die Vorteile sind real: gut dokumentiert, schnelle Integration, Support inklusive. Der Preis ist ebenfalls real:
- Algolia startet bei etwa 0,40 € pro 1.000 Suchanfragen, plus Indexierungsvolumen. Bei einem Shop mit 50.000 Suchanfragen im Monat sind 250–600 € monatlich normal, bei größeren Sortimenten schnell vierstellig.
- Lock-in: Die Such-API integriert sich tief ins Frontend. Ein späterer Umzug ist eine Entscheidung des Händlers, kein Refactoring-Detail.
- Datensouveränität: Suchanfragen sind das vielleicht ehrlichste Signal, das ein Shop erhält: Was Kunden wirklich wollen, bevor sie klicken. Diese Daten an einen Dritten zu geben, ist eine bewusste Entscheidung. In manchen Branchen ist es auch eine regulatorische Frage.
Mercadona ist nur deshalb eine Ausnahme, weil sie es kommunizieren. Viele rechnen stillschweigend.
Was wir auf werkking.de gebaut haben
werkking.de ist unser eigener Werkzeug- und Heimwerker-Affiliate-Shop mit über 10.000 Produkten, mehreren hundert Kategorien und einem wachsenden Ratgeberbereich. Wir nutzen ihn bewusst als Spielwiese für Themen, die wir später Kunden empfehlen wollen: Suche, Performance, SEO-Strukturen. Bevor wir etwas verkaufen, machen wir es dort selbst.
Sie können die neue Suche live ausprobieren: oben rechts auf werkking.de auf das Lupen-Icon klicken, dann ein paar Buchstaben tippen — die Ergebnisse erscheinen während der Eingabe, gruppiert nach Kategorien · Marken · Produkten · Ratgeberartikeln. Antwortzeiten liegen typischerweise unter 30 Millisekunden.

Was technisch passiert, in einer Zeile: Ein selbst gehosteter, schlanker Open-Source-Suchindex läuft als kleiner Service auf demselben Server wie der Shop. Die Frontend-Suche fragt ihn über eine schmale Proxy-Schnittstelle des Shops ab. Der Inhalt aktualisiert sich mit jeder Produkt- oder Beitragsänderung automatisch im Index.
Die Architektur halten wir bewusst klein:
- Index-Service: ein einzelner Prozess, ~400 MB RAM unter Volllast, hält drei Indizes (Produkte, Kategorien, Beiträge).
- Synchronisation: keine nächtliche Re-Indexierung. Webhooks des Shops (jede Produkt-Speicheraktion) schicken einzelne Dokumente in Echtzeit.
- Frontend: ein schlankes Such-Overlay, kein JavaScript-Framework, kein Build-Schritt.
Was die Lösung kann, ohne dass es im Code steht:
- Toleranz bei Tippfehlern: „mata kit“ findet „Makita“. Standard, kein Extra.
- Mehrsprachige Stammformen: Singular/Plural im Deutschen ohne Konfiguration.
- Filterbare Felder: Marke, Verfügbarkeit, Preisspanne lassen sich kombinieren.
- Highlighting: Gesuchte Begriffe werden im Ergebnis hervorgehoben.
Was sie nicht kann, ganz ehrlich: Die KI-Schicht, die Mercadona für semantische Bedeutung nutzt („Geschenk für Schwiegervater“ → korrekte Vorschläge), ist eine höhere Komplexitätsstufe. Für die meisten Shops im Bereich von 1.000 bis 100.000 Produkten ist das nicht der Engpass; die schnelle Stichwortsuche mit Fehlertoleranz jedoch schon.
Wann lohnt es sich?
Eine eigene Suche ist unserer Erfahrung nach sinnvoll, wenn mindestens zwei der folgenden Punkte zutreffen:
- Ab ~5.000 Produkten oder mehreren Tausend Suchanfragen im Monat — darunter reicht meist die Standard-Suche von WordPress/Shopware, oder die SaaS-Kosten sind klein genug, um sie nicht zu hinterfragen.
- Ein Server ist bereits vorhanden — das Hosten des Suchdienstes kostet effektiv keinen Cent zusätzlich, wenn der Shop bereits auf einer eigenen Maschine läuft. Bei reinen SaaS-Shops (Shopify ohne Side-Server) rechnet es sich anders.
- Suchanfragen sind eine geschäftskritische Datenquelle — wer sucht was, wann findet man nichts, welche Begriffe sind populär. Diese Daten in der eigenen Datenbank zu haben, eröffnet Analysen, die in einer SaaS-Konsole verborgen bleiben.
- Der Shop hat oder plant Multisortiment-Strukturen — mehrere Marken, Sprachen, Mandanten. Der SaaS-Preis skaliert hier oft unangenehm.
Wann es sich nicht lohnt: reines Shopify ohne dedizierten Server, sehr kleine Sortimente unter 1.000 Produkten, oder wenn das Team kein technisches Personal hat, das im Notfall einen Dienst neu starten kann. Ehrlichkeit verkauft sich besser als Marketing.

Vom Test-Shop zum Kundenprojekt
Dafür haben wir werkking.de: Themen vorher selbst angehen, die Fallstricke kennenlernen und dann mit Praxiserfahrung zum Kunden gehen. Im Fall der Suche heißt das konkret: Wir kennen den Aufwand, die Performance-Eigenschaften, die typischen Fragen zum Datenmanagement. Nicht aus einer Folie, sondern aus einer eigenen Produktionsumgebung.
Was wir machen, wenn jemand fragt:
- Bestandsaufnahme: Was kostet die aktuelle Suche, was bekommt der Shop dafür, wo verliert er Kunden? Typischerweise in einer Woche.
- Architekturvorschlag: zwei oder drei Varianten mit Aufwand, laufenden Kosten, Aspekten der Datensouveränität. Es gibt keine „One-size-fits-all“-Lösung.
- Implementierung: typischerweise 2–4 Wochen für eine produktive Lösung inklusive Frontend, Webhook-Synchronisation, Monitoring und Übergabe.
- Kein Lock-in: Was wir bauen, gehört dem Kunden. Code, Konfiguration, Daten. Kein monatliches Lizenz-Tröpfeln.
Wenn das Thema anfängt zu jucken
Schauen Sie sich die Demo in unserem Test-Shop an: oben rechts auf werkking.de auf die Lupe klicken, „akku“, „bosch“, „badezimmer“ — die Ergebnisse erscheinen während der Eingabe. Wenn Sie denken „das hätte ich auch gern, ohne den vierstelligen SaaS-Vertrag“, dann sprechen wir doch. Per E-Mail, per LinkedIn oder in einem ehrlichen Gespräch darüber, was Sie wirklich brauchen.
Hinweis: werkking.de ist ein eigener Affiliate-Shop von ZDS. Bestellungen über die dort enthaltenen Links können uns eine Provision einbringen, ohne zusätzliche Kosten für Besucher.
Möchten Sie eine eigene Suche für Ihren Shop bewerten?
Schreiben Sie uns, auf welcher Plattform Sie sind und wie viele Produkte Sie führen — wir geben Ihnen eine erste ehrliche Einschätzung, ob sich der Umstieg für Sie lohnt.