Wer erhebt die Zahl, und aus welchem Datenbestand?
Der Sichtbarkeitsindex stammt von SISTRIX, einem SEO-Softwareunternehmen mit Sitz in Bonn. Die eigene Zeitreihe für den deutschen Markt läuft laut Angaben des Unternehmens seit Februar 2008, damit gehört Deutschland zu den am längsten getrackten Märkten überhaupt. Es handelt sich um eine hauseigene, proprietäre Kennzahl. Google selbst berechnet oder veröffentlicht sie nicht, keine andere Suchmaschine tut das ebenfalls.
Entscheidend für dieses Thema ist die Datengrundlage: SISTRIX misst nicht Backlinks. Das Unternehmen crawlt eigenständig Google-Suchergebnisse für ein festes Set an Keywords je Land und protokolliert, welche Domain auf welcher Position rankt. Diese Rankingdaten, nicht Linkprofile, bilden die Basis des Index. Das unterscheidet den Sichtbarkeitsindex grundsätzlich von Kennzahlen wie Domain Authority oder Domain Rating, die beide aus Backlink-Indizes berechnet werden, dazu mehr im letzten Abschnitt.
Laut eigener Dokumentation sammelt SISTRIX Suchergebnisse für rund eine Million Keywords pro Land, ausgewählt als repräsentativer Querschnitt über das im jeweiligen Markt gemessene Suchvolumen. Verfügbar ist der Sichtbarkeitsindex mittlerweile für mehr als 50 Länder, aktualisiert wird er allerdings nicht überall gleich häufig: für 13 Länder täglich, für die übrigen wöchentlich. Der deutschsprachige Raum bildet damit historisch wie technisch den Kern des Produkts, auch wenn die internationale Abdeckung über die Jahre gewachsen ist.