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Glossar Webinar

Was ist ein Webinar?

  • Content Marketing
Definition

Ein Webinar ist ein Seminar oder eine Präsentation, die live über das Internet läuft, meist per Video und mit interaktiven Elementen wie Chat, Fragen oder Umfragen, und die eine Präsenzveranstaltung ersetzt oder ergänzt.

Auf dieser Seite 6
  1. Was ist ein Webinar?
  2. Live-Webinar im Vergleich zum aufgezeichneten Webinar
  3. Wie ein Webinar im Marketing funktioniert
  4. Warum das wichtig ist
  5. Best Practices
  6. Häufige Fehler
Kurz gefasst

Was ein Live-Webinar von einem aufgezeichneten Webinar unterscheidet, wie die Anmeldung Leads generiert, und warum die tatsächliche Teilnahme immer unter der Anmeldezahl liegt.

Was ist ein Webinar?

Ein Webinar ist ein Seminar oder eine Präsentation, die per Video über das Internet läuft. Das Publikum sieht zu und kann in Echtzeit mitmachen. Der Begriff setzt sich aus Web und Seminar zusammen und beschreibt genau das: eine Veranstaltung ohne Raum, ohne Anreise, offen für Teilnehmer an praktisch jedem Ort mit stabiler Internetverbindung.

Ursprünglich ein reines Bildungsformat, ist das Webinar heute vor allem ein Werkzeug im Inbound Marketing. Ein Unternehmen wählt ein Thema, das seine Zielgruppe interessiert, verlangt vorab eine Anmeldung mit E-Mail-Adresse und liefert dafür wertvollen Content. Diese Anmeldung landet direkt in der Newsletter-Liste des Unternehmens.

Ein Webinar läuft entweder live, mit echter Interaktion zwischen Referent und Publikum, oder als Aufzeichnung, die jeder ansieht, wann er will. Diese Unterscheidung bestimmt, wie das Format geplant und gemessen wird. Die übliche Länge liegt zwischen dreißig und sechzig Minuten, genug Zeit für ein Thema im Detail, ohne die Aufmerksamkeit der Teilnehmer vor dem Bildschirm zu überstrapazieren.

Live-Webinar im Vergleich zum aufgezeichneten Webinar

FormatWie es funktioniertStärke / Grenze
Live-WebinarLäuft in Echtzeit, mit Chat und Fragen, die der Referent sofort beantwortetBindet die Teilnehmer stärker, verlangt aber einen festen Termin
Aufgezeichnetes Webinar (On-Demand)Eine vorab aufgenommene Session, die der Nutzer ansieht, wann er möchteFlexibler Abruf, aber keine echte Interaktion mit dem Referenten

Die meisten Unternehmen zeichnen das Live-Webinar auf und nutzen es danach als On-Demand-Content weiter. So holen sie beide Vorteile aus einer einzigen Veranstaltung.

Wie ein Webinar im Marketing funktioniert

Alles beginnt mit einer Anmeldeseite, auf der die interessierte Person ihre E-Mail-Adresse hinterlässt, manchmal ergänzt um Angaben zu Unternehmen oder Position. Diese Seite enthält meist den Hinweis zur Einwilligung, die für die Datenverarbeitung und spätere Kommunikation nötig ist, gerade weil die Anmeldung oft auch außerhalb der eigenen Website beworben wird. Die Webinar-Anmeldung ist einer der häufigsten Sammelpunkte für neue Kontakte, die anschließend den Regeln des Double-Opt-in unterliegen.

Am Veranstaltungstag braucht es eine Streaming-Infrastruktur, die die erwartete Zuschauerzahl trägt, mit Live-Chat, einem Bereich für Fragen und oft kurzen Umfragen, um die Aufmerksamkeit zu halten. Die Plattform zeichnet die Session meist automatisch auf, sodass sie später als On-Demand-Version verfügbar ist, für alle, die am Veranstaltungstag nicht dabei sein konnten. Viele Tools liefern zusätzlich Live-Statistiken zur Zuschauerzahl, damit der Veranstalter erkennt, wenn die Aufmerksamkeit sinkt, und mit einer neuen Umfrage oder einer offenen Frage gegensteuern kann.

Nach dem Webinar beginnt die eigentliche Marketingarbeit: die Anmeldungen nach Interesse einordnen, sie ins CRM laden und per Segmentierung entscheiden, wer einen Vertriebsanruf bekommt und wer erst noch mehr Content braucht, bevor ein Kauf infrage kommt. Diese Einordnung macht aus einer bloßen Anmeldung eine echte Verkaufschance. Ohne diesen Schritt bleibt selbst ein gut besuchtes Webinar nur eine Zahl in der Statistik, ohne Wirkung auf den Umsatz.

Warum das wichtig ist

Das Webinar passt vor allem in die Consideration-Phase der Customer Journey: Der Nutzer kennt sein Problem bereits, vergleicht aber noch Optionen und braucht tiefere Information, als eine Anzeige oder ein Blogartikel liefern kann. Genau dort leistet eine vierzigminütige Session mit Live-Fragen etwas, das ein Text nicht schafft.

Damit das funktioniert, müssen Thema und Referent die echten Fragen der Buyer Persona treffen, an die sich das Unternehmen richtet, nicht das, was das Unternehmen über sich selbst erzählen will.

Bei der Messung gilt eine Besonderheit, die man von Anfang an einplanen sollte: Die Zahl der Anmeldungen liegt immer über der Zahl der Personen, die am Veranstaltungstag tatsächlich zuschalten. Diese Lücke zwischen Anmeldung und echter Teilnahme ist in der Branche bekannt, und Kapazität wie Nachfassaktion sollten auf die tatsächlichen Teilnehmer ausgelegt sein, nicht nur auf die Anmeldezahl. Wer diese Lücke ignoriert, plant am Ende zu viel Serverkapazität und zu wenig persönliche Nachfassaktion für die, die wirklich zugeschaltet haben.

Best Practices

  • Termin und Uhrzeit an der Zeitzone der Mehrheit der Zielgruppe ausrichten und am Vortag per E-Mail bestätigen.
  • Bei der Anmeldung nur Daten abfragen, die später wirklich genutzt werden; ein langes Formular senkt die Anmeldezahl.
  • Mindestens zehn Minuten für Live-Fragen einplanen, auch wenn das Programm eng getaktet ist.
  • Die Aufzeichnung an alle Angemeldeten schicken, die nicht teilnehmen konnten, nicht nur an die Teilnehmer selbst.
  • Anmelde- und Teilnahmequote getrennt messen: Das sind zwei unterschiedliche Kennzahlen.
  • Eine Nachfass-E-Mail mit einem konkreten nächsten Schritt verschicken, kein pauschales Dankeschön.

Häufige Fehler

  • Das Webinar zur reinen Produktwerbung machen, statt eigenständig nützlichen Content zu liefern.
  • Audio und Verbindung vorher nicht testen, das Publikum merkt es sofort.
  • Angemeldete, die nicht teilgenommen haben, ignorieren, obwohl diese Gruppe oft so groß ist wie die der Teilnehmer.
  • Keine Zeit für Fragen lassen oder sie pauschal beantworten, ohne auf den Kontext der fragenden Person einzugehen.
  • Immer dasselbe Skript verwenden, ohne es an Thema oder Zielgruppe der jeweiligen Session anzupassen.
Manuel Riveiro Rodriguez CEO & Digital Strategist

Eine technische Prüfung sieht sich das und alles Weitere in einem Durchgang an.

Audit anfragen

Häufige Fragen

Was unterscheidet ein Webinar von einem normalen Videoanruf?

Ein Videoanruf ist meist ein Gespräch zwischen wenigen Personen mit Bild und Ton aller Beteiligten. Ein Webinar ist auf ein größeres Publikum ausgelegt: Ein Referent oder wenige Referenten sind sichtbar, der Rest nimmt nur über Chat oder schriftliche Fragen teil, nicht per Video.

Warum nehmen weniger Personen teil, als sich anmelden?

Das ist bei diesem Format üblich: Eine Anmeldung kostet wenig, nur einen Klick, aber am Veranstaltungstag pünktlich dabei zu sein, hängt vom echten Terminkalender der Person ab. Die Teilnehmerzahl liegt deutlich unter der Anmeldezahl, deshalb sollte die Nachfassaktion beide Gruppen einplanen.

Braucht es eine Einwilligung, um nach dem Webinar zu kontaktieren?

Ja. Die Anmeldung erfasst personenbezogene Daten, also braucht der Versand späterer Kommunikation eine klare Rechtsgrundlage, genau wie jede andere Anmeldung zu einer E-Mail-Liste. Die Checkbox im Anmeldeformular ist meist der Punkt, an dem diese Einwilligung eingeholt wird. Ohne diese Zustimmung darf das Unternehmen keine weiteren Marketing-Mails verschicken, selbst wenn die Person das Webinar aktiv besucht hat.

Bringt ein aufgezeichnetes Webinar genauso viel wie ein Live-Webinar?

Beide erfüllen unterschiedliche Zwecke. Das Live-Format erlaubt Fragen und bindet stärker, weil ein echter Termin ansteht. Die Aufzeichnung erleichtert den Zugang für alle, die nicht live dabei sein konnten, verliert dabei aber die direkte Interaktion mit dem Referenten. Für reine Wissensvermittlung reicht oft die Aufzeichnung, für den Vertrauensaufbau bei einem neuen Publikum funktioniert das Live-Format meist besser.

Welche Plattformen nutzt man normalerweise für ein Webinar?

Es gibt spezialisierte Tools mit integrierter Anmeldung, Streaming und Aufzeichnung, daneben bieten auch allgemeine Videokonferenz-Plattformen eigene Webinar-Funktionen. Die Wahl hängt von der erwarteten Zuschauerzahl ab und davon, ob die Anmeldung direkt im selben Tool verwaltet werden soll. Kleinere Teams starten oft mit der Webinar-Funktion einer bestehenden Videokonferenz-Plattform und wechseln erst bei wachsendem Publikum zu einem spezialisierten Tool.