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Glossar Go-to-Market

Was ist Go-to-Market?

  • Content Marketing
Definition

Go-to-Market ist die Entscheidung, welchem Markt ein Unternehmen welches Angebot über welche Kanäle zu welchem Preis verkauft. Eine offizielle Definition gibt es nicht, und viele Ratgeber verkürzen es auf die Produkteinführung. Der Launch ist aber nur einer der Anlässe für diese Entscheidung.

Auf dieser Seite 5
  1. Was Go-to-Market bedeutet
  2. So gehst du Schritt für Schritt vor
  3. Warum es zählt
  4. Best Practices
  5. Häufige Fehler
Kurz gefasst

Go-to-Market heißt zu entscheiden, welchem Markt du was über welchen Kanal zu welchem Preis verkaufst. Was es vom Launch-Plan trennt und wie du vorgehst.

Was Go-to-Market bedeutet

Wörtlich heißt der Ausdruck „auf den Markt gehen“. Der älteste gefundene Beleg als Vertriebsbegriff stammt von Rowland Moriarty und Ursula Moran: „Managing Hybrid Marketing Systems“ (Harvard Business Review, November und Dezember 1990). Sie schreiben, Unternehmen ergänzten Kanäle ohne klares Bild ihrer „go to market“-Architektur. Er muss nicht der erste sein, und dieses Glossar legt keinen Ursprung fest. 2002 erschien Lawrence Friedmans Buch „Go To Market Strategy“. Laut Inhaltsverzeichnis des Verlags behandelt es die Wahl der Märkte, die Ausrichtung auf Kunden, die Wahl von Kanälen und Partnern sowie Produkte und Value Proposition.

Der Denkfehler: Go-to-Market sei der Launch-Plan oder der Marketingplan. Das kommt nicht von ungefähr, denn viel gelesene Ratgeber definieren es so. Asana spricht von einem Fahrplan für die Einführung eines Produkts oder den Eintritt in einen Markt, Stripe von einem Plan zur Einführung eines Produkts oder einer Dienstleistung. Der Fall bei Moriarty und Moran hat aber mit keinem Launch zu tun. Er handelt von einem etablierten Unternehmen, das seinen Vertrieb umbaut. Die Beschreibung von Friedmans Buch spricht davon, Produkte, Dienstleistungen, Geschäftsbereiche oder ein ganzes Unternehmen an den Markt zu bringen, und Salesforce zählt auch Relaunches und neue Zielgruppen dazu.

Die drei Dokumente beantworten verschiedene Fragen: - Go-to-Market: An wen verkaufst du, was bietest du an, wie erreichst du ihn, zu welchem Preis? - Launch-Plan: Was passiert wann an dem Tag, an dem das Produkt herauskommt? Ohne die Entscheidungen darüber ist er nur ein Kalender. - Marketingplan: laut Coursera der Aktionsplan mit den konkreten Schritten einer Marketingstrategie. Ein Go-to-Market kann ihn enthalten, umgekehrt enthält der Marketingplan aber kein Go-to-Market.

Dieses Glossar fasst es in vier Entscheidungen zusammen. Die Zusammenfassung stammt von diesem Glossar, denn die Quellen sind sich bei der Liste nicht einig. Asana fragt nach was, wer, wo und wie. Salesforce nimmt die Vorbereitung des Vertriebs und die Kennzahlen dazu. In Friedmans Kapiteltiteln kommt der Preis nicht vor: - Markt: Welches Segment oder Land gehst du zuerst an, und welches nicht? - Angebot: Was verkaufst du diesem Markt, und welches Problem löst es dort? - Kanal: Direktvertrieb, Händler, Onlineshop oder eine Mischung. - Preis: Wie viel verlangst du und wie, mit Blick auf das, was jeder Kanal kostet.

Die vier hängen aneinander. Ein Preis, der Marge für einen Händler lässt, kann im Direktvertrieb sinnlos sein, und ein teurer Kanal braucht Kunden, die genug kaufen, um ihn zu bezahlen.

So gehst du Schritt für Schritt vor

Eine einheitliche Methode gibt es nicht. Asana schlägt neun Schritte vor, diese Reihenfolge fasst zusammen, was den gelesenen Quellen gemeinsam ist. Die ersten beiden Schritte kannst du tauschen, wenn du von einem fertigen Produkt ausgehst.

Erstens: Wähle den Markt. Es geht darum, ein konkretes Segment festzulegen und andere auszuschließen. Eine Buyer Persona hilft zu beschreiben, an wen du verkaufst. Schau dir auch Wettbewerb und Nachfrage in diesem Markt an.

Zweitens: Formuliere, was du anbietest. Die Value Proposition sagt, welches Problem das Produkt löst und gegenüber welcher Alternative. Salesforce rät zu einer eigenen für jedes Produkt, auch wenn das Unternehmen schon eine hat.

Drittens: Prüfe deine Annahmen. Weißt du nicht, ob diese Zielgruppe kauft, kannst du das mit einem MVP testen, bevor du ein Team einstellst oder Händlerverträge unterschreibst. Das geht auch für einen Preis oder einen Kanal.

Viertens: Verteile die Arbeit auf die Kanäle. Hier hilft das Hybrid Grid von Moriarty und Moran, eine Tabelle mit den Vertriebsaufgaben auf der einen Achse (Kontakte gewinnen, qualifizieren, Vorverkauf, Abschluss, Service nach dem Kauf, Kundenbetreuung) und den Kanälen auf der anderen. Ein Kanal muss nicht alles machen. Mailings können Kontakte bringen, das Telefon sie qualifizieren, ein Außendienstler den Abschluss holen. Die Autoren bestehen darauf, dass die Aufteilung dem Kaufverhalten der Kunden folgt und nicht nur den Kosten der Kanäle.

Fünftens: Leg den Preis zusammen mit dem Kanal fest, denn die Marge jedes Kanals verändert, was du verlangen kannst. Diese Entscheidung lässt sich nicht ans Ende schieben.

Sechstens: Bereite das Team vor. Salesforce nennt das Sales Enablement: Unterlagen und Schulungen, damit die Verkäufer das Produkt vorstellen können.

Siebtens: Leg fest, was du misst. Salesforce nennt Kundengewinnungskosten, Customer Lifetime Value und Conversion Rate. Setz die Zielwerte vor dem Start und prüf den Plan neu, wenn sich das Produkt ändert oder eine neue Zielgruppe dazukommt.

Ein erfundenes Beispiel: Ein Softwarehaus für Terminbuchung in Zahnarztpraxen beginnt mit Praxen ab drei Behandlungsstühlen in Deutschland. Das zentrale Versprechen sind weniger ausgefallene Termine, abgerechnet wird monatlich je Praxis. Da diese Gebühr keinen Vertreterbesuch bei jeder kleinen Praxis trägt, gewinnt es Kontakte über Inhalte und ein Formular, qualifiziert am Telefon und schickt den Außendienst nur zu Gruppen mit mehreren Praxen. Das Launch-Datum ist eine Angabe in diesem Plan, nicht sein Inhalt.

Warum es zählt

Was es kostet, das nicht zu entscheiden, ist in einem Fall gut beschrieben. Moriarty und Moran erzählen von Wright Line, das Anfang der 1980er Jahre seinen Direktvertrieb um einen Katalog- und Telefonkanal für mittlere Kunden und einen indirekten Kanal für kleine ergänzte. Laut den Autoren kauften die Kunden nicht so, wie diese Aufteilung es annahm. Bis 1985 sanken Wachstum, Marktanteil und Gewinn, die Vertreter stritten um Kunden, und die besten Kunden stießen auf verschiedene Angebote für dasselbe Produkt. Das ist ein einzelner Fall, und erzählt wird er von denen, die die Lösung vorschlagen.

Softwareanbieter und Ratgeber sagen, diese Arbeit verhindere teure Fehler. Eine unabhängige Messung, um wie viel, findet sich in den geprüften Quellen nicht. Die Beschreibung von Friedmans Buch verspricht zweistelliges Wachstum, das ist eine Verlagsaussage, die sich nicht prüfen ließ. Deshalb steht hier keine Verbesserungszahl.

Drei verwandte Begriffe beantworten andere Fragen: - Der Marketing-Mix teilt sich drei Hebel mit Go-to-Market: Produkt, Preis und Distribution. Go-to-Market ergänzt die Wahl des Markts und die Organisation des Vertriebs, Werbung ist nur ein Teil davon. Die Grenze ist nicht offiziell, und manche Ratgeber verwenden die Begriffe fast gleichbedeutend. - Der Product-Market-Fit ist ein Zustand: ein guter Markt und ein Produkt, das ihn zufriedenstellt, so formuliert es Marc Andreessen 2007. Go-to-Market ist eine Entscheidung. Du kannst sie vor diesem Fit treffen, dann ist sie eine Hypothese. - Das MVP ist ein Werkzeug, um eine Annahme zu prüfen. Damit lassen sich die Annahmen eines Go-to-Market testen, ersetzen lassen sie sich nicht.

Best Practices

  • Schreib die vier Entscheidungen samt Begründung auf eine Seite.
  • Nenn auch die Märkte, die du auslässt.
  • Wähl den Kanal danach, wie der Kunde kauft, und prüf das bei echten Kunden.
  • Rechne jeden Kanal mit seinem Preis durch, bevor du etwas unterschreibst.
  • Gib jedem Kanal konkrete Aufgaben und kläre, wem welcher Kunde gehört.
  • Prüf alles neu bei einem Relaunch, einer neuen Zielgruppe oder einem zusätzlichen Kanal.

Häufige Fehler

  • Einen Launch-Kalender Go-to-Market nennen.
  • Die Entscheidung dem Marketing überlassen und den Vertrieb außen vor lassen.
  • Alle ansprechen, um niemanden auszuschließen.
  • Den Kanal eines Wettbewerbers kopieren, ohne zu wissen, ob er sich für ihn rechnet.
  • Kanäle einzeln ergänzen, ohne das Ganze anzusehen.
  • Kanäle nach Kundengröße aufteilen, ohne zu prüfen, ob die Kunden so kaufen.
  • Den Preis erst festlegen, wenn der Kanal schon steht.
Manuel Riveiro Rodriguez CEO & Digital Strategist

Eine technische Prüfung sieht sich das und alles Weitere in einem Durchgang an.

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Häufige Fragen

Was ist eine Go-to-Market-Strategie?

Das ist die Entscheidung, welchem Markt du welches Angebot über welche Kanäle zu welchem Preis verkaufst. Eine offizielle Definition gibt es nicht: Viele Ratgeber beschreiben sie als Launch-Plan, andere zählen Vertrieb und Kennzahlen dazu. Du brauchst sie bei neuen Produkten, aber auch beim Markteintritt, bei einer neuen Zielgruppe oder beim Umbau der Vertriebskanäle.

Ist das dasselbe wie ein Launch-Plan?

Nein. Der Launch-Plan sagt, was wann an dem Tag passiert, an dem das Produkt herauskommt. Go-to-Market entscheidet, an wen du verkaufst, was du anbietest, über welchen Weg und zu welchem Preis. Du brauchst es auch ohne Launch: Der 1990 veröffentlichte Fall Wright Line handelt von einem etablierten Unternehmen, das seine Kanäle umbaute.

Was unterscheidet es vom Marketingplan?

Der Marketingplan hält die konkreten Schritte einer Marketingstrategie fest, etwa Botschaften und Werbekanäle. Go-to-Market umfasst zusätzlich die Wahl von Markt und Angebot, den Vertriebskanal und den Preis. Laut Coursera kann ein Go-to-Market einen Marketingplan enthalten, während ein Marketingplan umgekehrt kein Go-to-Market enthält. Beides ersetzt sich also nicht gegenseitig.

Welche Schritte hat eine Go-to-Market-Strategie?

Eine einheitliche Methode gibt es nicht, Asana schlägt zum Beispiel neun Schritte vor. Üblich sind: Markt wählen, Angebot formulieren, Annahmen prüfen, Vertriebsaufgaben auf Kanäle verteilen, Preis festlegen, das Team vorbereiten und festlegen, was du misst. Die Reihenfolge kann sich ändern, wenn du von einem fertigen Produkt ausgehst.

Woher kommt der Begriff Go-to-Market?

Der Ursprung ist nicht geklärt, und dieses Glossar legt keinen fest. Der älteste gefundene Beleg als Vertriebsbegriff stammt von Moriarty und Moran aus der Harvard Business Review von 1990, dort ist von einer „go to market“-Architektur die Rede. 2002 erschien Lawrence Friedmans Buch mit diesem Titel. Frühere Belege sind möglich.

Quellen

  1. Rowland T. Moriarty und Ursula Moran, „Managing Hybrid Marketing Systems“, Harvard Business Review, November und Dezember 1990 (englisch). Volltext gelesen in der Aufnahme des Internet Archive vom 15.11.2019, die heutige Seite zeigt nur den Anfang. Quelle für den Gebrauch von „go to market“, das Hybrid Grid, die Aufteilung nach Kaufverhalten und den Fall Wright Line.
  2. Routledge, Eintrag zu Lawrence Friedman, „Go To Market Strategy“, 1. Auflage, 2002 (englisch). Quelle für das Jahr, das Inhaltsverzeichnis, den Umfang laut Beschreibung und das Wachstumsversprechen. Das Buch selbst wurde nicht gelesen.
  3. Salesforce, Ratgeber zur Go-to-Market-Strategie, Datum nicht geprüft (Softwareanbieter, englisch). Quelle für Relaunches und neue Zielgruppen, die Value Proposition je Produkt, Sales Enablement und die Kennzahlen.
  4. Coursera, Artikel zur Go-to-Market-Strategie, Datum nicht geprüft (englisch). Quelle für den Unterschied zum Marketingplan.
  5. Marc Andreessen, „The only thing that matters“, 25. Juni 2007 (englisch). Quelle für die Definition des Product-Market-Fit.
  6. Asana, Ratgeber zur Go-to-Market-Strategie, Datum nicht geprüft (Softwareanbieter, englisch). Quelle für die Definition über Launch und Markteintritt, die vier Fragen und die neun Schritte.
  7. Stripe, Ratgeber zur Go-to-Market-Strategie für Start-ups, Datum nicht geprüft (Zahlungsanbieter). Quelle für die Definition als Plan zur Einführung eines Produkts oder einer Dienstleistung.