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Glossar Programmatic Advertising

Was ist Programmatic Advertising?

  • PPC / Ads / CRO
Definition

Programmatic Advertising ist der automatisierte Ein- und Verkauf digitaler Werbeplätze. Software entscheidet für jede einzelne Impression, welche Anzeige zu welchem Preis erscheint, entweder in einer Echtzeitauktion oder auf Grundlage einer vorab getroffenen Vereinbarung.

Auf dieser Seite 5
  1. Was Programmatic Advertising bedeutet
  2. Wie es funktioniert
  3. Warum es zählt
  4. Best Practices
  5. Häufige Fehler
Kurz gefasst

Programmatic Advertising ist der automatisierte Ein- und Verkauf von Werbeplätzen: DSP, SSP, Ad Exchange, RTB, OpenRTB, Brand Safety und Cookies.

Was Programmatic Advertising bedeutet

Beim klassischen Mediaeinkauf verhandelt eine Agentur mit jedem Medium, unterschreibt einen Auftrag und liefert die Werbemittel. Beim programmatischen Einkauf erledigen das miteinander verbundene Plattformen, und die Entscheidung fällt Impression für Impression, während die Seite oder App lädt.

Programmatisch beschreibt die Art des Einkaufs. Format und Ort bleiben offen: Ein Banner, ein Video oder eine Anzeige in einer App lässt sich so kaufen. Das gilt auch für Werbeflächen in einem Onlineshop. Wie sich Programmatic Advertising und Retail Media unterscheiden, erklärt der Eintrag zu Retail Media.

Wie es funktioniert

In der Kette arbeiten drei Arten von Plattformen: - DSP (Demand-Side-Plattform): Laut IAB Europe handelt sie für den Käufer, also Werbetreibende oder Agentur, und optimiert den Einkauf von Impressionen in Echtzeit über Ad Exchanges. - SSP (Supply-Side-Plattform): Laut derselben Quelle nutzen Publisher, also Websites, Apps und andere digitale Medien, sie, um ihr Werbeinventar zu verwalten, zu verkaufen und zu optimieren. - Ad Exchange: Die OpenRTB-Spezifikation definiert ihn als Dienst, der für jede Impression eine Auktion unter den Bietern durchführt.

Der technische Standard, über den diese Plattformen miteinander sprechen, ist OpenRTB vom IAB Tech Lab. Nach dem eigenen Text soll er Märkte für Echtzeitgebote mit offenen Standards für die Kommunikation zwischen Werbekäufern und Verkäufern von Publisher-Inventar fördern. Die aktuelle Fassung des 2.x-Zweigs ist 2.6-202606, veröffentlicht am 11. Juni 2026. Der Ablauf beginnt, wenn ein Exchange oder eine andere Angebotsquelle eine Gebotsanfrage (Bid Request) an einen Bieter schickt. Das Gebot, das zurückkommt, ist laut Spezifikation im Kern ein Kaufangebot.

Es gibt zwei grundlegende Arten des Einkaufs: - RTB (Real-Time Bidding): eine offene Auktion für jede einzelne Impression, während die Seite lädt. - Programmatic Direct: Der Publisher verhandelt die Kampagne mit dem Käufer und wickelt sie mit programmatischer Technik ab. Google Ad Manager unterscheidet mehrere Typen. Bei Programmatic Guaranteed sind Inventar und Preis fest und werden mit einem einzelnen Käufer verhandelt. Preferred Deals haben einen festen Preis und Zugriff vor der Auktion. Private Auctions sind Auktionen nur für eingeladene Käufer. Die beiden letzten bilden einen sogenannten Private Marketplace (PMP), und alle diese Vereinbarungen tragen eine Deal-ID.

Damit Käufer sehen, wer tatsächlich verkauft, veröffentlicht das IAB Tech Lab zwei Standarddateien. Mit ads.txt erklärt der Publisher öffentlich, welche Unternehmen sein Inventar verkaufen dürfen. Mit sellers.json legen Verkaufsplattformen offen, wer Direktverkäufer und wer Zwischenhändler ist.

Käufer- und Verkäuferseite treffen sich für jede Impression in derselben Auktion.

Warum es zählt

Programmatic bringt Reichweite und Preiskontrolle, aber der Werbetreibende wählt nicht mehr jede Seite selbst aus, auf der er erscheint. Daher kommt Brand Safety: zu verhindern, dass eine Anzeige neben schädlichen oder unangemessenen Inhalten läuft. Google beschreibt sie in der Hilfe zu Display & Video 360 als automatisches Ausfiltern von Inhalten, neben denen kein Werbetreibender je erscheinen will. Davon trennt Google die Brand Suitability, bei der jeder Werbetreibende selbst festlegt, welche Inhalte er akzeptiert. Das IAB Tech Lab nennt Brand Safety als typischen Einsatz seiner Content Taxonomy, heute in Version 3.1. GARM, eine 2019 gegründete freiwillige Brancheninitiative für digitale Sicherheit, gibt es nicht mehr: Die World Federation of Advertisers (WFA) hat ihr Ende am 9. August 2024 bekannt gegeben.

Drittanbieter-Cookies gibt es in Chrome weiterhin. Google schlug am 22. Juli 2024 vor, sie nicht abzuschaffen und den Nutzern stattdessen eine Wahl zu geben. Am 22. April 2025 entschied Google, beim bisherigen Ansatz zu bleiben und keine eigene Abfrage für diese Wahl einzuführen. Am 17. Oktober 2025 kündigte Google an, die meisten Privacy-Sandbox-Technologien wegen geringer Nutzung einzustellen, darunter Topics und Protected Audience. Im Inkognitomodus sind Drittanbieter-Cookies laut Chrome-Hilfe standardmäßig blockiert. Wie sich das auf Kampagnen wie Retargeting auswirkt, hängt deshalb vom Browser und von der Einwilligung ab.

Die Einwilligung ist die zweite Bedingung. In der EU kann das Einwilligungssignal die Plattformen über das IAB TCF erreichen. Der Gerichtshof der Europäischen Union hat am 7. März 2024 (Rechtssache C-604/22) entschieden, dass der TC-String ein personenbezogenes Datum ist, soweit er mit vertretbarem Aufwand einer Kennung wie der IP-Adresse zugeordnet werden kann.

Best Practices

  • ads.txt und sellers.json eines Publishers prüfen, bevor Sie sein Inventar kaufen.
  • Inhaltsausschlüsse und Websitelisten vom ersten Kampagnentag an festlegen.
  • Direkte Deals oder Private Marketplaces nutzen, wenn das Umfeld wichtiger ist als der Preis.
  • Nach sichtbaren Impressionen und Conversions messen, nicht nur nach Volumen.
  • Prüfen, ob die CMP ein gültiges Einwilligungssignal an die Plattformen weitergibt.

Häufige Fehler

  • Programmatic für ein Werbeformat halten.
  • Nur nach dem niedrigsten TKP einkaufen, ohne zu prüfen, wo die Anzeigen erscheinen.
  • Davon ausgehen, dass Chrome Drittanbieter-Cookies bereits blockiert.
  • Die Kette der Zwischenhändler zwischen Werbetreibendem und Publisher übersehen.
  • Brand Safety, die für alle gilt, mit Brand Suitability verwechseln, die von der einzelnen Marke abhängt.
Manuel Riveiro Rodriguez CEO & Digital Strategist

Eine technische Prüfung sieht sich das und alles Weitere in einem Durchgang an.

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Häufige Fragen

Was ist Programmatic Advertising?

Programmatic Advertising ist der automatisierte Ein- und Verkauf digitaler Werbeplätze. Software entscheidet für jede Impression, welche Anzeige zu welchem Preis erscheint, in einer Echtzeitauktion oder über eine vorab getroffene Vereinbarung. Programmatisch beschreibt die Art des Einkaufs: Banner, Videos oder App-Anzeigen lassen sich alle so kaufen.

Was ist der Unterschied zwischen DSP, SSP und Ad Exchange?

Die DSP arbeitet für den Käufer und bietet auf Impressionen. Die SSP arbeitet für den Publisher und verwaltet und verkauft sein Inventar. Der Ad Exchange ist der Ort der Auktion, laut OpenRTB-Spezifikation ein Dienst, der jede Impression unter den Bietern versteigert. Alle drei verständigen sich über den Standard OpenRTB.

Was ist der Unterschied zwischen RTB und Programmatic Direct?

Bei RTB wird jede Impression in Echtzeit unter den Bietern versteigert. Bei Programmatic Direct verhandeln Publisher und Käufer die Bedingungen vorab, und die programmatische Technik übernimmt nur die Auslieferung. Google Ad Manager unterscheidet dabei Programmatic Guaranteed mit festem Inventar und Preis, Preferred Deals und Private Auctions.

Hat Google Drittanbieter-Cookies in Chrome abgeschafft?

Nein. Google hat am 22. April 2025 entschieden, beim bisherigen Ansatz zu bleiben, bei dem Nutzer in den Chrome-Einstellungen selbst wählen. Am 17. Oktober 2025 hat Google die meisten Privacy-Sandbox-Technologien eingestellt. Laut Chrome-Hilfe sind Drittanbieter-Cookies im Inkognitomodus standardmäßig blockiert, in anderen Fenstern entscheiden die Einstellungen.

Was bedeutet Brand Safety im Programmatic Advertising?

Brand Safety umfasst alle Maßnahmen, die verhindern, dass eine Anzeige neben schädlichen oder unangemessenen Inhalten erscheint. Google trennt davon die Brand Suitability, bei der jeder Werbetreibende selbst festlegt, welche Inhalte zu seiner Marke passen. In der Praxis arbeitet man mit Inhaltsausschlüssen, Websitelisten und Taxonomien wie der des IAB Tech Lab.

Quellen

  1. IAB Tech Lab, OpenRTB 2.6, Fassung 2.6-202606 vom 11. Juni 2026 (auf Englisch). Quelle für das Ziel, die Definition des Exchange, die Gebotsanfrage und das Gebot als Kaufangebot.
  2. IAB Europe, „Q&A: Digital Advertising Supply Chain“, ohne Datum im Dokument (auf Englisch). Quelle für die Definitionen von DSP und SSP.
  3. Google-Ad-Manager-Hilfe, Transaktionstypen, ohne Datum (auf Englisch). Quelle für Programmatic Guaranteed, Preferred Deals, Private Auctions, Private Marketplace und Deal-ID.
  4. Google-Ad-Manager-Hilfe, Programmatic Direct, ohne Datum (auf Englisch). Quelle für die Definition von Programmatic Direct.
  5. IAB Tech Lab, Spezifikationen ads.txt 1.1 (2022) und sellers.json 1.0 (Juli 2019) (auf Englisch). Quelle für den Zweck beider Dateien.
  6. Display-&-Video-360-Hilfe, Brand Safety und Brand Suitability, ohne Datum (auf Englisch). Quelle für beide Definitionen.
  7. IAB Tech Lab, Content Taxonomy, Seite aktualisiert am 11. Februar 2026, Version 3.1 (auf Englisch). Quelle für den Einsatz bei Brand Safety.
  8. World Federation of Advertisers, „WFA discontinues GARM“, 9. August 2024 (auf Englisch). Quelle für Gründung und Ende von GARM.
  9. Google, Anthony Chavez, „A new path for Privacy Sandbox on the web“, 22. Juli 2024 (auf Englisch). Quelle für den Vorschlag, Drittanbieter-Cookies nicht abzuschaffen.
  10. Google, Anthony Chavez, „Next steps for Privacy Sandbox and tracking protections in Chrome“, 22. April 2025 (auf Englisch). Quelle für die Entscheidung, beim bisherigen Ansatz ohne eigene Abfrage zu bleiben.
  11. Google, Anthony Chavez, „Update on Plans for Privacy Sandbox Technologies“, 17. Oktober 2025 (auf Englisch). Quelle für die Einstellung von Topics, Protected Audience und weiteren Technologien.
  12. Google-Chrome-Hilfe, Cookies, abgerufen am 26. Oktober 2026. Quelle für die Standardblockierung im Inkognitomodus.
  13. Gerichtshof der Europäischen Union, Urteil vom 7. März 2024, Rechtssache C-604/22, IAB Europe. Quelle für den TC-String als personenbezogenes Datum.