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Glossar Affiliate Marketing

Was ist Affiliate-Marketing?

  • PPC / Ads / CRO
Definition

Affiliate-Marketing ist ein leistungsbasiertes Marketingmodell, bei dem ein Unternehmen (der Merchant) einem Partner (dem Affiliate) für jeden Verkauf, Lead oder Klick eine Provision zahlt, den dieser über einen eigenen Tracking-Link vermittelt.

Auf dieser Seite 6
  1. Was ist Affiliate-Marketing?
  2. Die gängigsten Vergütungsmodelle
  3. Wie es funktioniert
  4. Warum rel="sponsored" zählt
  5. Best Practices
  6. Häufige Fehler
Kurz gefasst

Wie der Affiliate-Link und das Attributionsfenster funktionieren, und warum jeder Affiliate-Link laut Googles Richtlinien das Attribut rel="sponsored" tragen muss.

Was ist Affiliate-Marketing?

Affiliate-Marketing ist ein leistungsbasiertes Modell im Online-Marketing. Ein Unternehmen, der Merchant oder Advertiser, zahlt Dritten eine Provision für jeden Verkauf, Lead oder Klick, den diese vermitteln. Diese Dritten heißen Affiliates oder Publisher: ein Blog, ein YouTube-Kanal, ein Preisvergleichsportal oder ein Account mit eigener Reichweite.

Zwischen beiden steht meist ein Affiliate-Netzwerk. Es bündelt das Angebot verfügbarer Programme, erzeugt die Tracking-Links und wickelt die Provisionszahlungen an jeden Affiliate ab. Netzwerke wie Awin, Rakuten Advertising oder TradeDoubler funktionieren genau so: Der Merchant meldet sein Programm an, legt die Provisionshöhe fest, und das Netzwerk übernimmt die technische Infrastruktur.

Der Affiliate braucht weder eigenes Lager noch eigene Zahlungsabwicklung. Seine Aufgabe ist qualifizierter Traffic zum Merchant, dafür erhält er einen Anteil an jedem Ergebnis, das sein Link erzeugt. Verbreitet ist das Modell vor allem in Bereichen mit hohem Rechercheaufwand vor dem Kauf, etwa bei Software, Reisen, Finanzprodukten oder Elektronik, wo Interessenten vor der Entscheidung gezielt nach Vergleichen und Erfahrungsberichten suchen.

Die gängigsten Vergütungsmodelle

ModellVergütet wirdTypischer Einsatz
Pay per Sale (PPS)jeder abgeschlossene Verkauf über den LinkE-Commerce, das verbreitetste Modell
Pay per Lead (PPL)jede Registrierung, jedes ausgefüllte FormularSoftware, Versicherungen, Finanzdienstleistungen
Pay per Click (PPC)jeder Klick auf den Link, unabhängig von der ConversionVergleichsportale, Seiten mit hohem Trafficvolumen

PPS ist das dominierende Modell, weil es die Kosten des Merchants an ein echtes Geschäftsergebnis koppelt. PPC ist für den Merchant am riskantesten, da er auch für Klicks zahlt, die zu keinem Verkauf führen.

Wie es funktioniert

Meldet sich ein Affiliate für ein Programm an, erhält er einen eigenen Affiliate-Link: die Produkt-URL mit angehängter Kennung, oder einen Deep Link, der direkt auf eine bestimmte Produktseite verweist statt auf die Startseite.

Beim Klick speichert der Server des Merchants diese Kennung in einem Cookie im Browser des Nutzers. Diese Speicherung erlaubt es, einen späteren Kauf dem richtigen Affiliate zuzuordnen, auch wenn der Kauf erst Stunden oder Tage nach dem Klick zustande kommt.

Dieser Zeitraum heißt Attributionsfenster: die Spanne, in der ein Kauf noch dem vermittelnden Affiliate zugerechnet wird. Bei den meisten Programmen liegt sie zwischen 24 Stunden und 30 Tagen, manche verlängern sie bei Produkten mit längerem Entscheidungsprozess. Nach Ablauf des Fensters verfällt das Cookie, und der Verkauf löst keine Provision mehr aus, selbst wenn der Nutzer kurz darauf kauft. Die meisten Programme nutzen zusätzlich ein Last-Click-Attributionsmodell: Führt der Weg eines Nutzers vor dem Kauf über Links mehrerer unterschiedlicher Affiliates, erhält meist derjenige die volle Provision, dessen Klick zuletzt vor dem Kauf registriert wurde.

Das Affiliate-Netzwerk übernimmt die technische Vermittlerrolle: Es betreibt das Tracking-System, gleicht Verkäufe mit den ursprünglichen Klicks ab und zahlt jedem Affiliate die vereinbarte Provision aus, ähnlich wie ein CRM die Kontaktdaten eines Unternehmens zentral verwaltet.

Warum rel="sponsored" zählt

Der wichtigste technische Punkt beim Affiliate-Marketing ist das Attribut rel="sponsored". Google führte es 2019 als präziseres Gegenstück zum allgemeinen Nofollow ein, gedacht speziell für bezahlte oder kompensierte Links wie Affiliate-Links.

Laut Googles Richtlinien zu ausgehenden Links muss jeder Affiliate-Link, also jeder Link, für den die verlinkende Seite bei einem Klick, Lead oder Kauf eine Provision erhält, im <a>-Tag mit rel="sponsored" versehen sein, statt mit einem normalen Dofollow-Attribut. Ein unmarkierter Affiliate-Link verstößt gegen Googles Richtlinien zu Link-Spam, bei systematischem Einsatz kann das eine manuelle Maßnahme gegen die Seite nach sich ziehen.

rel="sponsored" ist eine technische Pflicht gegenüber Google, getrennt von der rechtlichen Kennzeichnungspflicht gegenüber dem Leser. Verbraucherschutzrecht, auch innerhalb der EU, verlangt einen klaren Hinweis, wenn ein Beitrag Affiliate-Links enthält, meist als sichtbaren Vermerk wie „dieser Artikel enthält Affiliate-Links". Das eine ersetzt das andere nicht. Ein Hinweis nur im Impressum reicht dafür meist nicht aus, er muss für den Leser direkt am Artikel oder unmittelbar vor dem betroffenen Link sichtbar sein.

Best Practices

  • Jeden Affiliate-Link ausnahmslos mit rel="sponsored" im <a>-Tag versehen, auch wenn zusätzlich nofollow gesetzt ist.
  • Einen sichtbaren Hinweis auf Affiliate-Links platzieren, bevor der Leser den ersten Link erreicht.
  • Das Produkt vor der Empfehlung selbst testen: eine Rezension mit eigenen Screenshots und echten Nutzungsdaten konvertiert besser als kopierter Herstellertext.
  • Die CTR jedes einzelnen Links auswerten, um zu sehen, welche Empfehlung wirklich Klicks bringt, statt nur welche Seite die meisten Besuche hat.
  • Den Hauptlink dort, wo es passt, mit einer Cross-Selling-Empfehlung kombinieren, statt sich auf ein einzelnes Produkt zu beschränken.
  • Den Inhalt an die Phase in der Customer Journey anpassen: ein Vergleichstest funktioniert in der Entscheidungsphase besser als ein allgemeiner Einstiegsartikel.

Häufige Fehler

  • Produktbeschreibungen und Bewertungen wörtlich vom Merchant übernehmen, ohne eigene Tests, Vergleiche oder Erfahrung: Google stuft das als Thin Affiliation ein und kann die Seite abwerten.
  • rel="sponsored" bei älteren Links vergessen, wenn ein Artikel um neue Affiliate-Produkte ergänzt wird.
  • Die kommerzielle Beziehung vor dem Leser verschweigen, obwohl der Link technisch korrekt markiert ist: die Pflicht gegenüber Google und die Pflicht gegenüber dem Nutzer sind zwei verschiedene Dinge.
  • Produkte allein wegen hoher Provision auswählen, ohne zu prüfen, ob sie zur Zielgruppe der Seite passen.
  • Links nicht regelmäßig kontrollieren: ein beendetes Affiliate-Programm hinterlässt tote Links oder Weiterleitungen auf irrelevante Seiten.
Manuel Riveiro Rodriguez CEO & Digital Strategist

Eine technische Prüfung sieht sich das und alles Weitere in einem Durchgang an.

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Häufige Fragen

Was unterscheidet Affiliate-Marketing von Influencer-Marketing?

Affiliate-Marketing vergütet über einen nachverfolgbaren Link nach Ergebnis, also Verkauf, Lead oder Klick, unabhängig von der Reichweite des Affiliates. Influencer-Marketing zahlt dagegen meist ein festes Honorar pro Beitrag, orientiert an Reichweite und Engagement, und enthält nicht zwingend einen provisionsbasierten Tracking-Link mit Cookie-Zuordnung.

Ist rel="sponsored" bei jedem Affiliate-Link Pflicht?

Ja, laut Googles Richtlinien zu ausgehenden Links, denselben Richtlinien, die auch nofollow und dofollow definieren. Jeder Link, für den die verlinkende Seite bei einem Klick, einem Lead oder einem Kauf eine Vergütung erhält, muss dieses Attribut tragen, unabhängig davon, ob zusätzlich nofollow gesetzt ist.

Wie kennzeichnet man Affiliate-Links gegenüber dem Leser?

Mit einem klaren, sichtbaren Hinweis, bevor der Leser den Link erreicht, etwa „dieser Beitrag enthält Affiliate-Links". Diese Kennzeichnungspflicht gegenüber dem Verbraucher besteht unabhängig vom technischen Attribut rel="sponsored", das nur beeinflusst, wie Google den Link bewertet. Ein Hinweis allein im Impressum reicht dafür in der Regel nicht aus.

Was passiert, wenn eine Seite Affiliate-Links nicht markiert?

Sie verstößt gegen Googles Richtlinien zu Link-Spam, dieselben Richtlinien, die auch für gekaufte Links generell gelten. Bei systematischem Einsatz kann das eine manuelle Maßnahme gegen die gesamte Seite nach sich ziehen, verbunden mit Sichtbarkeitsverlust in der Suche, bis alle betroffenen Links korrigiert sind.

Wie viel lässt sich mit Affiliate-Marketing verdienen?

Das hängt vom Programm, dem Vergütungsmodell und dem qualifizierten Trafficvolumen ab. Es reicht von wenigen Euro pro Lead bei Pay-per-Lead-Programmen bis zu zweistelligen Prozentsätzen vom Verkaufspreis bei Nischen-Programmen mit Pay per Sale, ohne Garantie auf feste Einnahmen, da die Höhe stark von Marktnische und Wettbewerbsdruck abhängt.