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Glossar Cookie

Was ist ein Cookie?

  • Analytics
Definition

Ein HTTP-Cookie ist eine kleine Textdatei, die ein Server über den Set-Cookie-Header im Browser ablegt, damit eine Website sich zwischen einzelnen Anfragen an Daten erinnert, obwohl HTTP selbst zustandslos ist.

Eine Garderobenmarke aus Messing, vollkommen blank — daneben der Titel Cookie
Die Marke sagt nicht, wer du bist — nur dass du schon da warst
Auf dieser Seite 6
  1. Was ist ein Cookie und wie funktioniert es technisch?
  2. First-Party-Cookies gegenüber Third-Party-Cookies
  3. Wie es funktioniert: Session, persistent und das SameSite-Attribut
  4. Warum das wichtig ist: Einwilligung, DSGVO und der Kurswechsel der Browser
  5. Best Practices
  6. Häufige Fehler
Kurz gefasst

Was ein Cookie technisch genau ist, der Unterschied zwischen First-Party- und Third-Party-Cookies, wann Einwilligung nötig ist und was Chrome, Safari und Firefox 2025/2026 wirklich geändert haben.

Eine Garderobenmarke aus Messing, vollkommen blank — daneben der Titel Cookie
Die Marke sagt nicht, wer du bist — nur dass du schon da warst

First-Party-Cookies gegenüber Third-Party-Cookies

MerkmalFirst-Party-CookieThird-Party-Cookie
Wer setzt esDie besuchte Domain selbstEine fremde Domain, eingebunden über Anzeige, Widget oder Pixel
Typischer ZweckSitzung, Warenkorb, Sprache, eigene AnalyticsWerbung über Websites hinweg, Retargeting, seitenübergreifende Messung
Stand 2026In keinem Browser eingeschränktSafari blockiert seit 2020, Firefox seit 2019 standardmäßig; Chrome bestätigte im April 2025, sie beizubehalten

Die Grenze zwischen beiden hängt nicht vom Inhalt des Cookies ab, sondern davon, wer es setzt und von welcher Domain aus. Derselbe Analytics-Anbieter kann als First-Party-Cookie laufen, wenn er auf der eigenen Domain konfiguriert ist, oder als Third-Party-Cookie, wenn sein Skript direkt von seiner eigenen Domain lädt.

Wie es funktioniert: Session, persistent und das SameSite-Attribut

Ein Session-Cookie trägt kein Ablaufdatum: Es lebt, solange der Browser geöffnet ist, und verschwindet beim Schließen. Es hält zum Beispiel ein halb ausgefülltes Formular oder eine aktive Anmeldung fest. Ein persistentes Cookie dagegen trägt das Attribut Expires oder Max-Age und überlebt Tage, Monate oder Jahre, bis zu diesem Datum oder bis der Nutzer es manuell löscht. Browser räumen Session-Cookies beim Schließen zuverlässig auf, weshalb sie sich für kurzlebige, sensible Zustände wie eine Zahlungssitzung eignen.

Das Attribut SameSite entscheidet, ob ein Cookie auch bei Anfragen von einer anderen Domain mitgeschickt wird. Mit Strict läuft es nur bei Anfragen, die von der eigenen Seite ausgehen; mit Lax, dem Standardwert der meisten modernen Browser, auch beim direkten Navigieren zur Seite; mit None geht es in jedem Kontext mit, verlangt dafür aber das Attribut Secure und eine HTTPS-Verbindung. Diese Kontrolle entstand als Antwort auf CSRF-Angriffe, bei denen eine bösartige Website ausnutzte, dass der Browser Session-Cookies einer anderen Seite unbemerkt mitschickte.

Neben SameSite schließen zwei weitere Attribute die Lücke: HttpOnly verhindert, dass JavaScript das Cookie im Browser ausliest, und Secure erzwingt die Übertragung ausschließlich über HTTPS. Wird ein Third-Party-Cookie blockiert, weichen manche Werbetreibende auf Alternativen wie den Tracking-Pixel oder Fingerprinting aus, jeweils mit eigenen technischen und rechtlichen Grenzen.

Warum das wichtig ist: Einwilligung, DSGVO und der Kurswechsel der Browser

In der EU braucht jedes Cookie, das nicht zwingend für den Betrieb der Seite nötig ist, die vorherige Einwilligung des Nutzers, laut Artikel 5.3 der ePrivacy-Richtlinie (2002/58/EG). Erlaubt das Cookie außerdem, eine Person zu identifizieren, greift zusätzlich die DSGVO als Datenschutzrahmen. Deshalb erfüllt jeder Cookie-Banner, der wirklich Skripte blockiert, bis der Nutzer entscheidet, eine echte rechtliche Funktion, weit über die Optik hinaus.

Die Haltung der Browser zu Third-Party-Cookies hat mehrfach gewechselt. Safari blockiert sie seit 2020 standardmäßig per Intelligent Tracking Prevention, Firefox seit 2019 per Enhanced Tracking Protection. Chrome dagegen, das jahrelang die Abschaffung angekündigt hatte, änderte den Kurs: Im April 2025 bestätigte Google, dass Third-Party-Cookies ohne den geplanten zusätzlichen Hinweis-Dialog bleiben, und im Oktober 2025 stellte der Konzern die meisten Privacy-Sandbox-APIs ein, die als Ersatz entwickelt worden waren, weil die Branche sie kaum nutzte.

Für Website-Betreiber heißt das praktisch: First-Party-Cookies bleiben die stabilere Basis für Analytics und Personalisierung, während man sich bei Third-Party-Cookies darauf einstellen muss, dass Safari und Firefox sie weiterhin blockieren, auch wenn Chrome sie nun doch nicht abschafft. Eine Prüfung des technischen SEO sollte deshalb erfassen, welche Cookies vor der Einwilligung laden, ein häufiger Fehler, der sowohl die Rechtskonformität als auch die Ladezeit belastet.

Best Practices

  • Jedes Cookie nach Zweck klassifizieren, notwendig, Präferenzen, Statistik oder Marketing, bevor die Cookie-Richtlinie geschrieben wird, nicht danach.
  • SameSite=Lax als Standardwert setzen und None nur für Cookies reservieren, die wirklich domainübergreifend funktionieren müssen.
  • Jedes Session-Cookie mit Secure und HttpOnly versehen, um das Diebstahlrisiko durch ein bösartiges Skript zu senken.
  • Skripte von Drittanbietern erst nach ausdrücklicher Einwilligung laden; nur das Setzen des Cookies zu blockieren reicht nicht aus.
  • Persistenten Cookies ein realistisches Ablaufdatum geben: Ein Präferenz-Cookie muss nicht zwei Jahre leben, wenn der Nutzer seine Wahl vorher ändert.
  • In der Cookie-Richtlinie den echten Namen jedes Cookies, den Anbieter und die Laufzeit dokumentieren, keine generische Beschreibung.

Häufige Fehler

  • Das Analytics- oder Tracking-Pixel-Skript laden, bevor der Nutzer zugestimmt hat, auch wenn der Cookie-Banner schon sichtbar ist.
  • "First-Party-Cookie" mit "datenschutzfreundlich" verwechseln: Auch ein First-Party-Cookie kann sensible Daten sammeln, wenn es nicht sorgfältig gestaltet ist.
  • Session-Cookies ohne Secure setzen, auf Seiten, die Teile des Inhalts noch über HTTP ausliefern, und die Sitzung damit im Klartext exponieren.
  • Davon ausgehen, Chrome habe Third-Party-Cookies bereits abgeschafft, ein Irrglaube, der seit 2020 kursiert und den Google selbst im April 2025 widerlegt hat.
  • SameSite=None vorsorglich bei allen Cookies setzen, was die Angriffsfläche für CSRF unnötig vergrößert.
Manuel Riveiro Rodriguez CEO & Digital Strategist

Eine technische Prüfung sieht sich das und alles Weitere in einem Durchgang an.

Audit anfragen

Häufige Fragen

Kann ein Cookie mich persönlich identifizieren?

Für sich genommen speichert ein Cookie nur eine Kennung oder einen technischen Wert, keinen Namen. Wird diese Kennung aber mit einem Konto, einer E-Mail-Adresse oder einer IP-Adresse verknüpft, lässt sich eine Person identifizieren. Dann fällt das Cookie unter die DSGVO als personenbezogenes Datum, mit entsprechender Einwilligungs- und Löschpflicht.

Schafft Chrome Third-Party-Cookies 2026 ab?

Nein. Google bestätigte im April 2025, Third-Party-Cookies in Chrome ohne den geplanten zusätzlichen Hinweis-Dialog beizubehalten, und stellte im Oktober 2025 die meisten Privacy-Sandbox-APIs ein, die als Ersatz gedacht waren, weil die Werbebranche sie kaum adoptierte. Ein Umbruch, mit dem viele in der Branche jahrelang fest gerechnet hatten.

Was unterscheidet Cookies löschen vom Inkognito-Modus?

Cookies löschen entfernt bereits gespeicherte Cookies aus dem Browser. Der Inkognito-Modus speichert einfach keine neuen Cookies dauerhaft, sobald das Fenster geschlossen wird. Während der Sitzung funktionieren Third-Party-Cookies dort größtenteils wie in einem normalen Fenster, auch wenn Chrome sie im Inkognito-Modus zusätzlich einschränkt.

Brauche ich Einwilligung für technische oder Session-Cookies?

Nein. Die ePrivacy-Richtlinie nimmt Cookies aus, die zwingend nötig sind, um den vom Nutzer angeforderten Dienst zu erbringen, etwa den Warenkorb oder die aktive Anmeldung. Einwilligung ist nur für Analytics-, Personalisierungs- oder Werbe-Cookies vorgeschrieben, selbst wenn diese technisch nur wenige Daten speichern.

Was passiert, wenn meine Website Safaris Third-Party-Blockade ignoriert?

Technisch nichts Dramatisches: Der Browser sendet und akzeptiert das Third-Party-Cookie einfach nicht, sodass die davon abhängige Funktion, etwa Retargeting, für diesen Nutzer wegfällt. Apple verhängt keine Strafe, aber es entsteht ein Datenverlust, den man am besten mit eigener First-Party-Analytics ausgleicht.

Quellen

  1. RFC 6265 – HTTP State Management Mechanism (IETF): technische Originalspezifikation, die Cookies sowie die Header Set-Cookie und Cookie definiert. Veröffentlicht im April 2011, weiterhin die geltende Referenz.
  2. Using HTTP cookies (MDN Web Docs): aktuelle technische Referenz zu den Attributen Secure, HttpOnly und SameSite sowie zum Unterschied zwischen Session- und persistenten Cookies. Aktualisiert am 8. Oktober 2025.
  3. Next steps for Privacy Sandbox and tracking protections in Chrome (Google): offizielle Ankündigung von Google, dass Chrome Third-Party-Cookies beibehält. Veröffentlicht am 22. April 2025.