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Glossar BCG-Matrix

Was ist die BCG-Matrix?

  • Analytics
Definition

Die BCG-Matrix, auch Marktwachstum-Marktanteil-Portfolio, ordnet jedes Geschäft oder Produkt eines Unternehmens einem von vier Feldern zu. Die beiden Achsen sind das Wachstum seines Markts und sein relativer Marktanteil. Sie hilft zu entscheiden, wo investiert wird und woher das Geld kommt.

Auf dieser Seite 5
  1. Was die BCG-Matrix bedeutet
  2. Wie es funktioniert
  3. Warum es zählt
  4. Best Practices
  5. Häufige Fehler
Kurz gefasst

Die BCG-Matrix ordnet die Produkte eines Unternehmens nach Marktwachstum und relativem Marktanteil. Was jedes Feld sagt und warum es kein Rezept ist.

Was die BCG-Matrix bedeutet

Die Matrix trägt den Namen der Boston Consulting Group. Nach Angaben der Beratung hat Alan Zakon sie zuerst skizziert und mit Kollegen weiterentwickelt. Bekannt gemacht hat sie der Gründer Bruce Henderson 1970 in seinem Essay „The Product Portfolio“.

Die beiden Achsen: - Senkrechte Achse: die Wachstumsrate des Markts, in dem das Produkt antritt. Gemeint ist das Marktwachstum, nicht das Wachstum der eigenen Umsätze. - Waagerechte Achse: der relative Marktanteil, also der eigene Anteil im Verhältnis zum Anteil eines Bezugswettbewerbers.

Daraus ergeben sich vier Felder. Die Namen stammen von Henderson: - Star: hoher Anteil in einem wachsenden Markt. Laut Henderson weist er fast immer einen Buchgewinn aus, doch das Wachstum kostet Investitionen, und vielleicht deckt er seinen Geldbedarf nicht selbst. - Cash Cow (Melkkuh): hoher Anteil in einem Markt, der kaum noch wächst. Sie bringt mehr Geld ein, als nötig ist, um ihren Anteil zu halten. - Question Mark (Fragezeichen): niedriger Anteil in einem wachsenden Markt. Es braucht mehr Geld, als es einbringt, und fällt zurück, wenn es keinen Anteil gewinnt. - Dog (armer Hund): niedriger Anteil in einem Markt, der kaum wächst. Im Essay von 1970 hieß das Feld „pet“ (Haustier). Die BCG-Seite erklärt heute, dass es oft als Hund dargestellt wird.

Hinter der Matrix steht die Erfahrungskurve: Wer mehr Anteil hat, sammelt mehr Erfahrung, produziert günstiger und erzielt mehr Marge. Deshalb schrieb Henderson, dass Margen und erwirtschaftetes Geld vom Marktanteil abhängen und dass Wachstum Geld für neue Anlagen kostet. Ein ausgewogenes Portfolio hat für ihn Stars, die die Zukunft sichern, Cash Cows, die sie bezahlen, und Question Marks, die mit diesem Geld zu Stars werden können.

Wie es funktioniert

Im ersten Schritt legst du die Einheiten fest: Produktlinien oder Geschäftsbereiche, jede mit ihrem eigenen Markt. Wie du den Markt abgrenzt, entscheidet über den Anteil. Eine Marke für Trailschuhe kann in ihrer Nische führen und im Markt für Sportschuhe klein sein.

Im zweiten Schritt misst du für jede Einheit zwei Werte, mit derselben Quelle und für denselben Zeitraum: - das Wachstum des Markts, in Umsatz oder in Stück, - den relativen Marktanteil: eigener Anteil geteilt durch den Anteil des Bezugswettbewerbers. Ist der Bezug der größte Wettbewerber (für den Marktführer der zweitgrößte), bedeutet ein Wert über 1 Marktführerschaft.

Der erste Messfehler ist, den absoluten Anteil auf die Achse zu setzen. Ein Rechenbeispiel ohne echte Marktdaten: Eine Marke mit einem Fünftel des Markts wirkt stark. Hat der Marktführer doppelt so viel, liegt ihr relativer Anteil bei 0,5, und das Produkt landet in der Hälfte mit niedrigem Anteil. In einem zersplitterten Markt, in dem die Nummer zwei nur halb so viel hat wie sie, ergibt dasselbe Fünftel 2,0, und die Marke führt. Mit dem absoluten Anteil sähen beide Fälle gleich aus.

Der Bezugswettbewerber gehört deshalb neben die Matrix. In einer Studie von 2014 teilte die BCG den Anteil jedes Unternehmens durch den des drittgrößten der Branche, nicht durch den des Marktführers. Mit einem anderen Bezug verschiebt sich die Grenze zwischen hohem und niedrigem Anteil.

Im dritten Schritt trägst du die Einheiten ein und liest die Geldflüsse ab: woher das Geld kommt und wohin es fließt. Die Matrix rechnet nichts von selbst. Sie ordnet ein Gespräch über Investitionen, das sonst Produkt für Produkt geführt wird.

Entscheidend ist der Abstand zum Bezug, nicht die eigene Zahl.

Warum es zählt

Die Matrix zwingt dazu, das Unternehmen als Portfolio zu sehen. Eine wachsende Einheit verbraucht Geld, eine reife bringt es ein, und beide braucht es gleichzeitig. Ohne diesen Blick verteidigt jeder Bereich sein Budget für sich.

Ein zweiter Fehler ist, die Felder als Rezept zu lesen. Die Handlungsanweisungen stammen von der BCG selbst: Cash Cows melken, in Stars investieren, in Question Marks investieren oder sie aufgeben und Dogs liquidieren, verkaufen oder neu positionieren. Sie beruhen aber auf einer Annahme, nämlich dass der Anteil Kosten und Geldfluss erklärt. Diese Annahme musst du in jedem Markt prüfen.

Die BCG hat sie 2014 selbst überprüft. In ihrer Auswertung börsennotierter US-Unternehmen lag der Anteil der Cash Cows an den Gesamtgewinnen 2012 um 25 % unter dem von 1982, und die Unternehmen blieben kürzer in einem Feld. Die Autoren folgern, dass der Marktanteil die Leistung nicht mehr gut vorhersagt und die waagerechte Achse ein anderes Maß für Wettbewerbsfähigkeit braucht. Aus Dogs wollen sie vor allem das herausholen, was man aus ihnen lernen kann, statt sie nur abzustoßen.

Bevor du einen Dog einstellst, lohnt der Blick darauf, was an ihm hängt: ob er zusammen mit einem anderen Produkt verkauft wird, ob er Kunden hält oder eine Lücke gegenüber dem Wettbewerb schließt. Die Matrix sieht solche Verbindungen nicht, weil sie jede Einheit für sich betrachtet.

Andere Werkzeuge übernehmen andere Teile. Die PESTEL-Analyse hilft einzuschätzen, ob ein Markt weiter wächst, und dieser Wert ist die senkrechte Achse. Die SWOT-Analyse kreuzt die Lage jeder Einheit mit ihren Stärken und Schwächen. Die Ansoff-Matrix fragt etwas anderes: in welche Richtung das Unternehmen von hier aus wachsen soll.

Best Practices

  • Den Markt jeder Einheit abgrenzen, bevor du Anteile berechnest, und die Abgrenzung neben die Matrix schreiben.
  • Den relativen Anteil verwenden und den Bezugswettbewerber nennen.
  • Wachstum und Anteil für alle Einheiten mit derselben Quelle und für denselben Zeitraum messen.
  • Jedes Feld als Annahme über den Geldfluss lesen und sie an den Zahlen der Einheit prüfen.
  • Vor einem Verkauf oder einer Einstellung klären, welche Verbindungen die Einheit zu den anderen hat.
  • Die Matrix neu aufstellen, wenn sich ein Markt verändert: Die Einheiten wandern zwischen den Feldern.

Häufige Fehler

  • Den absoluten statt des relativen Anteils auf die waagerechte Achse setzen.
  • Das Wachstum der eigenen Umsätze statt des Marktwachstums messen.
  • Das Feld als Urteil nehmen und einen Dog einstellen, ohne zu prüfen, was er trägt.
  • Den Markt so zuschneiden, dass ein Produkt als Star erscheint.
  • Die Matrix in einem Unternehmen mit nur einem Produkt einsetzen, in dem es kein Portfolio zu ordnen gibt.
  • Den Zusammenhang zwischen Anteil und Geldfluss voraussetzen, ohne ihn in der Branche zu prüfen.
Manuel Riveiro Rodriguez CEO & Digital Strategist

Eine technische Prüfung sieht sich das und alles Weitere in einem Durchgang an.

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Häufige Fragen

Was ist die BCG-Matrix?

Sie ist ein Werkzeug der Boston Consulting Group für das Portfoliomanagement. Sie ordnet jedes Geschäft oder Produkt eines Unternehmens einem von vier Feldern zu, Star, Cash Cow, Question Mark oder Dog, je nach Marktwachstum und relativem Marktanteil. So lässt sich entscheiden, in welche Einheiten investiert wird und woher das Geld kommt.

Was ist der relative Marktanteil?

Er ist der eigene Marktanteil geteilt durch den Anteil eines Bezugswettbewerbers. Ist der Bezug der größte Wettbewerber, bedeutet ein Wert über 1, dass das Unternehmen in diesem Markt führt. Nenne immer, welcher Wettbewerber der Bezug ist, denn mit einem anderen Bezug verschiebt sich die Grenze zwischen hohem und niedrigem Anteil.

Wer hat die BCG-Matrix entwickelt?

Nach Angaben der Boston Consulting Group hat Alan Zakon, später Chef der Beratung, sie zuerst skizziert und mit Kollegen weiterentwickelt. Der Gründer Bruce Henderson machte sie 1970 in seinem Essay „The Product Portfolio“ bekannt, in dem auch die Namen der Felder stehen. Das vierte Feld hieß damals noch „pet“.

Muss man Dogs immer verkaufen?

Nicht unbedingt. Die BCG empfahl, sie zu liquidieren, zu verkaufen oder neu zu positionieren, doch das setzt voraus, dass der Anteil Kosten und Geldfluss erklärt. 2014 schrieb die Beratung selbst, dass der Marktanteil die Leistung nicht mehr gut vorhersagt. Prüfe vor einer Einstellung, ob das Produkt den Absatz eines anderen stützt oder Kunden hält.

Was unterscheidet die BCG-Matrix von der Ansoff-Matrix?

Die BCG-Matrix ordnet das Portfolio, das ein Unternehmen schon hat, nach Marktwachstum und relativem Anteil, und hilft, das Geld zu verteilen. Die Ansoff-Matrix blickt nach vorn: Sie kombiniert bestehende oder neue Produkte mit bestehenden oder neuen Märkten, um eine Wachstumsrichtung zu wählen. Beide lassen sich in derselben Planung nutzen.

Quellen

  1. Bruce Henderson, „The Product Portfolio“, Boston Consulting Group, 1970 (englisch). Quelle für die vier Felder und ihre ursprünglichen Namen (cash cows, pets, question marks, stars), dafür, dass Margen und Geldfluss nach der Erfahrungskurve vom Anteil abhängen, und für das ausgewogene Portfolio.
  2. Boston Consulting Group, „What Is the Growth Share Matrix?“, ohne Datum (englisch). Quelle dafür, dass Alan Zakon sie zuerst skizziert und Henderson sie 1970 bekannt gemacht hat, für die Achsen relativer Anteil und Wachstum, für die Anweisungen je Feld und dafür, dass das „pet“ oft als Hund dargestellt wird.
  3. Martin Reeves, Sandy Moose und Thijs Venema, „BCG Classics Revisited: The Growth Share Matrix“, Boston Consulting Group, 04.06.2014 (englisch). Quelle für den um 25 % geringeren Gewinnanteil der Cash Cows (2012 gegenüber 1982), für den relativen Anteil gegenüber dem drittgrößten Unternehmen der Branche in der Studie und dafür, dass der Anteil die Leistung nicht mehr gut vorhersagt.