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Glossar Generative KI

Was ist generative KI?

Definition

Generative KI ist eine Klasse von KI-Modellen, die aus einer Eingabe neue Inhalte erzeugt: Text, Bilder, Audio oder Video. Sie ist ein Teilgebiet des Machine Learning. Bekannte Anwendungen sind Chatbots, Bildgeneratoren und Werkzeuge für Sprachausgabe.

Auf dieser Seite 5
  1. Was generative KI bedeutet
  2. Wie es funktioniert
  3. Warum es zählt
  4. Best Practices
  5. Häufige Fehler
Kurz gefasst

Generative KI erzeugt neue Inhalte aus einer Eingabe: Text, Bild, Audio und Video. Wie sie funktioniert, wo sie hilft und was Google und die KI-VO verlangen.

Was generative KI bedeutet

Google beschreibt generative KI in seiner Einführung in das maschinelle Lernen als Klasse von Modellen, die aus einer Nutzereingabe Inhalte erzeugt. Sie kann verschiedene Eingaben verarbeiten und verschiedene Ausgaben erzeugen, etwa Text, Bilder, Audio und Video. Die Eingabe heißt Prompt; wie man ihn formuliert, beschreibt der Eintrag Prompt Engineering.

Der Unterschied zu anderem Machine Learning liegt in der Ausgabe. Ein Spamfilter ordnet eine E-Mail einer Klasse zu, ein Gebotssystem schätzt eine Wahrscheinlichkeit. Ein generatives Modell gibt etwas Neues aus, das es so in den Trainingsdaten nicht gab.

Die KI-Verordnung der EU nennt in Erwägungsgrund 99 große generative KI-Modelle ein typisches Beispiel für KI-Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck, weil sie Inhalte flexibel erzeugen, etwa als Text, Audio, Bild oder Video, und sich so für viele verschiedene Aufgaben eignen. Das BSI ordnet generative KI-Modelle ebenfalls als Teilgebiet dieser universell einsetzbaren Modelle ein.

Wie es funktioniert

Ein generatives Modell lernt im Training, wie die Daten aufgebaut sind, mit denen es trainiert wird. Danach erzeugt es neue Beispiele, die diesem Aufbau folgen. Drei Arbeiten stehen für die heute verbreiteten Ansätze.

Ian Goodfellow und Kollegen stellten 2014 die Generative Adversarial Networks vor. Dabei werden zwei Modelle gleichzeitig trainiert: eines erzeugt Daten, das andere schätzt, ob ein Beispiel aus den Trainingsdaten stammt oder aus dem Generator.

Ashish Vaswani und Kollegen stellten 2017 den Transformer vor, eine Architektur, die ausschließlich mit Aufmerksamkeitsmechanismen arbeitet. Sie testeten ihn an maschineller Übersetzung. Wie ein Sprachmodell daraus Text erzeugt, Token für Token, erklärt der Eintrag LLM.

Jonathan Ho, Ajay Jain und Pieter Abbeel zeigten 2020 hochwertige Bildsynthese mit Diffusionsmodellen. Diese Modelle lernen, Rauschen schrittweise aus einem Bild zu entfernen, und erzeugen so aus reinem Rauschen ein neues Bild.

Für Audio und Video gilt dasselbe Prinzip mit anderen Daten. Manche Modelle verbinden mehrere Arten: Sie nehmen zum Beispiel ein Bild und einen Text als Eingabe und erzeugen ein Video.

Drei Bauweisen mit demselben Ziel: Neues, das wie die Trainingsdaten gebaut ist.

Warum es zählt

Im Marketing erzeugt generative KI Entwürfe für Texte, Bildvarianten, Übersetzungen, Zusammenfassungen und gesprochene Fassungen. Google schreibt in seiner Anleitung zu KI-generierten Inhalten, generative KI könne besonders bei der Recherche zu einem Thema nützlich sein und dabei, eigenen Inhalten eine Struktur zu geben.

Für die Suche zieht Google die Grenze beim Zweck, nicht beim Werkzeug. Im Februar 2023 schrieb Google, dass nicht jede Automatisierung Spam ist, auch nicht die Erzeugung mit KI. Die Spam-Richtlinien nennen als Missbrauch skalierter Inhalte, viele Seiten vor allem zur Manipulation des Rankings zu erzeugen, und führen als erstes Beispiel den Einsatz generativer KI, um viele Seiten ohne Mehrwert für die Nutzer zu erstellen.

Generative Modelle erzeugen plausible Ausgaben, keine geprüften. Das BSI nennt Halluzinationen ein großes Problem, weil die Ausgaben meist glaubhaft wirken, bis hin zu erfundenen Quellenangaben.

Dazu kommen zwei Rechtsfragen. Nach Art. 50 Abs. 2 der KI-Verordnung müssen Anbieter von KI-Systemen, die synthetische Audio-, Bild-, Video- oder Textinhalte erzeugen, die Ausgaben maschinenlesbar kennzeichnen; Fristen und Pflichten der Verwender beschreibt der Eintrag Kennzeichnung KI-generierter Inhalte. Und wer Inhalte online veröffentlicht, kann sich das Text- und Data-Mining nach Art. 4 Abs. 3 der DSM-Richtlinie (EU) 2019/790 maschinenlesbar vorbehalten. Anbieter von KI-Modellen mit allgemeinem Verwendungszweck müssen einen solchen Vorbehalt nach Art. 53 Abs. 1 lit. c der KI-Verordnung ermitteln und einhalten.

Best Practices

  • Generative KI für Entwürfe, Varianten und Struktur nutzen und jede Tatsachenbehauptung vor der Veröffentlichung an der Quelle prüfen.
  • Zahlen, Zitate und Quellenangaben aus einer KI-Ausgabe nie ungeprüft übernehmen.
  • Eigene Erfahrung, Daten und Beispiele ergänzen, die das Modell nicht kennen kann.
  • Festhalten, welche Inhalte mit welchem Werkzeug entstanden sind, um Kennzeichnungspflichten nachkommen zu können.
  • Vor dem Einsatz klären, ob Eingaben vertrauliche oder personenbezogene Daten enthalten und was der Anbieter mit ihnen macht.
  • Den eigenen Umgang mit Text- und Data-Mining festlegen und einen Vorbehalt, falls gewünscht, maschinenlesbar erklären.

Häufige Fehler

  • Generative KI mit einer Suchmaschine verwechseln und ihre Antworten als geprüfte Fakten behandeln.
  • Viele Seiten automatisch erzeugen, die keinen Mehrwert haben, in der Annahme, Google erkenne es nicht.
  • Generative KI mit Sprachmodellen gleichsetzen und Bild-, Audio- und Videomodelle übersehen.
  • KI-generierte Bilder realer Personen oder Orte veröffentlichen, ohne die Kennzeichnung zu prüfen.
  • Kundendaten oder Vertragsinhalte in ein öffentliches Werkzeug eingeben, ohne die Nutzungsbedingungen zu kennen.
Manuel Riveiro Rodriguez CEO & Digital Strategist

Eine technische Prüfung sieht sich das und alles Weitere in einem Durchgang an.

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Häufige Fragen

Was ist generative KI?

Generative KI ist eine Klasse von KI-Modellen, die aus einer Eingabe neue Inhalte erzeugt, etwa Text, Bilder, Audio oder Video. Sie gehört zum Machine Learning. Anders als ein Modell, das nur einordnet oder eine Zahl schätzt, gibt sie etwas Neues aus. Chatbots, Bildgeneratoren und Werkzeuge für Sprachausgabe sind bekannte Anwendungen.

Was ist der Unterschied zwischen generativer KI und einem LLM?

Ein LLM ist ein großes Sprachmodell, das Text erzeugt, und damit eine Form generativer KI. Generative KI ist der weitere Begriff: Dazu gehören auch Modelle, die Bilder, Audio oder Video erzeugen, etwa Diffusionsmodelle für Bilder. Manche Modelle verarbeiten mehrere Arten zugleich, zum Beispiel Bild und Text als Eingabe.

Bestraft Google KI-generierte Inhalte?

Nicht wegen des Werkzeugs. Google schrieb im Februar 2023, dass nicht jede Automatisierung Spam ist, auch nicht die Erzeugung mit KI. Gegen die Spam-Richtlinien verstößt es, viele Seiten vor allem zur Manipulation des Rankings zu erzeugen, und als erstes Beispiel nennt Google dafür generative KI, mit der viele Seiten ohne Mehrwert entstehen.

Muss ich KI-generierte Inhalte kennzeichnen?

Die KI-Verordnung verpflichtet nach Art. 50 Abs. 2 die Anbieter von KI-Systemen, synthetische Audio-, Bild-, Video- und Textinhalte maschinenlesbar zu kennzeichnen. Für Verwender gelten eigene Pflichten, etwa bei Deepfakes. Welche Regel wann greift und ab wann sie gilt, erklärt der Eintrag zur Kennzeichnung KI-generierter Inhalte.

Warum erfindet generative KI manchmal Fakten?

Weil das Modell eine plausible Ausgabe erzeugt und dabei nicht in einer geprüften Datenbank nachsieht. Fehlt die richtige Antwort in den Trainingsdaten, entsteht trotzdem eine Antwort, die glaubhaft klingt. Das BSI beschreibt solche Halluzinationen bei Sprachmodellen als großes Problem, weil sie auch erfundene Quellenangaben enthalten können.

Quellen

  1. Google for Developers, „What is Machine Learning?“, aktualisiert am 27. Januar 2026 (englisch). Quelle für die Definition generativer KI und die Ausgabearten Text, Bild, Audio und Video.
  2. Verordnung (EU) 2024/1689 über künstliche Intelligenz, im Amtsblatt veröffentlichte Fassung vom 12. Juli 2024. Quelle für Erwägungsgrund 99 zu großen generativen KI-Modellen.
  3. Verordnung (EU) 2024/1689, konsolidierte Fassung vom 27. Juli 2026. Quelle für Art. 50 Abs. 2 (Kennzeichnung synthetischer Inhalte) und Art. 53 Abs. 1 lit. c (Rechtsvorbehalt beim Text- und Data-Mining).
  4. Richtlinie (EU) 2019/790 über das Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt vom 17. April 2019. Quelle für den maschinenlesbaren Nutzungsvorbehalt nach Art. 4 Abs. 3.
  5. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, „Generative KI-Modelle – Chancen und Risiken für Industrie und Behörden“, Version 2.0 vom 17. Januar 2025. Quelle für die Einordnung als Teilgebiet der universell einsetzbaren KI-Modelle und für Halluzinationen.
  6. Ian J. Goodfellow und weitere, „Generative Adversarial Networks“, arXiv, 10. Juni 2014 (englisch). Quelle für das Training von Generator und Diskriminator.
  7. Ashish Vaswani und weitere, „Attention Is All You Need“, arXiv, 12. Juni 2017 (englisch). Quelle für den Transformer und den Test an maschineller Übersetzung.
  8. Jonathan Ho, Ajay Jain und Pieter Abbeel, „Denoising Diffusion Probabilistic Models“, arXiv, 19. Juni 2020 (englisch). Quelle für die Bildsynthese mit Diffusionsmodellen.
  9. Google Search Central Blog, „Google Search's guidance about AI-generated content“, 8. Februar 2023 (englisch). Quelle dafür, dass nicht jede Automatisierung, auch nicht die Erzeugung mit KI, Spam ist.
  10. Google Search Central, „Spam Policies for Google Web Search“, aktualisiert am 28. August 2026 (englisch). Quelle für den Missbrauch skalierter Inhalte und das Beispiel generativer KI.
  11. Google Search Central, „Google Search's guidance on using generative AI content on your website“, aktualisiert am 1. Oktober 2026 (englisch). Quelle für den Nutzen bei Recherche und Struktur.