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Glossar Machine Learning

Was ist Machine Learning?

Definition

Machine Learning, auf Deutsch maschinelles Lernen, ist ein Teilgebiet der künstlichen Intelligenz. Ein Programm lernt dabei aus Daten, statt dass jede Regel von Hand programmiert wird. Das Ergebnis ist ein Modell, das Vorhersagen trifft oder Inhalte erzeugt.

Auf dieser Seite 5
  1. Was Machine Learning bedeutet
  2. Wie es funktioniert
  3. Warum es zählt
  4. Best Practices
  5. Häufige Fehler
Kurz gefasst

Machine Learning heißt, dass ein Programm aus Daten lernt statt aus festen Regeln: die drei Lernarten, das Verhältnis zu KI und Beispiele im Marketing.

Was Machine Learning bedeutet

Arthur Samuel veröffentlichte 1959 im IBM Journal of Research and Development eine Studie über ein Programm, das Dame spielt. Es lernte, besser zu spielen als der Mensch, der es geschrieben hatte, und brauchte dafür acht bis zehn Stunden Spielzeit auf der Maschine. Samuel schrieb, Computern das Lernen aus Erfahrung beizubringen solle irgendwann einen großen Teil der detaillierten Programmierarbeit überflüssig machen.

Tom Mitchell definierte 1997 in seinem Lehrbuch: Ein Programm lernt aus einer Erfahrung E in Bezug auf eine Klasse von Aufgaben T und ein Leistungsmaß P, wenn seine Leistung bei den Aufgaben in T, gemessen mit P, durch die Erfahrung E besser wird. Sein Beispiel ist wieder das Damespiel: Die Aufgabe ist das Spielen, das Maß der Anteil gewonnener Partien, die Erfahrung sind Partien gegen sich selbst.

Machine Learning ist ein Teil der künstlichen Intelligenz, nicht das Ganze. Die KI-Verordnung der EU nennt in Erwägungsgrund 12 zwei Arten von Techniken für KI-Systeme: Ansätze des maschinellen Lernens, die aus Daten lernen, wie Ziele erreicht werden, und logik- und wissensgestützte Konzepte, die aus kodiertem Wissen ableiten. Deep Learning ist wiederum ein Teil des Machine Learning. Nach LeCun, Bengio und Hinton (2015) lernen dabei Modelle aus mehreren Verarbeitungsschichten Darstellungen von Daten auf mehreren Abstraktionsebenen. Auch ein LLM ist ein solches tiefes Modell, trainiert auf großen Textmengen.

Wie es funktioniert

Im Training passt ein Algorithmus die Parameter eines Modells so an, dass seine Ausgaben zu den Trainingsdaten passen. Danach wendet man das Modell auf neue Daten an. Google nennt in seiner Einführung vier Arten: überwachtes, unüberwachtes und bestärkendes Lernen sowie generative KI, die Inhalte erzeugt.

Überwachtes Lernen: Das Modell sieht viele Beispiele, bei denen die richtige Antwort bekannt ist, und erkennt die Zusammenhänge, die zu dieser Antwort führen. Danach kann es für neue Fälle eine Vorhersage treffen. Ein Beispiel sind E-Mails, die als Spam oder Nicht-Spam markiert sind. Daraus lernt ein Filter, neue E-Mails einzuordnen.

Unüberwachtes Lernen: Die Daten haben keine vorgegebenen Antworten. Das Modell sucht selbst nach Mustern, etwa nach Gruppen von Kunden, die sich ähnlich verhalten. Was diese Gruppen bedeuten, sagt das Modell nicht.

Bestärkendes Lernen: Sutton und Barto beschreiben es als Lernen, welche Handlung in welcher Situation ein numerisches Belohnungssignal maximiert. Niemand sagt dem Lernenden, was er tun soll. Er findet durch Ausprobieren heraus, welche Handlungen sich lohnen, und die Belohnung kommt oft erst später. Ein Beispiel aus der Personalisierung: Forscher von Yahoo testeten 2010 einen Kontext-Banditen für die Artikelauswahl auf der Yahoo-Startseite, ein Verfahren, das Sutton und Barto in Kapitel 2 ihres Lehrbuchs behandeln. Die Belohnung war der Klick. In der Offline-Auswertung an über 33 Millionen aufgezeichneten Ereignissen brachte das Verfahren 12,5 % mehr Klicks als ein Bandit-Verfahren ohne Nutzerdaten.

In allen drei Fällen lernt das Modell nur, was in den Daten steht. Fehler, Lücken und Verzerrungen der Daten übernimmt es mit.

Bekannte Antwort, keine Antwort oder eine Belohnung: Daran unterscheiden sich die drei.

Warum es zählt

Im Marketing steckt Machine Learning in Werkzeugen, die täglich genutzt werden. Bei Smart Bidding trainieren laut Google Ads-Hilfe Algorithmen des maschinellen Lernens auf großen Datenmengen, um vorherzusagen, wie sich verschiedene Gebote auf Conversions oder den Conversion-Wert auswirken. Das System optimiert auf die Conversions, die das Konto meldet. Wer dort Falsches zählt, trainiert das System auf das falsche Ziel.

Empfehlungen sind das zweite große Feld. Google-Forscher beschrieben 2016 das Empfehlungssystem von YouTube als eines der größten und ausgefeiltesten industriellen Empfehlungssysteme und berichteten von deutlichen Leistungsgewinnen durch Deep Learning.

Auch die Suche selbst nutzt es. Google beschreibt RankBrain als KI-System, das hilft zu verstehen, wie Wörter mit Begriffen zusammenhängen, und Neural Matching als KI-System, das Begriffe in Suchanfragen und Seiten erfasst und einander zuordnet. Für SEO heißt das: Google wertet aus, was eine Seite bedeutet, und nicht nur, welche Wörter darauf stehen.

Best Practices

  • Zuerst prüfen, ob eine feste Regel genügt; Machine Learning lohnt sich, wo die Muster für Handregeln zu komplex sind.
  • Aufgabe und Leistungsmaß festlegen, bevor ein Modell trainiert wird, wie bei Mitchell T und P.
  • Trainingsdaten auf Lücken, Fehler und Verzerrungen prüfen, bevor man ihnen ein Modell anvertraut.
  • Ein Modell an Daten testen, die es im Training nicht gesehen hat.
  • In Google Ads nur die Conversions als Ziel melden, die für das Geschäft zählen.
  • Ergebnisse regelmäßig mit Geschäftszahlen abgleichen, weil sich die Daten mit der Zeit ändern.

Häufige Fehler

  • Machine Learning, KI und LLM gleichsetzen.
  • Annehmen, ein Modell verstehe Ursachen, obwohl es Zusammenhänge in Daten findet.
  • Mit zu wenigen oder einseitigen Daten trainieren und das Ergebnis verallgemeinern.
  • Auf eine Kennzahl optimieren, die nicht dem Geschäftsziel entspricht.
  • Ein Modell nur an den Daten bewerten, mit denen es trainiert wurde.
  • Automatische Gebotsstrategien ständig umstellen und so das Lernen immer wieder neu beginnen.
Manuel Riveiro Rodriguez CEO & Digital Strategist

Eine technische Prüfung sieht sich das und alles Weitere in einem Durchgang an.

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Häufige Fragen

Was ist Machine Learning?

Machine Learning, auf Deutsch maschinelles Lernen, ist ein Teilgebiet der künstlichen Intelligenz. Ein Programm lernt dabei aus Daten, statt dass jede Regel von Hand geschrieben wird. Nach Tom Mitchell lernt ein Programm, wenn es eine Aufgabe mit wachsender Erfahrung besser erledigt, gemessen an einem festgelegten Leistungsmaß.

Was ist der Unterschied zwischen KI, Machine Learning und Deep Learning?

Künstliche Intelligenz ist der Oberbegriff. Machine Learning ist ein Teil davon: Systeme, die aus Daten lernen. Daneben gibt es Systeme, die aus kodiertem Wissen ableiten. Deep Learning ist wiederum ein Teil des Machine Learning und nutzt Modelle aus vielen Verarbeitungsschichten. Große Sprachmodelle wie die hinter Chatbots sind Deep Learning.

Welche Arten von Machine Learning gibt es?

Google nennt in seiner Einführung vier Arten. Beim überwachten Lernen lernt das Modell aus Beispielen mit bekannter Antwort. Beim unüberwachten Lernen sucht es Muster in Daten ohne vorgegebene Antworten. Beim bestärkenden Lernen probiert es Handlungen aus und lernt aus Belohnungen. Die vierte ist generative KI, die aus einer Eingabe neue Inhalte erzeugt.

Ist ein LLM Machine Learning?

Ja. Ein großes Sprachmodell ist ein Deep-Learning-Modell, das auf sehr großen Textmengen trainiert wurde und daraus gelernt hat, welche Fortsetzung eines Textes wahrscheinlich ist. Es ist damit ein Spezialfall des Machine Learning. Umgekehrt ist nicht jedes Machine Learning ein Sprachmodell; ein Spamfilter etwa kommt mit einem viel kleineren Modell aus.

Wo wird Machine Learning im Marketing eingesetzt?

Smart Bidding in Google Ads nutzt maschinelles Lernen, um vorherzusagen, wie sich ein Gebot auf Conversions auswirkt. Empfehlungssysteme schlagen Videos oder Produkte vor, YouTube etwa mit Deep Learning. Google nutzt KI-Systeme wie RankBrain und Neural Matching, um Suchanfragen und Seiten zu verstehen. Dazu kommen Spamfilter, Segmentierung und Prognosen.

Quellen

  1. Arthur L. Samuel, „Some Studies in Machine Learning Using the Game of Checkers“, IBM Journal of Research and Development 3(3), 210–229, Juli 1959, DOI 10.1147/rd.33.0210, Nachdruck aus „Computers and Thought“ (englisch). Quelle für das lernende Dameprogramm und das Lernen aus Erfahrung.
  2. Tom M. Mitchell, „Machine Learning“, McGraw-Hill 1997, Buchseite des Autors an der Carnegie Mellon University mit Link zum Buch (englisch). Quelle für die Definition mit E, T und P und das Dame-Beispiel in Kapitel 1.
  3. Verordnung (EU) 2024/1689 über künstliche Intelligenz, im Amtsblatt veröffentlichte Fassung vom 12. Juli 2024. Quelle für Erwägungsgrund 12 zu maschinellem Lernen und logik- und wissensgestützten Konzepten.
  4. Yann LeCun, Yoshua Bengio und Geoffrey Hinton, „Deep learning“, Nature 521, 436–444, online am 27. Mai 2015 (englisch). Quelle für die Definition von Deep Learning.
  5. Google for Developers, „What is Machine Learning?“, aktualisiert am 27. Januar 2026 (englisch). Quelle für die Lernarten überwacht, unüberwacht, bestärkend und generativ.
  6. Richard S. Sutton und Andrew G. Barto, „Reinforcement Learning: An Introduction“, 2. Auflage, MIT Press 2018, Buchseite der Autoren (englisch). Quelle für die Definition des bestärkenden Lernens in Kapitel 1.1.
  7. Lihong Li, Wei Chu, John Langford und Robert E. Schapire, „A Contextual-Bandit Approach to Personalized News Article Recommendation“, arXiv, 28. Februar 2010 (englisch). Quelle für den Test der Artikelauswahl für die Yahoo-Startseite, die Offline-Auswertung an über 33 Millionen Ereignissen und die 12,5 % mehr Klicks.
  8. Google Ads-Hilfe, „About Smart Bidding“, ohne Änderungsdatum (englisch). Quelle dafür, dass Smart Bidding mit Algorithmen des maschinellen Lernens arbeitet.
  9. Paul Covington, Jay Adams und Emre Sargin, „Deep Neural Networks for YouTube Recommendations“, Proceedings of the 10th ACM Conference on Recommender Systems, 2016 (englisch). Quelle für das Empfehlungssystem von YouTube und den Einsatz von Deep Learning.
  10. Google Search Central, „A guide to Google Search ranking systems“, aktualisiert am 10. Dezember 2025 (englisch). Quelle für RankBrain und Neural Matching als KI-Systeme.