Wie es technisch funktioniert: Pixel, Cookie und Kundenlisten
Remarketing muss wissen, wer was besucht hat. Dafür stehen drei technische Mechanismen zur Verfügung, die meist kombiniert eingesetzt werden.
Am häufigsten kommt das Remarketing-Pixel zum Einsatz, ein Code-Schnipsel von Google Ads, Meta Ads oder einer anderen Plattform, der über einen Tag-Manager auf der Website eingebunden wird. Besucht jemand eine Seite, registriert das Pixel diesen Besuch und verknüpft ihn, sofern der Nutzer bereits ein Cookie dieser Plattform besitzt, mit dessen Kennung. Ab diesem Punkt kann die Plattform ihm Anzeigen zeigen, während er andere Websites im eigenen Werbenetzwerk besucht.
Der zweite Mechanismus sind Cookies, entweder von der Website selbst (First-Party) oder von Drittanbietern. Sie speichern, welche Seiten ein Nutzer besucht, welche Produkte er angeschaut oder ob er etwas in den Warenkorb gelegt hat, ohne den Kauf abzuschließen. Mit dem schrittweisen Ende der Drittanbieter-Cookies in Chrome gewinnt das erste Szenario an Gewicht: Daten, die eine Marke direkt auf der eigenen Website erhebt.
Der dritte Mechanismus ist der Upload von Kundenlisten, auch Customer Match oder personalisierte Zielgruppen genannt: eine Datei mit E-Mail-Adressen oder Telefonnummern, meist verschlüsselt, die auf der Werbeplattform hochgeladen wird. Dieser Weg kommt ohne Cookies aus und eignet sich besonders, um bestehende Kunden anzusprechen, etwa frühere Käufer, denen ein ergänzendes Produkt angeboten werden soll.
Alle drei Methoden führen zum selben Ergebnis: einer Zielgruppe, also einer Gruppe identifizierter Nutzer, denen die Plattform Anzeigen zeigen kann. Je präziser diese Zielgruppe abgegrenzt ist, desto besser funktioniert in der Regel die Kampagne.
Ein Sonderfall ist dynamisches Remarketing: Statt immer dieselbe Anzeige zu zeigen, kombiniert die Plattform das Pixel mit einem Produkt-Feed, demselben Katalog, der auch Google Shopping oder den Meta-Katalog speist, um automatisch eine Anzeige mit genau dem Produkt zu erstellen, das der jeweilige Nutzer angesehen hat. Genau das steckt hinter jenen Anzeigen, die sich scheinbar an den Artikel "erinnern", den man sich in einem Onlineshop angeschaut hat. Das erfordert etwas mehr Aufwand bei der Einrichtung, verbessert die Leistung im Vergleich zu einer generischen Anzeige für alle aber meist deutlich.
Eine zusätzliche technische Feinheit ist die geräteübergreifende Zuordnung: Meldet sich der Nutzer bei seinem Google-, Meta- oder Shop-Konto an, kann die Plattform dieselbe Browsing-Historie seinem Smartphone, Laptop und Tablet zuordnen, statt sie als getrennte Besucher zu behandeln. Ohne diese Anmeldung erzeugt jedes Gerät sein eigenes Cookie, und das Remarketing verliert die Kontinuität, wenn der Nutzer mitten in der Kaufentscheidung das Gerät wechselt.
