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Glossar Informationsarchitektur

Was ist Informationsarchitektur?

  • SEO On-Page
Definition

Informationsarchitektur ist die Art, wie die Inhalte einer Website geordnet, gruppiert und benannt werden, damit Menschen finden, was sie suchen. Sie legt fest, welche Seiten es gibt, in welchen Kategorien sie stehen und wie diese Kategorien heißen.

Auf dieser Seite 5
  1. Was Informationsarchitektur bedeutet
  2. Wie es funktioniert
  3. Warum es zählt
  4. Best Practices
  5. Häufige Fehler
Kurz gefasst

Informationsarchitektur ordnet und benennt die Inhalte einer Website: was sie von der Navigation unterscheidet und wie man sie testet.

Was Informationsarchitektur bedeutet

Die Nielsen Norman Group unterscheidet zwei Bestandteile. Der erste ist, Inhalte und Funktionen der Website zu erfassen und festzulegen. Der zweite ist die Ordnung, Struktur und Benennung, die bestimmen, wie diese zueinander stehen. Laut NN/g erscheint die Informationsarchitektur nicht auf dem Bildschirm, gibt aber die Oberfläche vor. Dokumentiert wird sie in Tabellen und Diagrammen, etwa einer Sitemap.

Die Navigation ist etwas anderes: die Elemente der Oberfläche, die zu diesen Informationen führen. NN/g nennt Hauptnavigation, lokale Navigation, Breadcrumbs, Filter, verwandte Links und Footer. Beides gehört zur User Experience, die einen eigenen Eintrag in diesem Glossar hat.

Was man anklickt, ist die Navigation; welche Gruppen sie zeigt, legt die Architektur fest.

Wie es funktioniert

Die Arbeit beginnt mit der Frage, welche Inhalte es gibt und wie Nutzer sie gruppieren. Für Letzteres beschreibt NN/g das Card Sorting: Teilnehmende ordnen Karten mit Seitennamen in Gruppen, die für sie sinnvoll sind. Beim offenen Card Sorting bilden sie die Gruppen selbst. Diese Variante ist laut NN/g die häufigste und die empfohlene, weil sie das mentale Modell der Nutzer zeigt.

Steht ein Entwurf der Hierarchie, wird er mit einem Tree Test geprüft. Die Teilnehmenden bekommen den Kategorienbaum und suchen, an welcher Stelle ein bestimmter Inhalt oder eine Funktion zu finden wäre. NN/g misst damit, ob die wichtigsten Inhalte auffindbar sind, und empfiehlt den Tree Test statt des geschlossenen Card Sortings, um Kategorien zu bewerten.

Auf der Website wird die Struktur zu URLs, Menüs und internen Links. Google rät, die Website logisch zu ordnen, weil das Suchmaschinen und Nutzern hilft zu verstehen, wie eine Seite zum Rest steht, und sprechende URLs zu verwenden. Hat die Website mehr als ein paar Tausend URLs, hilft es Google, thematisch ähnliche Seiten in Verzeichnissen zu bündeln, um zu erkennen, wie oft sich die URLs eines Verzeichnisses ändern. Außerdem soll laut Google jede wichtige Seite von mindestens einer anderen Seite der Website verlinkt sein, und zuverlässig crawlen kann Google nur HTML-Links mit href-Attribut.

Warum es zählt

Eine Struktur, die nicht dem Denken der Nutzer entspricht, versteckt Inhalte, die es gibt. NN/g fasst das so zusammen: Wer nicht prüft, rät. Die Architektur muss getestet werden, um zu wissen, ob Nutzer die wichtigsten Inhalte finden.

Für Suchmaschinen entscheidet die Struktur, welche Seiten über Links gefunden werden und wie ihr Zusammenhang verstanden wird. Google schränkt die Wirkung ein: Eine Website muss nicht sofort umgebaut werden, weil Suchmaschinen die Seiten wahrscheinlich so verstehen, wie sie sind, egal wie die Website geordnet ist. Die Vorteile wirken langfristig und vor allem bei großen Websites.

Interne Verlinkung und Überschriftenstruktur setzen die Architektur um, zwischen den Seiten und innerhalb jeder Seite. Beide haben einen eigenen Eintrag.

Best Practices

  • Vor dem Entwurf des Menüs eine Bestandsaufnahme der Inhalte machen.
  • Mit offenem Card Sorting herausfinden, wie Nutzer gruppieren.
  • Die Hierarchie mit einem Tree Test prüfen, bevor sie umgesetzt wird.
  • Kategorien mit den Wörtern der Nutzer benennen und nicht mit interner Fachsprache.
  • Jede wichtige Seite von mindestens einer anderen Seite der Website verlinken, wie Google es verlangt.

Häufige Fehler

  • Informationsarchitektur mit dem Menü verwechseln.
  • Eine Struktur für gut halten, ohne sie mit Nutzern getestet zu haben.
  • Kategorien anlegen, die sich überschneiden, sodass ein Inhalt an zwei Stellen passt.
  • Seiten ohne einen einzigen internen Link stehen lassen.
  • Alle URLs auf einmal ändern und eine Verbesserung bei Google erwarten, obwohl Google sagt, dass Suchmaschinen die Website wahrscheinlich schon verstehen.
Manuel Riveiro Rodriguez CEO & Digital Strategist

Eine technische Prüfung sieht sich das und alles Weitere in einem Durchgang an.

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Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Informationsarchitektur und Navigation?

Die Architektur ist die Ordnung der Inhalte und die Benennung ihrer Kategorien. Die Navigation sind die Elemente der Oberfläche, die dorthin führen, etwa Menüs, Breadcrumbs oder Filter. Laut NN/g gibt die Architektur die Oberfläche vor, erscheint aber nicht auf dem Bildschirm.

Was ist Card Sorting?

Eine Forschungsmethode, bei der Teilnehmende Karten mit Seitennamen in Gruppen ordnen. Beim offenen Card Sorting bilden sie die Gruppen selbst, was zeigt, wie sie Inhalte gedanklich ordnen.

Was ist ein Tree Test?

Ein Test, bei dem Teilnehmende im Kategorienbaum der Website suchen, wo ein bestimmter Inhalt stehen würde. Er zeigt, ob die geplante Hierarchie die wichtigsten Inhalte auffindbar macht.

Wirkt sich die Informationsarchitektur auf SEO aus?

Ja, über Links und URLs. Laut Google hilft eine logische Ordnung zu verstehen, wie Seiten zusammenhängen, und bei Websites mit mehr als ein paar Tausend URLs hilft die Bündelung in Verzeichnissen zu erkennen, wie oft sich Seiten ändern. Google sagt aber auch, dass eine Website nicht sofort umgebaut werden muss.

Wie dokumentiert man eine Informationsarchitektur?

Laut NN/g in Tabellen und Diagrammen, etwa einer Sitemap, die Inhalte und ihre Beziehungen zeigt. Wireframes und Prototypen dokumentieren die Oberfläche.

Quellen

  1. Nielsen Norman Group, Jen Cardello, „The Difference Between Information Architecture (IA) and Navigation“, 22. Juni 2014, aktualisiert am 7. April 2023 (englisch). Quelle für die zwei Bestandteile, die Dokumentation in Diagrammen und die Navigationselemente.
  2. Nielsen Norman Group, „Card Sorting: Uncover Users' Mental Models“, 2. Februar 2024 (englisch). Quelle für die Definition des Card Sortings, die offene Variante und die Empfehlung des Tree Tests statt der geschlossenen Variante.
  3. Nielsen Norman Group, „Tree Testing: Evaluate Menu Labels and Categories“, 6. August 2023, aktualisiert am 20. August 2026 (englisch). Quelle für die Definition des Tree Tests und den Satz über Prüfen und Raten.
  4. Google Search Central, „SEO Starter Guide“, zuletzt aktualisiert am 10. Dezember 2025 (englisch). Quelle für die logische Ordnung, sprechende URLs, Verzeichnisse und den Hinweis, nicht sofort umzubauen.
  5. Google Search Central, „Link best practices for Google“, zuletzt aktualisiert am 10. Dezember 2025 (englisch). Quelle für Links mit href und den Link von mindestens einer anderen Seite.