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Glossar Link Juice

Was ist Link Juice?

Definition

Link Juice ist ein umgangssprachlicher Begriff aus der SEO-Community für den Wert oder die Autorität, die ein Link von einer Seite zur anderen weitergibt; es ist kein Konzept, das Google selbst definiert oder in seiner offiziellen Dokumentation verwendet.

Eine frische Pfropfung mit Bast gebunden, die Schnittflächen aneinander — daneben der Titel Link Juice
Die Pfropfung wächst nur an, wenn beide Schnittflächen sich berühren
Auf dieser Seite 6
  1. Woher der Begriff kommt und warum er kein offizieller Google-Term ist
  2. Das ursprüngliche Link-Juice-Modell gegenüber den Signalen, die Google heute nutzt
  3. Wie sich Link Juice innerhalb einer Website verteilt: Linkhierarchie und Verdünnung
  4. Dofollow gegenüber Nofollow: welcher Link Link Juice weitergibt und welcher nicht
  5. Best Practices
  6. Häufige Fehler
Kurz gefasst

Warum Link Juice nie eine offizielle Google-Metrik war, wie er sich innerhalb einer Website nach der Linkhierarchie verteilt, und welche Rolle Dofollow und Nofollow dabei spielen.

Eine frische Pfropfung mit Bast gebunden, die Schnittflächen aneinander — daneben der Titel Link Juice
Die Pfropfung wächst nur an, wenn beide Schnittflächen sich berühren

Woher der Begriff kommt und warum er kein offizieller Google-Term ist

Der Begriff Link Juice entstand in der SEO-Community in den Jahren nach der Veröffentlichung des PageRank-Algorithmus im Jahr 1998. Larry Page und Sergey Brin wollten mit PageRank ursprünglich die Bedeutung einer Seite anhand der Anzahl und Qualität eingehender Links messen. Mit der Zeit begannen SEO-Fachleute, diese Übertragung von Autorität mit einem flüssigen Bild zu beschreiben: der „Saft", der durch einen Link von einer Seite zur anderen fließt, so wie Wasser durch ein Rohrsystem.

Google hat den Ausdruck Link Juice nie in seiner offiziellen Dokumentation oder in öffentlichen Aussagen seiner Sprecher verwendet. Er taucht weder in den Search-Central-Guides noch in den technischen Artikeln zu PageRank oder den Ranking-Systemen auf. Es handelt sich um eine Bezeichnung, die die Branche selbst geprägt hat, um ein komplexes technisches Konzept zu vereinfachen, ähnlich wie „Keyword Stuffing" oder „Zombie Pages" Jargon-Ausdrücke sind, die den SEO-Alltag erleichtern, ohne dass Google sie formell anerkennt.

Diese Unterscheidung ist wichtig, weil man Link Juice sonst leicht mit einer exakten, messbaren und von Google veröffentlichten Kennzahl verwechselt. Es gibt keine „Link-Juice"-Zahl in irgendeinem Google-Tool und kein Dashboard, das anzeigt, wie viel zwischen zwei bestimmten Seiten übertragen wird. Was tatsächlich existiert, ist ein Algorithmus mit akademischem Ursprung, heute eingebettet in ein deutlich umfassenderes Ranking-System. Link Juice ist die informelle Art, über einen Teil dieses Systems zu sprechen. Wer den Begriff im Team oder gegenüber Kunden nutzt, sollte deshalb dazusagen, dass es sich um eine Faustregel aus der Praxis handelt, nicht um ein Google-Feature, das man in der Search Console nachschlagen kann.

Best Practices

  • Verlinke deine wichtigsten Seiten aus den Bereichen der Website mit der meisten Autorität, nicht nur aus der Fußzeile.
  • Begrenze die Zahl ausgehender Links pro Seite auf solche mit echtem Mehrwert für den Nutzer; jeder zusätzliche Link verdünnt, was die anderen erhalten.
  • Setze nofollow bei internen Links zu Seiten ohne Rankingwert, etwa Login, Warenkorb oder Filter mit Parametern, um dort keinen Link Juice zu verteilen.
  • Prüfe, dass keine wichtige Seite als Waisenseite endet; jede Seite, die du ranken willst, braucht mindestens einen internen Link aus einem autoritätsstarken Bereich.
  • Priorisiere interne Links aus relevantem Fließtext gegenüber generischen Links aus Menü oder Sidebar.
  • Gewinne externe Backlinks auf konkrete Unterseiten deiner Website, nicht nur auf die Startseite, damit Autorität über mehrere Einstiegspunkte in die Domain gelangt.

Häufige Fehler

  • Dutzende irrelevante Seiten aus dem Hauptmenü verlinken und dadurch den Link Juice verdünnen, der bei jeder einzelnen ankommt.
  • Neue Seiten ohne jeden internen Link online stellen, sodass sie zu Waisenseiten ohne jede Autorität werden.
  • Interne Links zu Seiten, die man eigentlich ranken will, unnötig auf nofollow setzen und so die Autoritätsverteilung kappen.
  • Link Juice als exakte, präzise berechenbare Zahl behandeln, obwohl Google keine solche Kennzahl veröffentlicht.
  • Eine flache Architektur bauen, in der alle Seiten nur einen Klick voneinander entfernt liegen, ohne Hierarchie, die Autorität gezielt zu den wichtigen Seiten lenkt.
Manuel Riveiro Rodriguez CEO & Digital Strategist

Eine technische Prüfung sieht sich das und alles Weitere in einem Durchgang an.

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Häufige Fragen

Ist Link Juice ein offizieller Google-Begriff?

Nein. Google verwendet diesen Ausdruck weder in seiner Dokumentation noch in öffentlichen Aussagen. Es handelt sich um Jargon, den die SEO-Branche selbst geprägt hat, ausgehend von der Idee des PageRank-Algorithmus, um den Wert, den ein Link von einer Seite zur anderen weitergibt, einfach zu beschreiben.

Ergibt Link Juice 2026 noch Sinn als Begriff?

Ja, als Faustregel, um zu verstehen, warum manche Links mehr wert sind als andere. Keinen Sinn ergibt es mehr, ihn als exakte Zahl zu behandeln, denn das Ranking von Google kombiniert heute deutlich mehr Signale als das reine Zählen von Links aus den frühen PageRank-Jahren.

Geben Nofollow-Links Link Juice weiter?

In der Praxis wenig bis gar nichts. Seit Googles Änderung 2019, in Kraft seit März 2020, gilt das Attribut nofollow als Hinweis und nicht mehr als strikte Anweisung, doch die meisten dieser Links übertragen weiterhin keine wirksame Autorität.

Wie verteilt sich Link Juice innerhalb einer Website?

Er kommt über die Seiten mit den meisten externen Backlinks herein und verteilt sich über die interne Verlinkung auf den Rest. Seiten, die in Klicks gemessen näher an den autoritätsstärksten Bereichen liegen, erhalten mehr; Waisenseiten ohne internen Link erhalten nichts.

Wie viele ausgehende Links darf eine Seite haben, ohne Link Juice zu stark zu verdünnen?

Es gibt keine feste Zahl, aber das Prinzip ist klar: Jeder zusätzliche ausgehende Link verteilt dieselbe Autorität auf mehr Ziele. Eine Seite mit wenigen, gut gewählten Links gibt pro Link mehr Wert weiter als eine mit Hunderten generischen Links.

Quellen

  1. 10.12.2025 Google Search Central, „A guide to Google Search ranking systems": bestätigt, dass PageRank weiterhin Teil der Google-Ranking-Systeme ist, kombiniert mit vielen weiteren Faktoren und Signalen, und nicht als isolierte „Link-Juice"-Zahl. Aktualisiert am 10.12.2025.
  2. Google Search Central Blog, „Evolving 'nofollow' – new ways to identify the nature of links": kündigt die Änderung an, in Kraft seit März 2020, wonach nofollow (zusammen mit sponsored und ugc) als Hinweis statt als strikte Anweisung behandelt wird. Veröffentlicht am 10.09.2019.
  3. LinkResearchTools, „Link Juice": beschreibt Link Juice als informellen, in der Definition vagen Begriff innerhalb der SEO-Branche und empfiehlt, sich für die Bewertung des tatsächlichen Linkwerts auf präzisere Metriken zu stützen.