Woher der Begriff kommt und warum er kein offizieller Google-Term ist
Der Begriff Link Juice entstand in der SEO-Community in den Jahren nach der Veröffentlichung des PageRank-Algorithmus im Jahr 1998. Larry Page und Sergey Brin wollten mit PageRank ursprünglich die Bedeutung einer Seite anhand der Anzahl und Qualität eingehender Links messen. Mit der Zeit begannen SEO-Fachleute, diese Übertragung von Autorität mit einem flüssigen Bild zu beschreiben: der „Saft", der durch einen Link von einer Seite zur anderen fließt, so wie Wasser durch ein Rohrsystem.
Google hat den Ausdruck Link Juice nie in seiner offiziellen Dokumentation oder in öffentlichen Aussagen seiner Sprecher verwendet. Er taucht weder in den Search-Central-Guides noch in den technischen Artikeln zu PageRank oder den Ranking-Systemen auf. Es handelt sich um eine Bezeichnung, die die Branche selbst geprägt hat, um ein komplexes technisches Konzept zu vereinfachen, ähnlich wie „Keyword Stuffing" oder „Zombie Pages" Jargon-Ausdrücke sind, die den SEO-Alltag erleichtern, ohne dass Google sie formell anerkennt.
Diese Unterscheidung ist wichtig, weil man Link Juice sonst leicht mit einer exakten, messbaren und von Google veröffentlichten Kennzahl verwechselt. Es gibt keine „Link-Juice"-Zahl in irgendeinem Google-Tool und kein Dashboard, das anzeigt, wie viel zwischen zwei bestimmten Seiten übertragen wird. Was tatsächlich existiert, ist ein Algorithmus mit akademischem Ursprung, heute eingebettet in ein deutlich umfassenderes Ranking-System. Link Juice ist die informelle Art, über einen Teil dieses Systems zu sprechen. Wer den Begriff im Team oder gegenüber Kunden nutzt, sollte deshalb dazusagen, dass es sich um eine Faustregel aus der Praxis handelt, nicht um ein Google-Feature, das man in der Search Console nachschlagen kann.
