Die häufigsten Angriffsmethoden
Negatives SEO umfasst mehrere unterschiedliche Techniken, die alle dasselbe Ziel verfolgen: das Ranking einer Website schädigen, ohne dass deren Betreiber etwas falsch gemacht hat. Im Unterschied zu Black Hat SEO, bei dem die Seite selbst bewusst und zu ihrem eigenen Vorteil gegen Googles Richtlinien verstößt, begeht hier ein Dritter die Regelverletzung gegen eine Seite, die daran weder beteiligt war noch sie gesucht hat. Betroffen sind vor allem lokale Unternehmen mit geringer Domain-Autorität, Onlineshops in stark umkämpften Nischen und frisch gestartete Websites, für die Google noch keine ausreichende Historie hat, um eine plötzliche Anomalie einzuordnen.
Die verbreitetste Technik ist es, tausende toxische Backlinks auf die URL eines Konkurrenten zu setzen, meist eingekauft bei Linkfarmen, Spam-Verzeichnissen oder Netzwerken bereits abgestrafter Seiten. Ziel ist es, ein künstliches Linkprofil vorzutäuschen und Google glauben zu machen, die Seite kaufe oder erzeuge selbst Links. Der Ankertext dieser Links wiederholt sich meist mechanisch mit stark kommerziellen Keywords, etwa "[Produkt] günstig kaufen", ein Muster, das in einem natürlichen Linkprofil kaum in dieser Häufigkeit und Geschwindigkeit auftritt.
Ein weiterer üblicher Weg ist es, den doppelten Content der Zielseite zu kopieren und auf Dutzenden minderwertigen Spam-Domains zu veröffentlichen, manchmal sogar bevor die Originalseite selbst vollständig indexiert ist. Damit soll Verwirrung darüber gestiftet werden, welche Quelle die ursprüngliche ist, und die thematische Autorität verwässert werden, die dieser Text der legitimen Domain eigentlich bringen sollte.
Häufig sind auch gefälschte negative Bewertungen, die in Wellen von frisch angelegten Konten auf Google Business Profile oder Bewertungsportalen veröffentlicht werden, um den Ruf und die CTR eines lokalen Unternehmens innerhalb weniger Tage zu schädigen. In den aggressivsten Fällen eskaliert der Angriff zu einem direkten Einbruch in den Server: unbefugter Zugriff, um Malware oder versteckten Code einzuschleusen, der Traffic umleitet oder Spam-Links einfügt. Das kann Warnungen der Safe-Browsing-Funktion des Browsers auslösen oder sogar eine manuelle Maßnahme von Google, falls der Hack wochenlang unbemerkt bleibt. Manche Angriffe setzen schließlich auf eine gezielte DDoS-Attacke genau während eines wichtigen Crawling-Fensters, etwa direkt nach der Veröffentlichung relevanter neuer Inhalte, damit der Googlebot ausgerechnet dann auf Timeouts oder Serverfehler trifft.
Welche Methode ein Angreifer wählt, hängt meist vom Budget und vom technischen Können ab. Toxische Links lassen sich für wenig Geld in großer Menge einkaufen und erfordern keinerlei Zugriff auf die Zielseite, weshalb sie die mit Abstand häufigste Form von negativem SEO sind. Ein echter Server-Einbruch dagegen verlangt technisches Wissen und Vorbereitung, richtet dafür aber deutlich mehr Schaden an: Er gefährdet neben dem Ranking auch Nutzerdaten und das Vertrauen der Besucher.
