Was virales Marketing bedeutet
Einer der Referenztexte ist der Aufsatz „Viral Marketing“, den Steve Jurvetson und Tim Draper, Investoren von Hotmail, 1997 veröffentlicht haben. Sie beschreiben, wie Hotmail an jede E-Mail seiner Nutzer eine Werbezeile mit Link anhängte: „Get your free email at Hotmail“. Jede Nachricht trug damit eine Anzeige und eine stillschweigende Empfehlung des Absenders, weil der Empfänger sah, dass ein Bekannter den Dienst schon nutzte. In der Fassung von 1998 beziffern die Autoren das Ergebnis auf über 12 Millionen Nutzer in den ersten anderthalb Jahren bei weniger als 500.000 Dollar Marketingausgaben.
Das Beispiel zeigt die zwei Formen, die der Begriff meist annimmt. Bei der ersten ist die Verbreitung Teil der Produktnutzung: Wer das Produkt nutzt, zeigt es anderen. Bei der zweiten erstellt eine Marke einen Inhalt, etwa ein Video oder ein Bild, in der Hoffnung, dass er weit über die eigene Zielgruppe hinaus geteilt wird.
Social Media Marketing ist etwas anderes: die geplante, laufende Arbeit in sozialen Netzwerken mit eigenen Profilen und Anzeigen. Eine virale Kampagne kann soziale Netzwerke nutzen, aber genauso E-Mail oder jeden anderen Kanal, über den Nutzer sich Inhalte weiterreichen. Social Media Marketing hat einen eigenen Eintrag in diesem Glossar.