Influencer-Marketing ist die bezahlte Zusammenarbeit einer Marke mit Creatorn, die ein eigenes Publikum haben und ihre Produkte vorstellen. Spanien, Deutschland und die USA regeln, wie diese Geschäftsbeziehung erkennbar sein muss, und Google verlangt, bezahlte Links zu markieren.
Influencer-Marketing heißt, Creator für Beiträge über eine Marke zu bezahlen: was in Spanien, Deutschland und den USA gilt und wie Links markiert werden.
Was Influencer-Marketing bedeutet
Die Marke bezahlt für die Stimme einer Person vor ihrem Publikum: eine Rezension auf YouTube, eine Story auf Instagram, ein Video auf TikTok. Die Bezahlung kann Geld sein, ein kostenloses Produkt, eine Reise oder eine Provision je Verkauf, und die Regeln der drei Länder in diesem Eintrag beschränken sich nicht auf Geld.
Social Media Marketing ist die Arbeit der Marke auf ihren eigenen Profilen. Affiliate-Marketing bezahlt je Verkauf oder Klick über Links mit Tracking, und viele Influencer rechnen so ab. Digital PR zielt auf Erwähnungen und Links in Medien. Virales Marketing ist der Fall, in dem Shares einen Inhalt weit über das Publikum der Person tragen, die ihn veröffentlicht hat.
Wie es funktioniert
In einer typischen Kampagne wählt die Marke Creator nach Thema und Publikum aus, vereinbart Format und Bezahlung, der Creator veröffentlicht, und die Marke misst Reichweite, Klicks und Verkäufe. Das Recht regelt vor allem die Veröffentlichung, und jedes Land auf seine Weise.
In Spanien hat das Gesetz 13/2022 vom 7. Juli über audiovisuelle Kommunikation (Ley General de Comunicación Audiovisual) in Artikel 94 den „usuario de especial relevancia“ geschaffen, den Nutzer von besonderer Bedeutung auf Video-Sharing-Plattformen. Er muss mehrere Voraussetzungen zugleich erfüllen, darunter erhebliche Einnahmen und Reichweite, redaktionelle Verantwortung und eine Niederlassung in Spanien. Vermarktet er kommerzielle Kommunikation in seinen Videos, gelten für ihn die Werberegeln desselben Gesetzes. Artikel 121.3 verlangt, dass kommerzielle Kommunikation „klar vom redaktionellen Inhalt unterschieden“ ist, Artikel 122.3 verbietet verdeckte kommerzielle Kommunikation.
Das Real Decreto 444/2024 vom 30. April, in Kraft seit dem 2. Mai 2024, legt die Schwellen fest. Nötig sind Bruttoeinnahmen von mindestens 300.000 Euro im vorangegangenen Kalenderjahr aus der Tätigkeit auf diesen Plattformen, mindestens 1.000.000 Follower auf einer Plattform oder 2.000.000 insgesamt und mindestens 24 veröffentlichte Videos im Vorjahr. Wer die Voraussetzungen erfüllt, muss sich im staatlichen Register eintragen. Wer darunter bleibt, fällt nur nicht unter Artikel 94. Andere Werbevorschriften behandelt dieser Eintrag nicht.
In Deutschland handelt nach § 5a Abs. 4 UWG unlauter, wer den kommerziellen Zweck einer geschäftlichen Handlung nicht kenntlich macht, sofern er sich nicht unmittelbar aus den Umständen ergibt und das Nichtkenntlichmachen geeignet ist, den Verbraucher oder sonstigen Marktteilnehmer zu einer geschäftlichen Entscheidung zu veranlassen, die er andernfalls nicht getroffen hätte. Ein kommerzieller Zweck zugunsten eines fremden Unternehmens liegt nach derselben Vorschrift nicht vor, wenn der Handelnde kein Entgelt oder keine ähnliche Gegenleistung erhält oder sich versprechen lässt. Eine Gegenleistung wird vermutet, es sei denn, er macht glaubhaft, dass er keine erhalten hat. Der Bundesgerichtshof hat am 9. September 2021 drei Influencer-Fälle entschieden, noch nach der alten Fassung, damals § 5a Abs. 6 UWG. Unzulässig war ein vom Hersteller bezahlter Beitrag ohne Werbekennzeichnung. Ein Beitrag ohne Gegenleistung war nach dem BGH nur dann eine geschäftliche Handlung zugunsten eines fremden Unternehmens, wenn er übertrieben werblich war, und eine Verlinkung auf die Website des Herstellers reichte dafür in der Regel. Die heutige Regel zur Gegenleistung stammt aus der Zeit nach diesen Urteilen.
In den USA hat die Federal Trade Commission (FTC) am 26. Juli 2023 die überarbeitete Fassung ihrer Endorsement Guides (16 CFR Part 255) veröffentlicht. Danach muss jede wesentliche Verbindung zwischen der empfehlenden Person und dem Werbenden, mit der das Publikum nicht rechnet, klar und deutlich offengelegt werden, auch ein kostenloses oder vergünstigtes Produkt. In sozialen Medien soll der Hinweis nicht zu übersehen sein. Nach einem Beispiel aus den Guides genügt ein Hinweis, der erst hinter einem „mehr“-Link erscheint, nicht.
Spanien
RegelGesetz 13/2022, Artikel 94, 121.3 und 122.3. Die Schwellen legt das Real Decreto 444/2024 fest.
Wann sie greiftFür den „usuario de especial relevancia“ auf Video-Sharing-Plattformen. Voraussetzungen sind unter anderem mindestens 300.000 Euro Bruttoeinnahmen, 1.000.000 Follower auf einer Plattform oder 2.000.000 insgesamt und 24 Videos im Vorjahr. Wer darunter bleibt, fällt nur nicht unter Artikel 94.
Was sie verlangtKommerzielle Kommunikation klar vom redaktionellen Inhalt unterscheiden. Verdeckte kommerzielle Kommunikation ist verboten.
Geschenktes ProduktVergütung in Sachleistungen zählt zu den Einnahmen für die Schwelle.
Deutschland
Regel§ 5a Abs. 4 UWG.
Wann sie greiftWenn sich der kommerzielle Zweck nicht unmittelbar aus den Umständen ergibt und das Verschweigen die Entscheidung des Verbrauchers beeinflussen kann.
Was sie verlangtDen kommerziellen Zweck kenntlich machen.
Geschenktes ProduktEine Gegenleistung wird vermutet, es sei denn, der Handelnde macht glaubhaft, dass er keine erhalten hat.
USA
RegelEndorsement Guides der FTC (16 CFR Part 255), überarbeitete Fassung vom 26. Juli 2023.
Wann sie greiftBei einer wesentlichen Verbindung zwischen der empfehlenden Person und dem Werbenden, mit der das Publikum nicht rechnet.
Was sie verlangtKlar und deutlich offenlegen, in sozialen Medien nicht zu übersehen. Ein Hinweis erst hinter einem „mehr“-Link genügt nicht.
Geschenktes ProduktEin kostenloses oder vergünstigtes Produkt ist eine wesentliche Verbindung.
Bezahlter Link vom Blog oder der Website des Creators<a href="…" rel="sponsored">Google bevorzugt sponsored und akzeptiert auch nofollow. Mit einem der beiden verstößt der Link nicht gegen Googles Spam-Richtlinien.
Nur die Regeln aus diesem Eintrag. Andere Werbevorschriften der drei Länder behandelt er nicht.
Drei Länder, drei Wege, Werbung erkennbar zu machen.
Warum es zählt
Das rechtliche Risiko tragen mehrere. Nach den FTC-Guides soll der Werbende seine Creator anleiten, die Einhaltung überwachen und Verstöße abstellen. In Deutschland richteten sich die vom BGH entschiedenen Klagen gegen die Influencerinnen selbst.
Für SEO geht es um Links. Verlinkt ein Creator die Marke gegen Bezahlung von seinem Blog oder seiner Website aus, ist das ein bezahlter Link. Google verlangt für Links, die Werbung oder bezahlte Platzierungen sind, den Wert sponsored im rel-Attribut, akzeptiert auch nofollow, bevorzugt aber sponsored. Googles Spam-Richtlinien nennen als Beispiel für gekaufte Links, jemandem ein Produkt zu schicken, damit er darüber schreibt und einen Link setzt. Mit sponsored oder nofollow verstoßen solche Links nicht gegen die Richtlinien.
Likes und Follower einer Kampagne verbessern das Ranking nach Aussagen von Google-Sprechern nicht für sich genommen, wie der Eintrag zu Social Signals mit Datum belegt. In der Suche wirkt eine Kampagne auf anderen Wegen: mehr Suchen nach der Marke, Traffic und Erwähnungen in Medien, die aus eigenem Entschluss verlinken.
Best Practices
In jeder Vereinbarung schriftlich festhalten, wie und in welchem Format die Werbung gekennzeichnet wird.
Verlangen, dass der Werbehinweis ohne Aufklappen des Textes und ohne Klick auf „mehr“ sichtbar ist.
Bezahlte Links in Blogs und auf Websites von Creatorn mit sponsored markieren.
Beiträge nach der Veröffentlichung prüfen und eine datierte Kopie sichern.
Die Kampagne mit markierten Links und Verkaufsdaten messen, nicht nur über die Reichweite.
Häufige Fehler
Annehmen, ein geschenktes Produkt zähle nicht als Bezahlung.
Sich allein auf das automatische Label der Plattform verlassen, ohne zu prüfen, ob es gut sichtbar ist.
Die Regeln eines Landes auf eine Kampagne anwenden, die sich an ein anderes richtet.
Dofollow-Links in Creator-Blogs kaufen, um das Ranking zu verbessern.
Eine Kampagne nach Likes bewerten statt nach Traffic, Verkäufen und Erwähnungen.
Manuel Riveiro RodriguezCEO & Digital Strategist
Eine technische Prüfung sieht sich das und alles Weitere in einem Durchgang an.
Die Figur aus Artikel 94 des spanischen Gesetzes über audiovisuelle Kommunikation. Das Real Decreto 444/2024 konkretisiert sie: Bruttoeinnahmen von mindestens 300.000 Euro im Jahr aus der Tätigkeit auf Videoplattformen, mindestens eine Million Follower auf einer oder zwei Millionen insgesamt und mindestens 24 Videos im Jahr.
Muss ein geschenktes Produkt als Werbung gekennzeichnet werden?
In Deutschland vermutet § 5a UWG eine Gegenleistung, solange der Handelnde nicht glaubhaft macht, dass er keine erhalten hat. In den USA zählen die FTC-Guides ein kostenloses oder vergünstigtes Produkt zu den wesentlichen Verbindungen, die offenzulegen sind. In Spanien rechnet das Real Decreto 444/2024 Vergütung in Sachleistungen zu den Einnahmen für die Schwelle.
Was hat der Bundesgerichtshof 2021 entschieden?
Am 9. September 2021 entschied er drei Influencer-Fälle auf Instagram. Unzulässig war der Beitrag, für den der Hersteller eine Gegenleistung erbracht hatte und der nicht als Werbung gekennzeichnet war. In den anderen beiden Fällen gab es keine Gegenleistung und keinen Verstoß. Bei Beiträgen ohne Bezahlung reichte eine Verlinkung auf die Herstellerseite in der Regel für einen werblichen Überschuss.
Welches Attribut brauchen Links aus einer bezahlten Kooperation?
Google verlangt für Links, die Werbung oder bezahlte Platzierungen sind, den Wert sponsored im rel-Attribut. Nofollow ist weiterhin zulässig, Google bevorzugt aber sponsored. Googles Spam-Richtlinien nennen ein Produkt, das gegen einen Artikel mit Link verschickt wird, als Beispiel für gekaufte Links. Mit sponsored oder nofollow verstößt ein solcher Link nicht gegen die Richtlinien.
Verbessert Influencer-Marketing das Ranking bei Google?
Nicht direkt über Likes oder Follower, nach dem, was Google-Sprecher dazu gesagt haben. Es kann auf anderen Wegen helfen: mehr Suchen nach der Marke, Traffic auf die Website und Erwähnungen in Medien, die danach aus eigenem Entschluss verlinken. Diese Effekte lassen sich in der Search Console und in der Webanalyse messen.